Wie Wohnungsnot unsere Demokratie gefährdet
Shownotes
Wohnen ist nicht nur ein persönliches Thema, sondern eine soziale, wirtschaftliche und politische Grundfrage. In dieser Folge geht es darum, warum Wohnraum in Deutschland knapp und teuer ist, wie sich der Markt über Jahrzehnte verändert hat und welche Folgen das für Mieterinnen, Familien, ältere Menschen und vulnerable Gruppen hat.
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Zentrale Gerechtigkeitsfrage
Wir ordnen die Wohnungsfrage historisch ein: Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte sozialer Wohnungsbau eine zentrale Rolle, später wurden jedoch viele Sozialwohnungen privatisiert oder fielen aus der Bindung. Gleichzeitig stiegen Bodenpreise, Mieten und der Druck auf Städte wie Berlin, München oder Hamburg weiter an. Wer wenig verdient, konkurriert besonders um bezahlbare Wohnungen. Das betrifft nicht nur Menschen mit geringem Einkommen, sondern auch junge Erwachsene, Alleinerziehende, wohnungslose Haushalte, Menschen mit Behinderung und Frauen in Gewaltsituationen. Das alles macht Wohnen zu einer zentralen Gerechtigkeitsfrage unserer Zeit.
Wir sprechen mit
- Christine Hannemann, Soziologin und Professorin für Architektur- und Wohnsoziologie an der Universität Stuttgart
- Chris Vielhaus, Autor für Wirtschaft und Soziales bei Perspective Daily
- Franziska Eichstädt-Bohlig, Stadtplanerin und Politikerin bei Bündnis 90/Die Grünen
Artikel bei Perspective Daily
- Diese 3 Projekte aus Berlin zeigen, wie alternatives Wohnen aussehen kann
- Wohnen ist in Deutschland Luxus. Das war nicht immer so
- Sieht so der Traum vom neuen Wohnen aus?
- 6 Wege aus dem Mietenwahnsinn: So bleibt Wohnen bezahlbar
- Du wohnst zur Miete? Mit dieser Idee könnte die Wohnung trotzdem bald dir gehören
Transkript anzeigen
00:00:01: Haus eins und Perspektiv daily präsentieren, Wind und Wurzeln.
00:00:05: Also wenn meine Lebenssituation ist dass ich durch das Wohnen belastet werde in irgendeiner Form, dass es nicht gut gestaltet ist dann denke ich is die Bereitschaft sich einzubringen in eine demokratisch verfasste Gesellschaft gering.
00:00:20: ist eine der wichtigsten Grundlagen für unseren Alltag, unser Leben.
00:00:23: Und Wohnen ist – dazu haben wir gerade die Soziologin Christine Hannemann gehört – auch die Basis dafür, dass wir uns gesellschaftlich einbringen können.
00:00:32: Darum wollen wir uns das Thema in dieser Folge mal
00:00:34: anschauen.".
00:00:49: Das war Rosbeta Heri von der Initiative Deutsche Wohnen und Co.
00:00:53: Enteignen.
00:00:54: Die Initiative hat vor Vier-Einhalb Jahren in Berlin einen Volksentscheid gewonnen.
00:00:58: Der Ausschnitt, den wir eben gehört haben wurde bei der Wahlpartie aufgenommen als klar war Ja!
00:01:04: Wir haben es geschafft.
00:01:06: Und worum ging es genau?
00:01:07: Private provideorientierte Immobiliengesellschaften die mehr als dreitausend Wohnungen in Berlin besitzen sollen vergesellschaftet werden.
00:01:16: Das bedeutet, dass ihre Wohnungsbestände ins Gemeindeigentum überführt werden und dann unter demokratischer Beteiligung von Stadtgesellschaft, Mieterinnen, Beschäftigten und Senat verwaltet werden.
00:01:29: So weit die Forderungen!
00:01:30: Rund neunfünfzig Prozent der WählerInnen in Berlin fanden das eine gute Idee – weil es hier um ein Thema geht, das aus dem Alltag vieler Menschen in deutschen Großstädten gar nicht mehr wegzudenken ist….
00:01:41: Wohnungsmangel In Deutschland fehlen rund fünfhundertfünfzigtausend Wohnungen.
00:01:48: Das sind fünfundfünfzichttausende Singles, Paare oder Familien die nichts finden oder die sich die Wohnungen, die es gibt einfach nicht leisten
00:01:58: können.
00:01:59: Das ist im Grunde eine ganze Großstadt von bezahlbarem Wohnraum, die da fehlt und damit willkommen bei Wind & Wurzeln!
00:02:08: Hey wie geht's euch?
00:02:10: Macht euch ein Tee, sucht euch ein gemütliches Plätzchen.
00:02:13: Wir sprechen heute übers Wohnen!
00:02:31: Bevor wir richtig anfangen einmal kurz zur Erinnerung unser Podcast ist und bleibt werbefrei.
00:02:36: darum brauchen wir eure Unterstützung.
00:02:38: wenn ihr uns also gern hört und deshalb ein bisschen unter die Arme greifen wollt dann schaut mal in die Show Notes.
00:02:44: da findet ihr verschiedene Möglichkeiten wie das geht.
00:02:46: eine Sache möchte ich gerne noch zur letzten Folge ergänzen bevor ganz ins Wohnen vertiefen.
00:02:52: In der letzten Folge haben wir ja über Social Media gesprochen und wir von Aula haben dazu eine Umfrage unter tausend Jugendlichen gemacht, mit offenen Antworten zu, was findet ihr gut an Social Media?
00:03:02: Was findet ihr schlecht?
00:03:04: Wie würde eure perfekte Social-Media-Plattform aussehen.
00:03:08: Ihr habt geholfen diese Umfrage zu verbreiten und die Ergebnisse sind richtig interessant weil die Jugendlichen total reflektiert sind.
00:03:15: sie erkennen die Suchtgefahr von Social Media ganz klar und sehen alle Schattenseiten aber Sie sehen auch Vorteile und die Möglichkeit zur Verbindung Teilhabe Informiertheit und Lernen.
00:03:27: Für Social Media, wie es jetzt ist, hätten die meisten tatsächlich gern ein Mindestalter.
00:03:32: Aber sie haben auch angegeben was verbessert werden müsste damit Social Media für Jugendliche funktioniert.
00:03:37: also keine suchtfördernden Mechanismen bessere Moderation mehr Sicherheit und Filterung von Fakes Und das könnten wir auch angehen.
00:03:45: da würden ja dann auch die Erwachsenen von Profitieren.
00:03:48: Ich verlinke euch die Ergebnisse der Studie in den Show Notes.
00:03:56: Jetzt aber zur Wohnungssuche ein Thema, das ungefähr genauso einen schlechten Ruf hat wie Social Media.
00:04:03: Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber Gespräche über Wohnungssuchen sind ziemliche Stimmungskiller – zumindest
00:04:09: in der Stadt!
00:04:10: Sie machen einfach keinen Spaß weil so viele Menschen die Suche als hoffnungslos empfinden.
00:04:15: und wenn Menschen doch eine Wohnung finden dann hatten sie irgendwie entweder riesenglück Oder haben schmerzhafte Zugeständnisse bei der Miete gemacht oder sind viel weiter heraus aus der Stadt gezogen, als sie eigentlich wollten.
00:04:28: Ich selber bin schon sehr viel umgezogen.
00:04:30: Ich kann mein Leid klagen.
00:04:32: Ich habe zuerst auf Sozialhilfe gelebt und da durften wir keine Wohnung haben die ein Zimmer zuviel hatte nachdem mein Vater ausgezogen ist.
00:04:40: Und jetzt gerade musste ich eine Wohnung finden, die in Bahnhofsnähe ist aber auch barrierefrei ist und das ist ein ganzer Alptraum in sich.
00:04:50: Ich bin also eine dieser Personen, die Riesenglück hatte aber auch in einen sehr sauren Apfel beißen musste was Miete betrifft.
00:04:57: Aber was soll man machen?
00:04:59: Wir werden in dieser Folge übrigens noch viel über das Wohnen in der Stadt sprechen.
00:05:04: Das liegt einfach daran dass der Wohnungsmarkt in großen Städten besonders unter Druck ist und dass der Fokus immer mal wieder auf Berlin liegt hat auch damit zu tun dass die vergangenen Jahrzehnte auf dem Wohnungs Markt dort wirklich extrem waren.
00:05:17: Und das sage ich als Münsteranerin Auch wenn sehr viele Menschen in größeren Städten das wahrscheinlich spontan nachfühlen können, es gibt nicht bloß anektotische Evidenz dafür dass es auf dem Wohnungsmarkt irgendwas schiefläuft.
00:05:31: Und wohnen ist ja auch nicht nur ein deprimierendes Thema mit halb Fremden bei irgendwelchen Geburtstagsfeiern manchmal auch das sondern wohnend ist ein menschenrecht.
00:05:43: Das steht in Artikel elf des Sozialpakts der Vereinten Nationen, den Deutschland dreiundsebzig ratifiziert hat.
00:05:49: Da ist es so formuliert als Recht eines jeden Menschen auf einen angemessenen Lebensstand für sich und seine Familie einschließlich ausreichende Ernährung Bekleidung und Unterbringungen sowie auf eine stetige Verbesserung der Lebensbedingungen.
00:06:05: dazu haben sich die Mitgliedstaaten sechsundsechzig verpflichtet.
00:06:08: Der UN Sozialpakt legt auch fest was zu einer angemessenen Unterkunft gehört.
00:06:14: Und ich trage das mal ein bisschen vereinfacht vor, erstmal geht es um Sicherheit zum Beispiel durch einen Mietvertrag.
00:06:22: man muss Zugang haben zu Trinkwasser und Energie.
00:06:25: dann sollte man sich den Wohnraum natürlich leisten können.
00:06:29: Auch wichtig, dass es nicht zu heiß oder kalt im Wohnraum ist und auch nicht reinregnet.
00:06:34: Dass es einen diskriminierungsfreien Zugang zur Wohnraum gibt und das zum Beispiel eine Schule und eine Apotheke in der Nähe sind.
00:06:42: Außerdem sollte der Wohnraum zu meiner Kultur passen was zum Beispiel an Baumaterialien- und Raumaufteilung festgemacht wird.
00:06:50: Klingt für mich jetzt erstmal alles richtig und wichtig nur daß dieses Menschenrecht eben nicht umgesetzt Auch in Deutschland nicht.
00:06:59: Die damalige Bauministerin Clara Geiewitz hat Zweiundzwanzig gesagt, es gibt in unserem Land viele die ihr Menschenrecht auf Wohnen nicht in Anspruch nehmen können.
00:07:10: Dafür müssten die entsprechenden Angebote natürlich da sein!
00:07:15: Schauen wir noch mal nach Berlin.
00:07:16: Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Bauen und Wohnen gibt jedes Jahr ihren sogenannten Wohnraum-Bedarfsbericht heraus, da steht drin berliner Haushalte müssen Dreiundzwanzig auf Wohnungssuche im Mittel fast doppelt so viel Miete pro Quadratmeter aufbringen wie Personen in bestehenden Mietverhältnissen also plus fünfundneinzig Komma.
00:07:37: vier Prozent.
00:07:38: München Hamburg und Leipzig liegen mit Abstand dahinter.
00:07:42: Diese Situation macht Wohnungswechsel gerade in Berlin finanziell für viele richtig schwierig.
00:07:48: Außerdem zeigt der Bericht, dass – klar!
00:07:51: – vulnerable Gruppen besonders von der Wohnungsknappheit betroffen sind.
00:07:55: Es gibt eine Versorgungslücke von siebenundfünfzig tausend barrierefreien oder barrierenarmen Wohnungen — dies hat die Erzählerin am eigenen Leib erlebt — rund viertausend einhundert junge Menschen aus betreuten Hilfsangeboten werden perspektivisch Wohnraum suchen ohne ein stabiles Elternhaus, in das sie notfalls zurück können.
00:08:15: Es gibt im Moment fast fünfunddreißigtausend wohnungslose Haushalte mit und ohne Flucht hintergrund.
00:08:21: Menschen mit Behinderung könnten theoretisch aus Betreuungsangeboten entlassen werden und eigene Wohnungen beziehen.
00:08:28: wenn es die denn gäbe Dann könnten wiederum andere Menschen diese Plätze in den Betreuingsangeboten bekommen.
00:08:36: Rund eineinthausend dreihundert Menschen werden jährlich aus der Haft entlassen und haben keine Wohnung.
00:08:42: Der Bericht geht auch auf die Situation in Frauenhäusern für gewaltbetroffene Frauen ein, dort sind die Plätze knapp.
00:08:50: Ich habe mal nachgeguckt – Die Hotline der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen muss bis zu vierhundertmal im Monat schutzsuchende Frauen abweisen!
00:08:59: Das ist nur Berlin….
00:09:00: Was der Bericht aber nicht erklärt, der angespannte Wohnungsmarkt führt auch dazu dass Plätze im Frauenhaus belegt bleiben weil die Frauen keine Wohnung für den Neuanfang finden.
00:09:11: Und ganz grundsätzlich unabhängig vom Angebot der Frauenhäuser es ist sehr schwer sich aus einer gewaltvollen Beziehung zu lösen wenn man keine neue Wohnung findet!
00:09:21: Insgesamt eine ziemlich blöde Situation Zu wenig Wohnungen und vor allem zu wenig bezahlbare Wohnungen.
00:09:29: nochmal zur Erinnerung
00:09:36: Das sind vor allem so Wohnungen, die pro Quadratmeter Kaltmiete so sechs bis zehn Euro kosten.
00:09:42: Für jemanden wie mich der in Münster wohnt sieht das schon jetzt utopische Zahlen von dem man nur träumen kann.
00:09:47: aber darum geht es halt hauptsächlich Leute die genug Geld und ein großes Einkommen haben, die haben eigentlich nicht so ein großes Problem damit eine Wohnung zu finden außer natürlich wir reden jetzt von München Hamburg Berlin.
00:09:58: Das
00:09:59: ist unser geliebter Chris Vielhaus von Perspektive Daily.
00:10:01: Ihr kennt ihn schon aus den Folgen zu steuern und Gesundheitssystem, er hat sich in den letzten Jahren immer wieder mit dem Thema Wohnen
00:10:08: beschäftigt.".
00:10:09: Der Punkt ist einfach dass es sehr viele Menschen gibt die gerade um diesen bezahlbaren Wohnraum konkurrieren.
00:10:15: das heißt dieser berühmte Satz Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander ist halt nach wie vor leider sehr wahr und deswegen ist diese Entwicklung so, dass umso weiter die Schere auseinandergeht in den letzten Jahrzehnten.
00:10:28: Umso mehr Menschen finden sich halt sage ich mal unten von der Mitte wieder und konkurrieren.
00:10:32: eben genau diese Wohnungen, die halt in diesem Preisbereich angesiedelt sind.
00:10:37: und deswegen das Wohnproblem auch auf jeden Fall ein Ungleichheitsproblem.
00:10:42: Zwei Millionen neue Wohnungen bräuchte es bis zu zwei Tausend Dreißig im Idealfall, sogenannte Sozialwohnungen bei denen die Preise gedeckelt sind und die gezielt an Menschen mit geringen Einkommen vergeben werden.
00:10:54: Das lief In Deutschland historisch übrigens schon mal viel besser.
00:10:58: Nach dem Zweiten Weltkrieg hat man sich ziemlich reingehängt, ihr könnt euch gut vorstellen dass das dringend notwendig war weil soviel Wohnraum durch den Krieg zerstört war.
00:11:07: und da waren natürlich viele Jahre und Jahrzehnte ein ganz ganz elementares Thema wie bauen wir wieder auf?
00:11:13: Wie stellen überhaupt Wohnraumleuten zur Verfügung?
00:11:17: Dass die halt einfach einen Dach übern Kopf haben ganz trocken gesagt.
00:11:20: und das halt im großen Stil weil eben die Zerstörung so groß war.
00:11:24: Und das war wirklich ein Thema, das war dann von nirgendsundfünfjahrzig an.
00:11:28: Wirklich bis in die siebziger und achtziger Jahre hinein.
00:11:31: Wirklich virulent!
00:11:34: In den Siebzigern und Achtziger Jahren muss man sagen dass die Politik da so weit war, dass sich das Problem langsam entschärft hat.
00:11:41: Wie haben wir das gemacht?
00:11:43: Die Hauptsäule war der soziale Wohnungsbau.
00:11:46: Muss man ganz klar so sagen, dass halt wirklich der Staat dafür gesorgt hat Menschen, ihr Menschenrecht auf Wohnen sozusagen auch wirklich realisieren können.
00:11:56: Das wurden einfach ganz massiv unter staatlichem Plan wenn man so will Sozialwohnungen gebaut.
00:12:02: und nineteenhundertneunzig war das dann so dass die bundesrepublik da drei millionen sozial wohnungen hatte.
00:12:11: Und da war es dann wirklich so dass sie alle gesagt haben bis zu diesem punkt okay jetzt haben wir das problem langsam im griff.
00:12:16: sprung ins heute.
00:12:28: Das liegt daran, dass in Sozialwohnungen nicht mehr so viel investiert wird.
00:12:32: Und auch daran, dass immer mehr von diesen Wohnungen aus der Sozialbindung fallen.
00:12:37: Nach einer gewissen Zeitspanne – das sind oft dreißig Jahre – sind Sozialwohnungen nämlich auf einmal keine Sozialwohnungen mehr.
00:12:44: Sie können dann frei am Markt vermietet werden und im Moment fallen jährlich mehr Wohnungen raus als neue entstehen.
00:12:53: In den Neunzigern hatte man aber noch so viele davon, dass man gedacht hat das reicht jetzt erst mal mit den Sozialwohnungen.
00:12:59: Und in dieser Zeit kam dann ja noch aus heutiger Sicht erschwerend hinzu, dass so der neoliberale Zeitgeist, das heißt privatisieren und deregulieren da schon sehr stark an Fahrt aufgenommen hat.
00:13:10: Das heißt die Politik hat damals wirklich so die Zügel locker gelassen und hat vermieternd vor Einhalt auch diesen Immobilienkonzernen, die wir heute kennen um die größten Eimer zu nennen, Wonovia, Deutsche Wohnen, LEG.
00:13:23: Dass die da halt nach und nach und verstärkt dann auch in den Zweitausenden halt auf dem Markt gedrängt sind und gesagt haben okay ihr habt ja ganz viele schöne Wohnungen, da haben wir Interesse daran die zu kaufen.
00:13:34: Und das hat der Politik zu der Zeit natürlich auch ganz gut in den Kran gepasst weil damals war es auch schon so dass man darüber geredet hat Kassen des Staates leer waren und Kommunen pleite waren.
00:13:46: Und da hat man halt gedacht, wir haben ja diese ganzen Wohnungen und da gibt es jetzt Konzerne die wollen die kaufen im großer Stückzahl und damit können wir dann mal unsere Staatskasse sozusagen sanieren.
00:13:57: Es wurden also jede Menge Sozialwohnungen verkauft oft für wirklich niedrige Preise.
00:14:03: Dadurch sind dem Staat sehr viele Wohnungen mit Preisbindung verloren gegangen und die werden jetzt von den Immobilienkonzernen viel teurer vermietet.
00:14:12: Der Markt ist explodiert, und die Städte haben Einnahmequellen verloren – aber wie konnte man sich da so verschätzen?
00:14:19: Gerade in den zweitausender Jahren hat man noch gesagt ja bis zum Jahr im Jahr zwei Tausend Dreißig waren damals die Berechnung werden nur noch so fünfzebzig Millionen Menschen in Deutschland leben vielleicht sogar weniger.
00:14:30: und mit diesem Prognosen hat man halt gearbeitet.
00:14:32: Und wer sich heute jetzt unsere Bevölkerungszahl anguckt, aktuell sind wir ungefähr bei dreiundachtzig Komma sechs Millionen Menschen die in Deutschland leben.
00:14:41: Das heißt es leben hierbei uns so viele Menschen wie noch nie zuvor also das genaue Gegenteil von dem was prognostiziert wurde.
00:14:48: Es sind nochmal ein paar Millionen dazu gekommen statt viele weggefallen und dass ist natürlich eine Entwicklung wo man einfach sagen muss das hatte man da nicht aufm Schirm.
00:14:56: Dazu kommt noch ne andere Entwicklung die den Wohnungsmarkt belastet nämlich dass wir tendenziell Mehr Quadratmeter Wohnraum pro Kopf leben.
00:15:05: Manche Menschen haben allein extrem viel Platz, in Göttingen werden ungefähr die Hälfte aller ein und zwei Familienhäuser von nur einer oder zwei Personen bewohnt.
00:15:17: Das kann man kritisieren aber in manchen Fällen hat eben auch das wieder mit dem Wohnungsmarkt zu tun.
00:15:23: Typisches Szenario alle Kinder sind ausgezogen Die Eltern bleiben in der Wohnung alleine Und jetzt ist sie eigentlich so groß.
00:15:31: Es ist sehr wahrscheinlich, dass viele Menschen ja trotzdem bereit dazu wären eine kleinere Wohnung zu ziehen.
00:15:37: Aber es ist ein reales Problem das die Mietverträge dann ja oft noch älter sind und diese Menschen halt noch eine recht bezahlbare Wohnung haben und vor allen Dingen, dass es halt keine Alternativen gibt, die ebenfalls bezahlbar und kleiner werden.
00:15:49: Klar, wer würde in eine kleinere Wohnung ziehen und dafür mehr Geld bezahlen als lieber in der Wohnung bleiben die man kennt und schätzt?
00:15:57: Korrektiv und die ARD haben zusammen mit dem Deutschen Mieterbund gerade eine große Umfrage zum Thema Wohnen gemacht.
00:16:03: Die ist zwar nicht repräsentativ aber trotzdem spannend – da sagen siebenundvierzig Prozent der Befragten das Sie gerne umziehen würden sich aber wegen der hohen Mieten nicht trauen!
00:16:13: So entsteht der sogenannte Lock-in-Effekt also ein Gefühl des Eingeschlossens sein….
00:16:19: Bei der Befragung kam auch raus, dass Menschen zwischen fünfundzwanzig und vierundvierzig im Schnitt fast vierund zwanzig Quadratmeter weniger Wohnraum pro Person zur Verfügung haben als Menschen über fünfundsechzig.
00:16:38: Was ist Wohnen?
00:16:39: Wohnen ist unsere Hauptdarseinssituation.
00:16:42: Das ist die exakt soziale Grundsituation, von der wir ausgehen, jeder muss wohnen und natürlich kann ich auch im Hotel oder weiß ich Wohnwagen auf dem Campingplatz leben.
00:16:53: aber das ist ja auch eine Form von Wohnen
00:16:55: Die allermeisten Menschen wohnend irgendwo.
00:16:58: Aber was wir genau unter Wohnen verstehen welche Erwartungen wie ans Wohnen stellen.
00:17:04: das wandelt sich natürlich.
00:17:06: Christine Hahnemann ist Professorin für Architektur und Wohnsoziologie.
00:17:11: Sie forscht also dazu, welche Rolle Wohnen in unserer Gesellschaft spielt?
00:17:15: Wir sind als Wesen darauf angewiesen zu wohnen und dazu kommt natürlich auch dass wir immer sozial eingebettet wohnn.
00:17:25: Insofern wohnend widerspiegelt eigentlich so den ja hört sich ein bisschen dramatisch an aber den Zivilisationenstand unserer Gesellschaft.
00:17:34: Wir wissen vielleicht, was wir bei der Wohnungssuche für Wünsche haben.
00:17:38: Ein Balkon, Südseite ein Fahrstuhl sowas und auch solche Sachen wie Sonnenlicht und ein sicherer Mietvertrag sind tatsächlich Faktoren die unser Wohnen besser machen.
00:17:49: aber sind die Wohnungen die es in Deutschland so gibt eigentlich gut an unsere Bedürfnisse angepasst?
00:17:55: Das kann ich erst mal mit Ja beantworten.
00:17:57: Womit will ich es vergleichen, mit Wohnverhältnissen auf dem Mars oder in Bangladesch?
00:18:01: Nein!
00:18:01: Ich nehme natürlich die deutsche Wohnsituation und da haben wir eine qualitativ sehr hochwertige Wohnsitution was Sicherheit anbelangt, was Ausstattung anbelankt von der Technik her auch von den anderen ganzen Brandschutz und sonstigen Standards.
00:18:17: Aber was wir halt nicht haben, ist eine Flexibilität in den Bodungsangeboten.
00:18:21: Wir haben im Prinzip im wesentlichen ein Modell Wohnzimmer, Schlafzimmer Kinderzimmer Küche Bad Flur und da ist die Variation Miete oder Eigentum.
00:18:31: mehr ist nicht.
00:18:32: Natürlich gibt es andere Wohnformen, aber die sind schwer erreichbar.
00:18:36: Die sind viel zu wenig und also ... Es gibt immer wieder Studien, die zeigen aktuell eine Hamburger Studie.
00:18:43: Da haben in den Prozent der Leute, die da befragt wurden, Interesse an gemeinschaftlichen Wohnforms.
00:18:50: Wir sind natürlich ziemlich daran gewöhnt, dass man als Paar oder Familie eben auch allein seine eigene Küche hat.
00:18:56: Und gemeinschaftliches Wohnen, das klingt immer ein bisschen wild!
00:19:01: Es ist auch nicht für jeden etwas.
00:19:03: Natürlich, wenn ich über gemeinschaftliche Wohnform spreche dann meine ich natürlich nicht dass jetzt alle in Zukunft zu wohnen sollen.
00:19:09: das bleibt nach wie vor auch so zu logisch relevant eine individuelle Entscheidung darüber wie ich denn wohne.
00:19:16: aber wenn ich das möchte darum geht es mir dann finde ich so wenig Angebote dazu.
00:19:22: Gerade Menschen in höheren Alter überlegen sich ja sehr oft, ob sie weiter alleine leben wollen oder ob sie sich zu... In irgendeiner Form.
00:19:30: Ich würde auch nicht von Kollektiven sprechen oder Kommune eins oder weiß ich was da alles so noch bekannt ist.
00:19:36: Es geht um Gemeinschaftlichkeit trotz Individualität und dazu zum Beispiel auch wieder ein Wandel des Wohnens.
00:19:43: Gibt es eine Grundrissentwicklung, also von dem Grundrissen, von dem ich bisher gesprochen habe mit Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Kinderzimmer und Küchebad Flur?
00:19:51: Das wäre dann der Flurgundriss.
00:19:53: Also ich hab einen langen Schlauch oder ich hab irgendeine Form vom zentralen Raum und davon gehen die bestimmte Türen ab zu bestimmten Räumen und sind nach Funktionen aufgeteilt.
00:20:04: Jetzt gibt es die sogenannten Clustergrundrisse oder Satellitenwohnungen auch Wo mehrere Wohnkapseln, also ein Zimmer mit dem Bad zusammen geschlossen sind um einen zentralen Raum und um weitere zentrale Räume wie ein gemeinschaftliches Wannenbad oder ähnliches.
00:20:22: Oder eine gemeinschaftliche Küche.
00:20:23: Denn damit könnte wohnen noch viel besser an unser Leben angepasst sein wenn nicht jede und jeder mit der kleinen Familie in seiner eigenen Küche sitzt oder alleine erziehend.
00:20:33: hier
00:20:34: ist vor allen Dingen das Interesse zum Beispiel, wenn ich Kinder habe in Wohnsituationen zu leben die mehr Gemeinschaftlichkeit ermöglichen.
00:20:42: Ich meine da war diese Covid-Pandemie wirklich ein wunderbares Beispiel dafür.
00:20:48: mit anderen Lebenskonstellationen wäre das für viele leichter ertragbar gewesen gerade mit Leuten und kleinen Kindern.
00:20:54: wie immer wenn man sich das zum Beispiel besser teilen
00:20:58: kann.
00:21:00: Das Statistische Bundesamt hat Zweiundzwanzig erhoben, wie wir in Deutschland so im Durchschnitt unsere Zeit verbringen.
00:21:06: Und dabei kam heraus Frauen machen im Schnitt knapp dreizehn Stunden Hausarbeit in der Woche also Kochen Putzen Wäsche und so weiter.
00:21:15: bei Männern ist das nur halb so viel Zeit.
00:21:18: unser Wohnort ist also gerade für Frauen immer auch ein Arbeitsort Für unbezahlte Arbeit.
00:21:24: Durch die ganze reproduktive Arbeit, die es dafür braucht kann Wohnen auch eine richtige Belastung sein.
00:21:30: Machen Sie das alles gerne?
00:21:32: Deswegen!
00:21:34: Ich finde ist ein großer Last und meine Strategie ist eben auch so wenig Wohnfläche wie möglich Und eine Wohnsituation, die auch so ist dass ich in einer halben Stunde alles geputzt habe.
00:21:45: Aber ich hab natürlich auch hohe Ansprüche!
00:21:48: Auch solche Aufgaben könnte man sich im gemeinschaftlichen Wohnen nochmal anders aufteilen
00:21:53: und Gemeinschaftliches
00:21:54: wohnen würde einem ganz anderen gesellschaftlichem Problem entgegenwirken der Einsamkeit.
00:21:59: und siebzehn Millionen Menschen in Deutschland leben allein
00:22:03: tendenz steigend.
00:22:04: Und natürlich ist es ein Riesenprivileg, wie viel Platz wir heutzutage in unseren Wohnungen haben.
00:22:10: Dass viele Menschen sich dafür entscheiden können allein zu wohnen.
00:22:14: Nicht jeder der alleine wohnt ist einsam und andersrum gibt es Einsamkeit auch wenn ich mitten unter Leuten bin.
00:22:21: Trotzdem unser Wohnen
00:22:23: hat
00:22:24: viel mit Einsamkeiten zu tun.
00:22:26: Das Maß in dem unsere Wohnungen größer um luxuriöser und privater werden In diesem Maße wird uns die Straße, die Gesellschaft der gemeinschaftliche Raum oft
00:22:37: fremd.
00:22:38: Als Soziologin betrachte ich das als eine problematische Situation weil es ja Wohnform sind die Einsamkeit befördern Und ich weiß nicht, wie weit Sie das verfolgen.
00:22:51: Aber Einsamkeit ist ja ein großes zentrales Thema was auch politisch gerade sehr stark versucht wird Angebot zu machen.
00:23:00: mit dem Schwarzbänkle oder in Berlin-Reinigendorf gibt es eine einsamkeitsbare Auftragte und es gibt entsprechende Studien für Deutschland des Einsatzbarometer Aber es wird das Wohnen nicht betrachtet.
00:23:14: Also wenn überhaupt Wohnen da eine Rolle spielt, dann auf der Stadtteil-Ebene ob es Angebote gibt wie, weiß ich nach Familiencafé, Nachbarschaftstreff oder ähnliche Angebote aber dass unsere Wohlenform dazu führt, dass wir einsam sind.
00:23:30: Das wird in dieser ganzen Betrachtungsweise bisher nicht einbezogen.
00:23:35: Und ich stehe auch dafür zu sagen, wenn wir wirklich an das Thema Vereinzelung und Singularisierung dazu heran wollen, dann müssen wir unsere Bohnen vom
00:23:45: ändern.".
00:23:46: Vor allem wenn wir perspektivisch immer mehr alte Menschen in unserer Bevölkerung haben.
00:23:50: Darauf sind wir, auch was das Wohnen angeht überhaupt nicht vorbereitet.
00:23:54: Das sehe ich bisher gar nicht aber die Menschen hier sind erfinderig.
00:23:58: Die Altersgruppen, die jetzt in das höhere Alter kommen haben ja ganz andere Erfahrungen gemacht, Friedensbewegung und Frauenbewegungen weiß ich was wo eben Selbstwirksamkeit sehr stark war und insofern bin ich da relativ optimistisch.
00:24:14: Also oder gelassen optimistisch, dass da sehr viel weiter entstehen wird.
00:24:19: Wer Neues auch entstehen würde, weil eins kann ich sagen von der Politik würde ich da nichts
00:24:24: erwarten.".
00:24:25: Und trotzdem das sich wohnen immer wandelt?
00:24:28: Das steht für Christine Hannemann außer Frage.
00:24:30: Nehmen Sie es ein von mir in Haus!
00:24:32: Das war das Hauptförderungsmodell des sozialen Wohnungspolitik gerade in den Sechziger und siebziger Jahren.
00:24:39: Und heute wird es durchaus kritisch hinterfragt, ob das denn richtig ist mit Pendlerpauschale Baukindergeld.
00:24:46: Versiegelungen von Ackerflächen – ob das noch das richtige Modell ist?
00:24:51: Ich sage natürlich nein!
00:24:52: Ist ja klar für das zukünftige Wohnen.
00:24:54: Das heißt nicht, dass ein Familienhaus schlecht ist aber die Konstellation geht.
00:25:00: Also in welchem Rahmen dieser Art des Wohnens ihm gefördert und auf welchen Schultern?
00:25:05: weil die Infrastrukturfinanzierung erfolgt von der Allgemeinheit.
00:25:09: Das wird ja nicht von den Leuten getragen, da können die nichts für.
00:25:13: Das sind auch politische Entscheidungen wie etwas finanziert
00:25:17: wird.".
00:25:18: Und da wird jetzt sehr darüber diskutiert.
00:25:21: Es ist ja auch ein starker Zeichen von Wandel, das fette.
00:25:25: vor dreißig Jahren hätte das niemand in der Form infrage bestellt.
00:25:29: und dieser wandel wird weitergehen.
00:25:31: eins weiß ich schon sehr genau es ist unglaublich wie schnell sich die dinge wandeln und wenn sie sich anschauen wir die menschen zur letzten jahrhundert werden also zur kaiserzeit geworden gewohnt haben wie sie in den dreißiger jahren gewohnten Wie sie in den Fünfziger Jahren gewohnt haben, in den Siebzigern und wie wir jetzt wohnt.
00:25:52: Das ist schon... Denken Sie einfach als Beispiel ganz schnelles Beispiel in den obersten Etagen zu wohnen und am Dach zu wohnen war mal eine Notwendigkeit für Menschen die viel zu wenig Geld hatten um Wohnen zu bezahlen.
00:26:07: das waren die prekärsten Wohnverhältnisse die es gab Und am dach kälte Sonne nicht isoliert und so weiter.
00:26:13: Heute ist es Penthauswohn Und eine Wohnung in der Dachetage, mit einer Dachterrasse ist für viele ersträbenswert.
00:26:21: Das sind keine Hundert Jahre, wo sich das so verändert hat.
00:26:24: Doch die werden schon gucken und denken krass wie sie da gewohnt
00:26:27: haben.".
00:26:32: Noch mal zurück zu der Initiative Deutsche Wohnen & Co.
00:26:35: Enteignen vom Anfang der Folge.
00:26:37: Die hat ja den Volksentscheid gewonnen.
00:26:41: Aber was heißt das genau?
00:26:43: Werden in Berlin nun wirklich die Unternehmen vergesellschafted?
00:26:47: Bisher nicht.
00:26:48: Berlin hat zwar eine Kommission eingesetzt, die die Vorschläge prüft – dann hat der Berliner Senat einen Entwurf für ein Vergesellschaftungsrahmengesetz vorgestellt.
00:26:59: Der hat der Initiative so schlecht gefallen, dass sie einen eigenen Gesetzentwurf vorgestellt haben.
00:27:06: Über den müsste es jetzt wieder einen neuen Volksentscheid geben.
00:27:11: Wirklich beeindruckt hat die Abstimmung von XXI die Berliner Politik wohl nicht!
00:27:16: Das Thema Wohnen wird von der Politik generell ziemlich nachlässig
00:27:19: behandelt.
00:27:20: In ihrem letzten Wahlkampf hat die Linke das Thema zwar richtig großgezogen und damit dann auch total erfolgreich, aber dass politische und öffentliche Interesse für das Thema ist nicht so groß wie es eigentlich sein müsste – immer dominieren irgendwelche anderen Themen die Debatten.
00:27:42: Und überhaupt so jemand wie Sie, ich interessiere mich dafür.
00:27:46: Das ist ein Ereignis, das ist so selten selbst bis
00:27:50: heute.".
00:27:50: Das ist Franziska Eichstedt-Bolig – sie ist Stadtplanerin und grünen Politikerin und beschäftigt sich seit fünfzig Jahren mit den Themen Bauen und Wohnen.
00:28:16: Das Gesetz hat so funktioniert.
00:28:18: Wohnungsunternehmen haben sich verpflichtet, Wohnraum anzubieten bei denen die Miete im Sinne der Gemeinnützigkeit gedeckelt war.
00:28:27: Es durften nur vier Prozent der Gewinne an das Unternehmen ausgeschüttet werden.
00:28:32: Wenn diese und einige weitere Kriterien der Gemeinnützigkeit erfüllt waren, dann hat das Wohnungsunternehmen massive Steuervorteile bekommen – und das hat sehr gut funktioniert, sehe drei Millionen Sozialwohnungen!
00:28:47: Das ist eine der seltenen Gelegenheiten wo man echt mal sagen muss, früher war es wirklich besser… zumindest was das Wohnen angeht.
00:28:56: Blöd nur, unter Helmut Kohl wurde die Wohngemeinnützigkeit dann erst mal abgeschafft.
00:29:01: Und mit der Abschaffung waren die Mieter dann eben der freien Marktentwicklung und der Mietspiegel-Entwicklung dann ausgesetzt – und der Druck ist immer stärker gestiegen in Richtung Mietssteigerung.
00:29:12: Die Immobilienkonzerne traten auf den Plan.
00:29:14: Das war es der damalige SPD-Minister und Fraktionsvorsitzende Münter Fähren, die Heuschrecken nannte.
00:29:23: Das heißt also, diese finanzmarktorientierten Investoren sind immer mehr eingedrungen insbesondere nach der Finanzmarkkrise und Euro-Krise in die Wohnungsmärkte.
00:29:35: Weil sie beim Bürobau und Einzelhandel immer weniger Geld verdienen konnten.
00:29:42: Und insofern sind es Gesundheitswesen Krankenhäuserpflege heimelt, teilweise auch Arztpraxen auf der einen.
00:29:49: Und das Wohnungswesen insbesondere ein lukrativer Markt geworden immer mit dem Druck man kann ja die Mieten steigern.
00:29:56: Ein erster Hebel um den zu begegnen wäre das Mietrecht.
00:30:00: Das Mieterecht kann
00:30:02: da
00:30:03: deutlich mehr dämpfen und deckeln und Steigerungen reduzieren, als es das zurzeit tut.
00:30:11: Es gibt seit den Sechzehrjahren zwei wunderbare Wucherparagrafen.
00:30:15: Und das Wort Wucher-Paragraph wird von jedem Juristen der sich mit Mietrecht befasst ganz normal genutzt.
00:30:22: aber
00:30:23: da
00:30:24: müssen diese armen Mieter alles nachweisen ob es eine Wohnungsnot in der Stadt gibt oder nicht.
00:30:29: also die Ausführung ist so kompliziert dass die Mieter das scheuen, dieses Instrument überhaupt anzuwenden.
00:30:36: Weil sie gar nicht wissen was sie da finanziell riskieren wenn Sie sich mit Rechtsanwälten rumschlagen müssen um das zu beweisen warum dieser Eigentümer Ihnen ganz konkret zu hohe Mieten abverlangt.
00:30:50: und
00:30:51: diese ganzen Nöenzen sind so kompliziert.
00:30:54: Aber die Politik tut so, als würde mit einem Bauturbo und Baunbauen bauen das ganze Problem gelöst.
00:31:00: Und inzwischen merken die Berühr ist ganz konkret in ihrem Portemonnaie dass das von vorne bis hinten einfach nicht
00:31:07: stimmt."
00:31:17: dass gar keine Gewinne mehr ausgeschüttet werden dürfen.
00:31:20: Das, sagt der Berliner Mietverein ist dann auch wieder nicht sinnvoll – so fände man nämlich niemanden, der in gemeinnütziges Wohnen investieren will!
00:31:29: Und dann berichtet uns Franziska Eichstedt-Bohlig von einem weiteren Faktor, der die Mieten hochtreibt… Die Bodenpreise.
00:31:38: in dem Zuge der Globalisierung und Liberalisierung eben dieser Wohnungsmärkte, dass die Sorasan steigen.
00:31:51: Dass das also praktisch unbezahlbar ist?
00:31:55: Also wenn Sie eine heutige Wohnung bauen, jetzt sind ein Zwischen natürlich auch die Baupreise zusätzlich gestiegen dann haben sie zwischen drei und viertausend Euro Bauchosten jeden Quadratmeter immer gerechnet der Quadratmetern.
00:32:10: aber sie müssen auch mit Tja, also in so einer Stadt wie Berlin und München-Jungar mit ... ... oder zweitausend bis dreitausende Euro auf den Quadratmeter Wohnfläche.
00:32:26: Mit Bodenkosten, reinen Bodenkosten!
00:32:28: die rein hypothetisch gesteigert worden sind.
00:32:31: Das heißt, nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage sind auch Bodenpreise massiv gestiegen?
00:32:37: Also er muss natürlich einen gewissen Preis haben – das ist ja auch richtig!
00:32:41: Aber der Preis muss mit der Realwirtschaft durchschnittliche Bevölkerung an Einkommen hat, muss er auch bezahlbar sein.
00:32:53: Weil alle Menschen irgendwo Raum brauchen und sie brauchen Raum zum Gehen, zum Stehen, Zum Wohnen, zum Schlafen für ihre Arbeit, für die Schule, für Kinder usw.
00:33:05: Wir können nichts anderes als uns, wenn wir nicht gerade wie Astronauten um den Mond rumfliegen, brauchen wir tagtäglich alles.
00:33:16: Boden unter den Füßen.
00:33:18: Und wenn der immer teurer wird, wird das für die Kommune immer mehr zum Problem?
00:33:22: In ihrem aktuellen Buch plädiert Franziska Eichstedt-Bolig deshalb auch dafür, dass man Bodenpolitik immer mitdenkte, wenn es um die Schwierigkeiten auf dem Wohnungsmarkt
00:33:31: geht.
00:33:32: Was mich also beim Schreiben meines Buches selbst erstaunt hat... Ist das auf praktisch all diesen Ebenen, ob das das Bilanzrecht ist.
00:33:41: Ob es diese Bodenrichtwerte sind?
00:33:44: Ob das das Steuerrecht ist?
00:33:46: Es könnte so vieles sofort mit gesunden Menschenverstand und einer Art Werthaltung, die sagt wir wollen eben diese Gerechtigkeit zwischen den weniger verdienenden Menschengruppen und den Reichen.
00:34:01: Die wollen wir eigentlich in neuer Weise verankern und stabil machen.
00:34:06: Man könnte unheimlich viel morgen in ein Gesetz umsetzen, um das brauchbar zu machen für die Normalbevölkerung.
00:34:14: Und das Erste ist es Mietrecht, was einfach stringenter gestaltet werden muss.
00:34:19: Es darf nicht diese ganzen Schlupflöcher der Immobilienwirtschaft zu Liebe enthalten.
00:34:25: Da kann man politisch den Deckel draufmachen.
00:34:27: Punkt!
00:34:28: Und darum geht's und solange man das nicht will sondern immer wieder der immobilien wirtschaftlichen Lobby Hinterherrennt wird die Politik das nicht schaffen.
00:34:43: So, das war jetzt jede Menge Dinge über die man sich ärgern kann und auch viele Baustellen oder eher zu wenige wenn man es genau nimmt.
00:34:52: Wir wollen uns aber natürlich auch anschauen wie es besser gehen könnte Denn Es passieren ja Dinge.
00:34:58: In München ist zum Beispiel vor Kurzem ein neuer Oberbürgermeister gewählt worden, Dominik Krause von den Grünen.
00:35:06: Und der hat seinen Wahlkampf ganz explizit auf das Thema Wohnen gemünzt!
00:35:13: Und
00:35:24: damit hat Dominik Krause gewonnen.
00:35:26: Er hat angekündigt, sich um das Thema der Bodenpreise zu kümmern und leerstehende Büro- und Werbeflächen im Wohnraum umzumudeln.
00:35:33: Ob das jetzt alles so klappt?
00:35:35: Ist die nächste Frage!
00:35:37: Aber der Erfolg von Krause zeigt noch mal das Politik mit dem Thema.
00:35:43: Das ist ein
00:35:59: zentraler Punkt, weil die müssen natürlich so ähnlich wie beim Infrastrukturpaket jetzt für Bahn und Straßen.
00:36:05: Die müssen sich sicher sein, wenn wir jetzt hier Kapazitäten heranschaffen.
00:36:09: Wenn wir Personal einstellen dass es nicht nach vier Jahren dann wieder heißt ja jetzt machen was aber doch anders oder jetzt werden Gelder wieder gestrichen oder jetzt setzen mal ein anderes Programm auf.
00:36:19: also diese Mittel und langfristige Handlungsfähigkeit ist nicht nur beim Wohnen aber gerade auch da ein zentrales Problem glaube ich was wir in der Bundesrepublik haben und wo zu hoffen wäre
00:36:32: das
00:36:33: Es da halt einen überparteilichen Konsens gibt, dass diese Probleme... irgendwie angegangen werden.
00:36:38: Generell,
00:36:39: sagt Chris Vielhaus geht es dann gerade auf kommunaler Ebene eben doch oft ums Geld.
00:36:44: Zum Beispiel würden viele Experten in ein sogenanntes Vorkaufsrecht für Kommunen begrüßen das heißt wenn jetzt halt irgendwo ein Haus leer steht dass bevor es an private oder sogar an Investoren oder Kondlomerate verkauft wird dass die Kommunen das zuerst kaufen dürfen und sagen können ja okay wir brauchen hier den Wohnraum dem Bezahlbaren und wir machen dann hier bezahlbaren Wohnraum hin klingt erstmal gut wäre sicher auch sinnvoll jetzt das obligatorische.
00:37:09: aber wie wir wissen sind viele kommunia absolut pleite und wenn die das geld überhaupt nicht haben selbst wenn sie wollten da dann halt diese gebäude oder diese immobilien zu erwerben Dann hilft das natürlich nichts.
00:37:23: Das heißt so einfache lösungen gibt es halt leider nicht, aber man wenn man genau hinguckt dann kommt man halt auch hier wieder zu dem punkt dass man sagen muss Am ende ist ein problem was halt mit Föderalismus zu tun hat und wo man an Strukturreform heranmüsste.
00:37:39: Weil die Kommunen brauchen ja Geld nicht nur für sozialen Wohnungsbau, sondern auch für ganz viele andere Sachen – sie bekommen es aber nicht!
00:37:47: Also, Kommunen müssen ganz viel Aufgaben schultern, auch wenn es jetzt darum geht um die Unterbringung von Geflüchteten, um Klimakrise-Anpassungen
00:37:55: usw.,
00:37:55: werden immer vom Bund gerne ganz viele Aufgaben an die Kommunen delegiert.
00:38:00: Die Kommunen kriegen aber kein Geld, um die auch wirklich auszufüllen.
00:38:04: Und das wäre ein ganz, ganz elementarer Punkt, dass man endlich mal daran gehen müsste und sagen müsste wir müssen den Kommunen aus diesem Schuldenloch helfen und die handlungsfähig machen.
00:38:15: Der Bund müsste quasi sagen okay, wir stellen jetzt den Bundesländern Geld zur Verfügung, die zweckgebunden sind für soziale Wohnungsbau und dann müssten die Bundesländer aber auch wirklich dafür sorgen, dass das halt auch bei den Kommunen
00:38:26: ankommt.".
00:38:27: Man könnte also den Kommunen mehr Geld geben.
00:38:29: Oder man könnte sagen, Selbstorganisation ist unter den Umständen die beste Idee.
00:38:34: Und da ist man schnell beim Thema Genossenschaften
00:38:37: Was auf jeden Fall eine Renaissance erlebt.
00:38:40: in Deutschland sind ja die Wohngenossenschaft.
00:38:43: das is wirklich sehr historisch etabliert, dass eben auch die Menschen sich selber versucht haben zu helfen.
00:38:51: Auch nach dem Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit und Sicherheit zusammengeschlossen haben und nicht nur städtischer Wohnungsbau ist sondern auch sich Menschen ganz individuell zusammenschließen in Genossenschaften.
00:39:01: und da halt sagen wir kaufen zusammen ein Gebäude oder sogar in manchen Fällen mehrere Gebäuden.
00:39:06: Das Coole an einer Genossenschaft ist ich bin nicht nur Mieterin Mir gehört über die Genossenschaftsanteile auch ein Teil des genossenschaftlichen Wohnunternehmens.
00:39:17: Innerhalb einer Genossesschaft ist es dann auch leichter, eine neue Wohnung zu bekommen oder Wohnungen zu tauschen!
00:39:24: Und ihr kennt mich?
00:39:25: Ich muss euch nicht erzählen was für ein Fan ich von Ownership bin und Selbstwirksamkeit.
00:39:33: Jetzt wären wir wahrscheinlich alle sofort Mitglied einer Genossenschaft, wenn die unbegrenzt Mitglieder aufnehmen würden.
00:39:40: Oder es super einfach wäre eine Genosstschaft zu gründen!
00:39:43: Trotzdem ist es eine Idee, die zwar schon alt aber immer noch eine sehr gute Option für die Zukunft ist...
00:39:54: Wohnen ein gut ein Produkt ist was quasi gehandelt wird um Profit und Rendite zu erwirtschaften.
00:40:01: da sind Genossenschaften glaube ich ein sehr gutes Gegenmittel drin und das sollte uns alle daran erinnern, dass wir es nicht als selbstverständlich akzeptieren sollten.
00:40:10: Dass Menschen Immobilien kaufen und vor allen Dingen auch große Immobilie konglomerate zehntausende wohnungen kaufen Gezielt benutzen einfach, das ist ihr einziger Zweck.
00:40:22: Darum gibt es die um Profit zu machen und da einfach mal mental vielleicht auch ein Fragezeichen hinterzusetzen und mal kurz innezuhalten und zu überlegen Ist das überhaupt okay und korrekt?
00:40:33: Und wer hat am Ende was davon?
00:40:34: bei der Kritik an der Wohnsituation in Städten geht's ja aber nicht ausschließlich um die wirtschaftliche Situation.
00:40:40: Dann geht generell auch um eine kluge Aufteilung von Platz in verschiedener Hinsicht.
00:40:46: Erst mal, wer hat wie viel Platz?
00:40:48: Dafür gibt es schon tolle Ansätze.
00:40:50: Manche Kommunen Freiburg und Osnabrück zum Beispiel haben eigene Beratungsstellen geschaffen um ihren Wohnraum effizient zu verteilen oder Göttingen.
00:41:00: Dort gibt es die kommunale Wohnraumagentur, die sowohl Mieterinnen als auch EigentümerInnen dabei berät und unterstützt, ihren Wohnraumen entweder besser zu nutzen oder ihre Wohnsituation zu verändern.
00:41:13: So soll nicht nur mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, sondern auch Konzepte entwickelt werden wie man flächensparend und gemeinschaftlich wohnen kann.
00:41:22: Dabei geht es um Nachhaltigkeit, denn Flächenverbrauch ist immer eine Klimafrage.
00:41:31: Wie schließt man mehr Wohnflächen ohne die Lebensqualität der Stadt einzuschränken?
00:41:36: Wenn wir jetzt zum Beispiel eine Großstadt denken, wo viele Leute leben wollen ist der Platz eh schon begrenzt.
00:41:41: Und da jetzt sage ich mal jeden Park oder jede Grünfläche noch zuzuflasst damit Wohnungen ist natürlich ne sehr schlechte Idee Was man machen kann und was auch schon aktuell viel gemacht wird.
00:41:52: Und wirklich in Quantitativ viel bringt sind dann zum Beispiel diese sogenannten Aufstockungen, wo man einfach sagt wir erlauben es und ermöglichen ist auf bestehender Häuser halt noch ein zwei Etagen drauf zu bauen weil die Fläche, der Flächenverbrauch dadurch nicht höher wird.
00:42:07: Dadurch aber schon eine ganze Ecke an Wohnungen entstehen können.
00:42:10: Es gibt auch ganz tolle kreative Konzepte von.
00:42:13: wenn wir zum Beispiel an Discounter und Supermärkte denken.
00:42:16: Die haben ja oft so ein Schema F-Bauplan Den haben die meisten glaube ich jetzt vor Augen Und alles was darüber ist Ist auch riesengroße Fläche Wo man über so einen Supermarkt noch super Wohnungen bauen könnte was teilweise auch schon gemacht wird und passiert.
00:42:30: Und wo man viel rausholen
00:42:31: könnte.".
00:42:31: Wir können aber nicht nur an mehr Orten Wohnraum schaffen, die Wohnungen könnten sich mehr unserem Lebensrhythmus anpassen – das sagt Franziska Eichstedt-Bolig.
00:42:41: Also
00:42:41: aus zwei Zimmerwohnungen kann man eine vierzimmer Wohnung machen und aus einer vierzimer Wohnung kann man auch zwei zweizimmer Wohnungen
00:42:47: machen
00:42:48: also den Lebensritmus von Menschen anders beachten und in die Bautätigkeit einfließen lassen, was momentan überhaupt nicht der Fall ist.
00:42:57: Und als Zweites müsste man auch den vielen Menschen, die jetzt als Eigentümer in zu großen Wohnungen, sprich vor allem Einfamilienhäusern sind.
00:43:08: Denen Angebote machen gerade den älteren Menschen mit sozial einfühlsamer Wohnberatung ob sich daraus nicht etwas mehr machen lässt sowohl für die ältern Menschen die da leben und für die das zunehmend beschwerlich wird so ein Haus zu bewirtschaften Untermieter oder auch Teilung von Eigentum usw.
00:43:31: Also man kann da sehr viel machen und dann müsste man nicht soviel neu bauen, wenn man parallel solche bessere Nutzungen des vorhandenen Wohnraums solches Strategien auch vorantreiben
00:43:42: würde.".
00:43:43: Und wenn man anfängt darüber nachzudenken wie viel Platz jeder einzelne Mensch beim Wohnen bekommt, dann denkt man auch fast automatisch mal kurz daran Menschen generell in Städten zur Verfügung haben.
00:43:58: Wenn wir uns mal angucken von oben, kann ich jeden zu einladen mal bei Google Maps zu gucken in der Stadt wie viel Flächen wir für Parkplätze und für Autos in Ballungsräumen haben wo Menschen leben wollen und wieviel die Fahrzeuge da an Platz bekommen und wieviele die Menschen bekommen.
00:44:13: das ist absolut irre!
00:44:15: Und dazu bringe ich immer gerne eine Anekdote mit.
00:44:19: Ich bin selber begnadeter Gamer und es gibt einen Computerspieler heißt SimCity.
00:44:25: Das ist ziemlich bekannt und das gibt es schon seit den achtziger, neunziger Jahren.
00:44:30: Und ist super erfolgreich!
00:44:33: Der Entwickler der dieses Spiel entwickelt hat wollte gerne dass das möglichst realistisch ist und so hat er dann sich echte Städte angeguckt und hat gesagt ja wenn man in diesem Spiel solche kann man Städten selber bauen... ...und wenn die aber realistische sind dann sind sie hässlich und das Spiel macht überhaupt keinen Spaß weil eben diese Parkflächen und die Straßen usw.
00:44:55: so viel von den Städten beanspruchen, dass er es nicht so gemacht hat.
00:44:58: Also er hat am Ende sein Städtebauspiel unrealistischer machen müssen weil die bestehenden Städter halt so unsozial und so absurd konstruiert sind.
00:45:07: eigentlich das er das verändert hat.
00:45:13: Ein Punkt ist mir zum Schluss noch wichtig.
00:45:16: Kristina Hahnemann gemacht und erklärt damit sehr deutlich, warum Wohnen auch total politisch ist.
00:45:21: Also wenn meine Lebenssituation ist, dass ich durch das Wohnen belastet werde in irgendeiner Form, dass das nicht gut gestaltet ist dann denke ich es die Bereitschaft sich einzubringen in eine demokratische verfasste Gesellschaft geringe einfach weil ich keine Ressourcen habe oder weil ich frustriert bin, was ja für viele auch zutrifft.
00:45:43: Und vor allen Dingen dessen, dass sich eben auch meine Möglichkeiten der Wirksamkeit dann so einschätze, dass ich keine Lebenschancen habe, weil die sind mit den Wohnsituationen im Denk verbunden und deshalb sind auch Studien, die sich mit prekären Wohnverhältnissen beschäftigen, so wichtig um das wirklich zu verdeutlichen, was es heißt wenn ich aus einer Wohnsituation komme die mir keinen Raum für persönliche Interessen lässt oder wenn ich im Flüchtlingsheim aufwachsen soll und dann wird von mir erwartet, dass sich gute Schulleistungen bringen.
00:46:16: Dass ich Deutsch lerne und mich in eine Gesellschaft integriere.
00:46:19: Das geht nicht bei zu viel Dichte und deshalb müssen zum Beispiel Zuwanderung und Wohnen eben auch anders gedacht werden.
00:46:28: Also für mich bin ich natürlich klar.
00:46:30: Ich bin wohnsozologin.
00:46:31: Bin ich völlig einseitig?
00:46:33: Für mich ist Wohnen die Grundlage von Demokratie.
00:46:36: Um diese Grundlage besser zu sichern, könnte man einiges machen.
00:46:40: Das haben wir in dieser Folge gehört – ein strengeres Mietrecht das dafür sorgt dass Mieten nicht so krass steigen!
00:46:46: Bodenpreise könnte man stärker regulieren den Kommunen würde einen Vorkaufsrecht für Immobilien und mehr Geld helfen damit gezielt mehr Sozialwohnungen entstehen können.
00:46:57: Gemeinschaftliches Wohnen könnte für viele Menschen eine Alternative sein
00:47:02: Und
00:47:02: wir können uns alle zusammen tun und Genossenschaften gründen.
00:47:06: Wohnen ist so zentral für unseren Alltag, unser Wohlbefinden und unsere Lebensgestaltung dass man eigentlich nur hoffen kann das die kleinen politischen Erfolge die mit dem Thema in letzter Zeit erzielt worden sind.
00:47:19: Dass sie irgendwann in der Breite ankommen.
00:47:23: den wohnen kann auch so viel Spaß machen Weil man mit lieben Menschen zusammen wohnt oder weil man zu Hause wirklich mal seine Ruhe hat und niemand einstört, weil man für andere Abendessen kochen oder vorm Fenster auf die Straße oder in den Garten gucken
00:47:38: kann.
00:47:39: Wohnen ist ein Schutzraum aus dem heraus wir überhaupt in die Lage versetzt werden unser Leben auf die Reihe zu kriegen – und das sollte für alle möglich gemacht werden!
00:47:51: Das war die elfte Folge von Wind und Wurzeln.
00:47:54: Noch einmal vielen Dank an alle, die uns diese Arbeit ermöglichen!
00:47:57: In jeder Folge stecken mehrere Tage Arbeit – ohne eure Unterstützung wäre das einfach nicht möglich.
00:48:03: Also schaut doch mal in euren Show-Notes.
00:48:05: da findet ihr alle Wege wie ihr uns unterstützen könnt.
00:48:08: Vielen Dank auch nochmal am Perspektiv Daily denn dank euch gibt es unseren Podcast jetzt einmal im Monat Und wenn ihr gerade eh in den Show Notes seid Alle Links, die ihr dort findet zur Artikeln bei Perspektive Daily.
00:48:20: Die Chris Vielhaus zum Thema geschrieben hat ermöglichen es euch diese Artikel ohne Paywall zu lesen.
00:48:41: Damit verabschiede ich mich!
00:48:43: Ich liebe euch.
00:48:44: wie immer bleibt stark schreibt Kommentare zur Folge bewertet uns in Podcast abspielenden Plattformen und schreibt welcher Themen wir uns noch annehmen sollen.
00:48:55: was interessiert euch?
00:48:56: Wind & Wurzeln ist eine Produktion von Haus Eins in Kooperation mit Perspektiv Daily Redaktion Gina Enslin und Marina Weißband.
00:49:05: Schnitt- und Musik Oliver Kraus Tschüss, bis zum nächsten Mal.
00:49:09: Eine Produktion von Haus Eins
00:49:11: in
00:49:11: Kooperation mit
00:49:12: Perspektiv Daily.
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