Öl, Gas und Autokraten: Die fossile Falle und wie wir da rauskommen
Shownotes
Wir sprechen über den Elefant im Raum: Warum hält die Bundesregierung angesicht des Iran-Kriegs und der steigenden Öl- und Gaspreise weiter an fossilen Energien fest? Warum bremst sie sogar jetzt den Ausbau der Erneuerbaren und will die Nutzung von Gas verlängern? Die Fossilen sind teuer, klimaschädlich und geopolitisch riskant. Spätestens jetzt wird endgültig klar: Die Energiewende ist mehr als Klimaschutz — sie ist auch eine Frage von Sicherheit, Unabhängigkeit, Demokratie und sozialer Gerechtigkeit.
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Die Energiewende: Gut für Wirtschaft und Demokratie
Niklas Höhne vom New Climate Institute ordnet die geopolitische Abhängigkeit von fossilen Importen ein und macht deutlich, dass Kohle, Öl und Gas nicht nur klimaschädlich, sondern auch teuer, riskant und politisch erpressbar machen. Außerdem betont er, dass die Energiewende wirtschaftlich längst sinnvoll ist und neue Abhängigkeiten nur dann problematisch werden, wenn Europa zu wenig selbst produziert.
Claudia Kemfert vom DIW erklärt die Energiewende als Frage von Sicherheit, Unabhängigkeit und Demokratie. Ihre zentrale Botschaft: Die fossile Abhängigkeit war schon in den Ölkrisen der 70er ein politischer Kurzschluss, und heute braucht es klare Leitplanken, soziale Entlastung und mehr Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien.
Welche Narrative uns bremsen und wie wir die Energiewende selber machen
Felix Austen von Perspective Daily schaut stärker auf die deutsche Politik und die Narrative hinter der Blockade der Energiewende. Er beschreibt, wie Angst vor Blackouts, Kostenargumente und Industrieinteressen den Umbau bremsen, und zeigt zugleich, dass erneuerbare Energien technisch, wirtschaftlich und strategisch die bessere Lösung sind.
Und Judith Bade von LocalZero / GermanZero bringt die lokale Perspektive ein und zeigt, wie Klimaschutz vor Ort konkret werden kann. Ihr Fokus liegt auf kommunalem Engagement, praktischer Selbstermächtigung und darauf, Menschen zu befähigen, die Energiewende in ihrer Stadt oder Nachbarschaft aktiv voranzutreiben.
Links und Hintergründe
- SWR: Die Ölkrise 1973 – Als Energie knapp und politisch wurde
- tagesschau: Jens Spahn, CDU, über die Eckpunkte des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes
- ZEIT: Was Tankrabatt und 12-Uhr-Regel den Verbrauchern bisher gebracht haben
- FR: Anti-Wind-Kampagnen fluten soziale Medien – droht Europa jetzt das Trump-Debakel bei der Energiewende?
- Merkur: Trump gegen Windkraft: Jetzt eskaliert die Blockade
- rbb24: Warum ein AfD-Politiker in der Uckermark auf die Energiewende setzt
- Planet Wissen: Erneuerbare Energien
- tagesschau: Atom- und Kohleausstieg: Grundsatzeinigung für neue Gaskraftwerke
- EBSCO: Global Climate Coalition (GCC)
- ARD alpha: Wie der CO2-Fußabdruck die Klima-Realität verschleiert
Artikel zum Thema bei Perspective Daily
- Katherina Reiche ist das neue Gesicht der Klimabewegung
- Erdgas statt Vollgas: Wie Schwarz-Rot schon jetzt die Energiewende ausbremst
- Trotz Krisen, Trump und Co.: Die Energiewende bricht weiter Rekorde
- Heizungsgesetz: Union zeigt Mietern und Klima den Mittelfinger
- »Technologieoffenheit ist nur ein anderes Wort für Stillstand«
- Neue Studie: Ein Preisschild für CO2 wirkt! Also, wo bleibt das Klimageld?
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00:00:01: Haus eins und Perspektiv Daily präsentieren, Wind und Wurzeln.
00:00:05: Es sollte jetzt wirklich allen klar sein, dass abhängig zu sein vom Import von fossilen Energien ist extrem teuer und gefährlich weil wir eben abhängigs sind von autokratischen Staaten von einem Weltmarkt der im Wandel ist wo Latil ist und eben wo Dinge passieren die wir überhaupt nicht unter Kontrolle
00:00:25: haben.
00:00:25: Das ist Niklas Höhne vom New Climate Institute.
00:00:29: Ende Februar eskaliert der Konflikt zwischen Israel, den USA und dem Iran.
00:00:34: Und der Krieg kostet Menschenleben – und er kostet Geld auch uns in Deutschland!
00:00:41: Denn kurz nach Kriegsbeginn blockierte der Iran die Straße von Hormuz eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl-und Gas weltweit.
00:00:49: Wenn dort nichts mehr durchkommt wird Energie knapp.
00:00:52: Und wenn Energie knapp wird steigen die Preise.
00:00:55: Das zeigt weder mal, wie verletzlich ein Land wie Deutschland ist solange es von Öl und Gas abhängig bleibt.
00:01:01: Was wir eigentlich müssen, ist raus aus Kohle, Öl- und Gas.
00:01:04: die Emissionen müssen runter Und das ist jetzt bisschen die Hoffnung dass mit der jetzigen Krise das vielleicht ein bisschen anders wird Dass dieser Schock so gravierend ist, dass die Länder jetzt tatsächlich etwas anders machen.
00:01:14: In dieser Folge Wind & Wurzeln schauen wir deshalb auf eine unbequeme Frage Warum zur Hölle halten wir immer noch an fossilen Energien fest?
00:01:24: Obwohl sie teuer sind, klimaschädlich und uns abhängig unterpressbar machen.
00:01:32: Und bevor wir richtig anfangen noch mal kurz zur Erinnerung unser Podcast ist und bleibt werbefrei!
00:01:38: Darum brauchen wir eure Unterstützung.
00:01:40: wenn ihr uns also gern hört und deshalb ein bisschen unter die Arme greifen wollt dann schaut mal in die Show Notes.
00:01:46: da findet ihr verschiedene Möglichkeiten.
00:01:48: wie das geht
00:02:06: meine lieben Mitbürgerinnen mit Burger.
00:02:09: Zum ersten Mal seit dem Ende des Krieges wird sich morgen und an den folgenden Sonntagen vor Weihnachten unser Land in eine Fußgängerzone verwandeln.
00:02:21: Die Energiekrise trifft auf die ein oder andere Weise alle Industrieländer der westlichen Welt.
00:02:32: Mit diesen Worten kündigt der damalige Bundeskanzler Willi Brandt einen Sonntagsfahrverbot für private PKWs an.
00:02:43: Er zielt Claudia Kämpferd.
00:02:45: Sie leitet am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung den Bereich Energieverkehr und Umwelt.
00:02:50: Und gehört zu den bekanntesten Energieökonomien in Deutschlands.
00:02:54: Und damals war es ja so, nur die ganz älteren von uns – ich zum Beispiel – erinnern sich noch an die erste Ölkrise in den siebziger Jahren.
00:03:01: Auslöser war der Jom Kippur Krieg.
00:03:05: Ägypten und Syrien griffen Israel an, woraufhin mehrere arabische OPEC-Staaten ihre Öllieferungen drosselten und Öl als Druckmittel gegen Länder einsetzten die Israel unterstützten.
00:03:16: Dadurch wurde Öl knapp und teuer – und die Krise machte deutlich, fossile Energien sind nicht nur eine Energiequelle sondern auch ein politisches Machtmittel.
00:03:27: Es wurde aufgerüttelt, wir müssen wegkommen von Öl.
00:03:31: Wir sind dazu erpressbar und am Ende des Tages wurde dann entschieden ... Wir machen trotzdem so weiter wie bisher.
00:03:37: Und das ist etwas, was ein energiepolitischer Kurzschluss ist, soweit die Ölpreise wieder niedriger waren.
00:03:43: Da hat man weiter Auto gefahren und alle haben noch mehr Autos gekauft.
00:03:47: Die sind ja wahnsinnig in der Nachfrage gestiegen weltweit in Deutschland überall.
00:03:53: Daran erkennt man, dass man in den fossilen Abhängigkeiten drin ist.
00:03:57: Und die Ölkrisen in den Siebzigerjahren, wo wir erkannt haben wie verwundbar.
00:04:02: Die Volkswirtschaft sind durch die fossilen Import- und geopolitisch sensiblen Lieferwege.
00:04:07: Aber danach war der selbe Mechanismus wieder da.
00:04:10: Ein Konflikt bei der Ölregion reicht nicht aus.
00:04:13: Die Märkte da ausreichender Würst zu machen oder auch die Politik zum Umsteuern zu
00:04:18: bewegen.".
00:04:18: Seitdem gab es immer wieder Konflikte und Krisen, die zur Energieversorgungsengpässen geführt haben und auch Denkanstöße gegeben haben.
00:04:26: Eine zweite Ölkrise, in der Sie zum Beispiel ausgeliefert wurden.
00:04:30: Oder rund um den Angriffskrieg Russland gegen die Ukraine.
00:04:33: Erinnert ihr euch noch?
00:04:34: Russland zuvor Europas wichtigster Gaslieferant reduzierte nach dem Angriff auf die Ukraine die Lieferungen massiv.
00:04:41: Teils vielen russische Gasbezüge ganz aus.
00:04:44: später wurden die Nord Stream Pipelines zerstört.
00:04:48: Europa musste deshalb unter hohem Druck Kostspielig Ersatz finden.
00:04:53: Da hat das zu einer zweiteiligen Reaktion geführt.
00:04:56: Niklas Höhne vom Anfang der Folge noch mal, er ist Mitbegründer von New Climate Institute und beschäftigt sich mit internationaler und nationaler Klima- und Energiepolitik seit ungefähr dreißig Jahren.
00:05:08: Auf der einen Seite sind tatsächlich die Erneuerbaren nochmal extra ausgebaut worden.
00:05:12: auch in Europa wurden die Ziele verschärft auch in Deutschland auch in vielen anderen Ländern.
00:05:17: Also das hat noch mal einen Boost bekommen, aber gleichzeitig sind die fossilen Energien so teuer geworden dass sie sich gelohnt hat
00:05:24: auch.
00:05:25: Gas und Ölfelder anzubohren, die vorher viel zu teuer waren.
00:05:28: Und man musste alternative Infrastruktur bauen auch hier in Europa neue LNG Terminals
00:05:33: usw.,
00:05:33: Langfristverträge für LNG.
00:05:35: LNG-Terminals
00:05:36: sind im Grunde Häfen für verflüssigtes Erdgas.
00:05:40: Sie ermöglichen uns Gas per Schiff zu importieren statt über Pipelines zum Beispiel wenn Pipeline-Gas aus Russland wegfällt.
00:05:48: Deutschland hat solche Terminals nach der Energiekrise Zweiundzwanzig schnell aufgebaut, um neue Gaslieferanten zu finden.
00:05:54: Das hat dazu geführt dass es eben beide Trends gibt.
00:05:56: Auf der einen Seite Richtung erneuerbare Energien.
00:05:59: das ist gut fürs Klima Gut auch für die Energiesicherheit und Unabhängigkeit.
00:06:02: aber gleichzeitig gab's auch den Push für fossile Energien Und das hat sich in den letzten Jahren ja quasi ausgeglichen.
00:06:10: Die globalen Treibhausgasemission sind stabil gewesen sind weder rauf noch untergegangen.
00:06:16: Also Deutschland hat das Klimaziel, klimaneutral zu werden bis zu zweizig-fünfvierzig und eben die Emissionen signifikant zu senken von bis zu zwanzigdreißig.
00:06:24: Und diese beiden Zielen werden mit den jetzigen Maßnahmen nicht erreicht.
00:06:28: es müsste mehr umgesetzt werden und jetztige Bundesregierung geht da eher rückwärts.
00:06:32: also das ist nicht gut.
00:06:33: Uns schadet damit auch aktiv unserer Wirtschaft.
00:06:36: Unsere Wirtschaft würde quasi still stehen wenn wir das nicht haben.
00:06:40: ja Wir brauchen Benzin und Diesel, um unsere Logistik aufrecht zu erhalten.
00:06:46: Wir brauchen das für bestimmte Industrieprozesse, wir brauchen das, um Strom zu produzieren.
00:06:50: also hier würde gar nichts mehr gehen wenn wir keine fossilen Energien hätten.
00:06:54: Genau darin liegt die paradoxe Wahrheit dieser Krise.
00:06:59: sie zeigt wie abhängig wir noch sind und warum gerade jetzt der Moment wäre davon loszukommen?
00:07:06: Für unsere Wirtschaft aber auch für ein noch größeres Ziel gegen die Klimakrise.
00:07:11: Und was wir eigentlich müssen, ist raus aus Kohleöl und Gas – die Emissionen müssen runter!
00:07:18: Das ist jetzt ein bisschen die Hoffnung, dass mit der jetzigen Krise das vielleicht ein bisschen anders wird... ...dass dieser Schock so gravierend ist, dass die Länder tatsächlich etwas anderes
00:07:26: machen.
00:07:33: Hallo, hallo?
00:07:34: Test-Test?!
00:07:35: Okay
00:07:36: cool.
00:07:36: Das ist der Journalist Felix Osten.
00:07:38: Er isst Auto für Klima um Weltenergie bei Perspektiv Daily.
00:07:42: Mit ihm wollen wir noch mal ganz gezielt auf Deutschland schauen auf unsere Wirtschafts- und Klimapolitik.
00:07:47: Wir werden ja auch teilweise so als das Land gesehen, dass sozusagen die Energiewende erfunden hat – also die Wiege der Energiewände!
00:07:54: Und wir haben das auch ziemlich gut vorangetrieben, ne?
00:07:57: Das ist so die Außenperspektive.
00:07:59: aber als Physiker muss ich kurz mit Einstein auch sagen alles ist natürlich relativ denn gleichzeitig auch wenn Deutschlands im Vergleich zu anderen Industrienationen vielleicht gar nicht so schlecht dasteht Dann sind wir doch immer noch zu langsam, um wirklich auch unsere Klimaziele zu erreichen.
00:08:14: Felix Austen teilt die Energiewende in drei Bereiche ein – Strom-, Verkehr- und Gebäude.
00:08:19: Beim Strom steht Deutschland vergleichsweise gut da, weil seit im Jahr zwei Tausendfünfundzwanzig fast sechszig Prozent des erzeugten Stroms aus Wind- und Sullaanlagen kamen.
00:08:29: Auch Genehmigungsverfahren für Windkrafträder wurden in den letzten Jahren tatsächlich beschleunigt!
00:08:35: Deutlich schlechter läuft es im Verkehr und bei Gebäuden.
00:08:38: Nur ein ganz kleiner Teil der Autos in Deutschland ist elektrisch, und beim Gebäudeenergiegesetz wurden ambitionierte Ziele wieder abgeschwächt, sodass weiter mehr fossile Energien möglich
00:08:50: bleiben.".
00:08:51: Und da sind natürlich allen voran das große Thema Heizungsgesetz oder Gebäudeenergiegesetz?
00:08:56: Das von Robert Habeck, wo eben mehr oder weniger ... Oder ... oder ... sixty-fünf Prozent der Kraftstoffe für neu eingebaute Heizungen ja aus erneuerbaren Quellen kommen mussten.
00:09:07: Und das hieß im Prinzip, dass wirklich in den meisten Fällen Wärme pumpen die einzige sinnvolle Lösung war.
00:09:13: Da gab es auch große Förderung.
00:09:15: Ihr erinnert euch sicher, dass genau dieses Gesetz für eine große Debatte gesorgt hat?
00:09:20: Ja
00:09:20: zum Klimaschutz!
00:09:21: Aber nein zu diesem ideologisch grünen Heizgesetz.
00:09:24: Es
00:09:24: ist ein Gesetz für die Tonne!
00:09:26: Heizungshammer.
00:09:27: Das Heizunggesetz ist gescheitert, es ist ein Realitätsfremd.
00:09:31: Dieses
00:09:32: Heiz-Gesetz ist
00:09:33: der Gipfel der Respektlosigkeit.
00:09:35: Die Angst vor dem Heizhammer Diese sixty fünf Prozent Regel hat die Koalition jetzt komplett kassiert und das deutlich aufgeweicht so dass auch in Zukunft Gasheizungen weiter verbaut werden können.
00:09:45: Der
00:09:45: Heizunstkeller ist wieder Privatsache.
00:09:47: Wir regieren nicht in den Heizunskellereien machen keine gängelnden Büro.
00:10:10: Das jetzige Gesetz, das vorliebt.
00:10:12: ist eben ein Rückschritt und wird dazu führen, dass mehr Gasheizungen eingebaut werden.
00:10:16: Und die Emissionen hochgehen!
00:10:33: Und die Bundesregierung darauf auch sehr schnell reagiert hat.
00:10:46: Wobei ich das auch sagen muss, auch das ist sozial aufgeladen!
00:10:51: Denn für viele Menschen ist das Auto ja kein Luxus sondern Alltag und der Weg zur Arbeit zum Einkaufen, zur Familie.
00:10:59: Wenn die Spritpreise steigen trifft das nicht alle gleich.
00:11:03: Die Frage ist also nicht nur ob der Staat entlastet Sondern auch wen er entlastete den Ausstieg aus der fossilen Abhängigkeit erleichtert oder verlängert und ob diese Entlastung wirklich bei denen ankommt, die wirklich darauf angewiesen sind um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.
00:11:24: Seit Anfang April dürfen nur noch einmal am Tag um zwölf Uhr die Preise angehoben werden.
00:11:29: Seit dem ersten Mai kamen der staatliche Tankrabatt von knapp siebzehn Zentt pro Liter hinzu.
00:11:35: Allerdings zeigen Untersuchungen jetzt schon dass diese Maßnahmen keinen Erfolg haben.
00:11:41: Die Untersuchungen findet ihr in den Show-Modes, aber die zwölf Uhr Regel macht das Tanken zwar übersichtlicher, aber nicht wirklich günstiger.
00:11:50: Teilweise verdienen Mineralölkonzerne dadurch sogar mehr!
00:11:55: Der Tankrabatt kommt dagegen größtenteils bei den Autofahrerinnen an, löst aber das Grundproblem nicht – er kostet viel Geld, hilft nicht allen gleich und hält halt weiter am fossilen System fest.
00:12:09: Dennoch setzt die Bundesregierung mit den Maßnahmen ein Zeichen, sagt Claudia Kämpfert.
00:12:13: Wo fossile Verbrennungsmotoren unterstützt werden aber nicht der ÖPNV oder gestärkt wird und wir altwilliges Deutschland-Ticket haben.
00:12:23: Und auch erkennbar daran, dass wir insbesondere beim Verkehrssektor noch immer die fossilen Verbrennungsmotoren schützen indem wir die Grenzwerte in Europa jetzt doch weiter nach hinten verschieben.
00:12:37: also Stichwort aus vom Verbrenner aus.
00:12:39: Also daran erkennt man, es ist eine sehr fossile energiegetriebene Politik die überhaupt nicht passt zu der jetzigen Energiekrise in der wir drin sind wo's eigentlich heißen müsste alle hebeln zurück weg von fossiles energie so schnell wie möglich.
00:12:55: und das passiert nicht.
00:12:56: Und genau hier liegt meine Kernfrage für diese Folge Warum passiert selbst jetzt nicht der politische Durchbruch?
00:13:06: Deutschland hat solche Wendepunkte ja schon erlebt.
00:13:09: Nach der Nukleakedastrophe-Zweitausendelfe im japanischen Fukushima, hat Angela Merkel den Atomausstieg durchgesetzt – auch weil sich die politische Lage verändert hatte und der Ausstieg plötzlich als vernünftige Konsequenz erschien.
00:13:23: Heute erleben wir wieder so einen Moment….
00:13:25: Krieg, steigende Energiepreise, Abhängigkeit von fossilen Importen, Klimakrise... Eigentlich wäre es jetzt die vernünftige Politik, den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas zu beschleunigen.
00:13:40: Warum passiert dann das Gegenteil?
00:13:43: Warum bremst die Bundesregierung die Energiewende an entscheidenden Stellen eher aus?
00:13:48: Selbst wenn man den Klimaschutz mal ausklammert – allein der Wiederwillen sich immer wieder von autokratischen Staaten abhängig zu machen müsste ja schon reichen!
00:14:04: Um die Gründe besser verstehen zu können, müssen wir auf bestimmte Narrative schauen als auf bestimmten Erzählungen, die im Zusammenhang mit der Energiewende immer wieder aufkommen.
00:14:15: Ein neuer Bericht des britischen Forschungsunternehmens CASM Technology erstellt im Auftrag des europäischen Windenergieverbands WindEurope zeigt das in Europa gezielt Desinformationen gegen Windkraft verbreitet wird – vor allem über soziale Netzwerke!
00:14:33: In solchen Posts heißt es dann zum Beispiel, Windräder würden Krebs verursachen, Trinkwasser vergiften oder die Natur zerstören.
00:14:43: Kommt euch bekannt vor?
00:14:44: Die Rhetorik des US-Präsidenten Donald Trump wird dabei als eine Art Blaupause beschrieben.
00:14:50: Er stellt Windkraft als hässlich, betrügerisch und dumm dar.
00:14:55: Gleichzeitig bremst seine Regierung Windkraftprojekte aus – offiziell aus Sicherheitsbedenken!
00:15:01: Das betrifft auch Europa, denn deutsche Unternehmen produzieren ebenfalls für den amerikanischen Markt.
00:15:07: Der Bericht sieht solche Kampagnen als wachsendes Risiko für die europäische Energiewende – denn sie können lokale Proteste, Einsprüche und Verzögerungen bei Windkraftprojekten verstärken!
00:15:19: Und genau solche Erzählungen finden in Deutschland Anschluss.
00:15:24: In Brandenburg etwa greift die AfD den Widerstand gegen Windräder auf und erzählt Windkraft als Bedrohung.
00:15:31: Für die Landschaft, für die Heimat- und Versorgungssicherheit.
00:15:36: Wichtig ist aber nicht jede Sorge vor der Energiewende ist automatisch Desinformation!
00:15:43: Wer wenig Geld hat, auf das Auto angewiesen oder Angst vor hohen Heizkosten hat stellt erstmal berechtigte Fragen.
00:15:51: Problematisch wird es dort, wo solche Sorgen gezielt missbraucht werden um den Wandel insgesamt zu blockieren.
00:15:58: Also es gibt natürlich die Angst oder das Spielen mit der Angst vor dem Energieblackout.
00:16:02: also es gibt dann gerne das Narrativ noch.
00:16:04: Es kann gar nicht funktionieren.
00:16:06: da gibt's schon so berühmte Anzeigen die in den neunzigern im spiegel geschaltet wurden.
00:16:11: da ist es ja.
00:16:12: ein energiesystem kann niemals aus technischen gründen mehr als fünf prozent wind oder solar strom vertragen.
00:16:18: dann wird das unstabil und dann gibt es blackouts.
00:16:21: Und diese angst vor dem blackout haben wir bis heute immer wieder dass die hochgehalten wird.
00:16:26: und gleichzeitig muss man sagen in deutschland werden über jahre und Jahrzehnte hinweg die Netze immer stabiler, trotz hinzukommender erneuerbare Energiequellen.
00:16:35: Es gibt weniger Stromausfälle.
00:16:37: Aber das ist eine Angst mit der gespielt wird?
00:16:39: Das
00:16:39: sagt Felix Austen von Perspektive Daily.
00:16:42: Noch immer gibt es Stimmen, die behaupten Erneuerbarer Energien seien nicht zu verlässig.
00:16:47: Klingt ja auch erst mal logisch!
00:16:49: Die Sonne scheint nicht immer... Der Wind weht nicht auf Knopfdruck und auch Wasser wird in manchen Regionen knapper.
00:16:55: Aber dass bedeutet nicht, dass ein erneuherbares Energiesystem unsicher ist.
00:17:00: Es funktioniert halt anders als Kohle- und Gaskraftwerke.
00:17:04: Entscheidend ist deswegen, diese Schwankungen auszugleichen – mit Speichern, flexiblen Kraftwerken, intelligenten Netzen und einer besseren Verbindung von Strom, Wärme und Verkehr.
00:17:17: Ein Teil der Antwort ist außerdem schlicht Mehr erneuerbare Energiequellen aufbauen.
00:17:22: Je mehr Windräder, Solaranlagen, Speicher und flexible Lösungen es gibt, desto besser lassen sich Schwankungen ausgleichen.
00:17:29: Und desto stabiler wird das gesamte Energiesystem.
00:17:33: Dann können auch erneuere Energien zuverlässig die Versorgung
00:17:36: sichern.".
00:17:37: Ein ganz wichtiges anderes Narrativ ist natürlich noch dass wir damit unsere eigene Wirtschaft kaputt machen.
00:17:42: Deutschland ist Autoland.
00:17:44: da stecken wahnsinnig viele Arbeitsplätze drin Sag ich jetzt mit Anführungszeichen, aber es stimmt natürlich auch in Verbrennungstechnologien.
00:17:54: und dann wird halt gesagt wir müssen dabei bleiben denn das können wir gut.
00:17:58: Und um zu satteln auf E-Autos zum Beispiel wäre eine Vernichtung von Arbeitsplätzen.
00:18:02: Ein Grund warum das Verbrenner aus immer wieder hinausgezögert wird?
00:18:07: In Deutschland vor allem von Union, AfD, FDP, BSW und natürlich auch Teile der Autoindustrie.
00:18:16: Sie argumentieren meist mit Technologieoffenheit, Arbeitsplätzen, Wahlfreiheit und dem Schutz der deutschen Industrie was uns zur Politik von Katharina Reiche bringt.
00:18:29: unserer Wirtschaftsministerin.
00:18:31: Katharina Reich, ja also ein Stück weit atmet sie halt diesen Geist in die Union auch bei Klimapolitik einfach generell an den Tag legt.
00:18:39: und jetzt steht sozusagen das ökonomische Mantra über allem und es muss effizient sein.
00:18:44: Die Steuergelder, die dafür ausgegeben werden müssen möglichst gut zurückkommen Und dass darf nicht zu teuer werden.
00:18:50: oder wenn es dann ein bisschen länger dauert Dann ist das auch nicht so tragisch.
00:18:54: Also dieser ökonomische Rahmen ist einfach viel wichtiger.
00:18:57: Zusammenfassend könnte man also sagen Katharina Reiche und die Union machen aus der Energiewende eine Geldfrage.
00:19:04: Übrigens auch ein Narrativ, das wir sehr oft hören.
00:19:07: Energiewände ist viel zu teuer, sie blockiert die Wirtschaft – und es gibt einen ganz bestimmten Grund, warum ausgerechnet jetzt dieses Narrativ wieder besonders stark ist!
00:19:19: Die Nähe von Katharina Reiche zur Gaslobby.
00:19:22: Sie war ja Geschäftsführerin von West-Energie, einem sehr großen Gasnetzbetreiber in NRW und im Westen vor Deutschland Und diese Verbindung hat sie einfach und viele von ihren Aktionen und auch von Ihren Statements in der Öffentlichkeit.
00:19:35: die lassen einfach doch sehr klar durchblicken dass sie sehr diese Brille von der Gaswirtschaft auf hatten.
00:19:40: Die
00:19:40: Bundesregierung plant zum Beispiel neue Gaskraftwerke, damit auch genug Strom da sein soll wenn Wind und Solarenergie gerade wenig liefern.
00:19:49: Offiziell geht es also um Versorgungssicherheit.
00:19:53: Das Problem daran – diese Kraftwerke laufen zunächst mit Erdgas und halten damit Deutschland länger in fossilen Strukturen.
00:20:01: Zwar sollen sie später auf Wasserstoff umgestellt werden können aber ob und wann dafür grüner Wasserstoff verfügbar ist bleibt völlig offen.
00:20:11: eines der Projekte von Katharina Reiche, bei dem sie auch Offenbar Kontakte ihrer früheren Arbeit nutzt.
00:20:18: Jetzt
00:20:18: zuletzt kam noch mal raus dass Sie auch bei ENBW also auch einem Betreiber von Gaskraftwerken tatsächlich angefragt hat darum gebeten hat das da wirklich mitgeholfen wird Gesetze zu formulieren die wiederum dabei helfen bei diesen Backup-Kraftwerke Die künftig gebaut werden sollen.
00:20:34: Dass da Gaskraftwerke sozusagen ein Vorteil gegenüber Batteriespeichern haben Und das sind, genau in der Nordsee soll noch mehr gebohrt werden.
00:20:43: Dass da eben auch heimisches Gas gefördert wird.
00:20:45: Das sind alles so kleine Anzeichen die einfach schon sehr dafür sprechen.
00:20:49: sie hat kein Problem mit Gas und sieht dass es schon auch noch für relativ viele Jahre einen bedeutenden Teil des deutschen Energiemixes ausmachen.
00:20:59: Jetzt kommt ein bisschen der Abschnitt wo ich logisch denken muss aber aus rechtlichen Gründen vorschieben muss allegedly in Minecraft, keinerlei Beweise für gar nichts.
00:21:12: Aber rein deduktiv!
00:21:14: Warum macht eine Ministerin etwas das klimafeindlich ist?
00:21:19: Dass unsere Lebensgrundlagen zerstört, dass wirtschaftsfeindlich sind und uns in einer industriellen Vergangenheit festhält, dass uns auf einem Weltmarkt zukünftige Energien nicht konkurrenzfähig macht weil es teuer ist.
00:21:40: Das ist ja keine Dummheit und die naheliegendste Erklärung für sowas, das was ich immer über die Ukraine erzähle – das ist Korruption!
00:21:51: Ich habe keine Belege dass irgendjemand für irgendwas bezahlt wird aber ich meine wenn euch eine logischere Erklärungen dafür einfällt schreibt es in die Kommentare.
00:22:02: Fakt ist im Kern stellt sich hier die Politik schützend vor einer Industrie die seit Jahrzehnten sehr viel Geld mit fossilen Energien verdient hat und gegen erneuerbare Lobby ert.
00:22:16: In den letzten Jahren entstand die Lobbyorganisation Global Climate Coalition.
00:22:22: Alleine der Name schon ist eine einzige Augenwischerei, es geht ja nicht um Klimaschutz sondern um die Verbreitung von Desinformation rund ums Klima getragen von Industrieverbänden und Konzernen aus Öl Gas, Kohle, Autoindustrie und anderen energieintensiven Branchen.
00:22:40: Bis Anfang der zweitausender Jahre stellte die Organisation öffentlich die Klimawissenschaft in Frage und versuchte politische Klimaschutzmaßnahmen auszubremsen – sie verbreitete klimaskäptische Positionen, arbeitete mit PR-Kampagnen und beeinflusste die öffentliche Debatte.
00:22:59: Viele ihrer Erzählungen kennen wir eben heute noch, und sie werden aus bestimmten Gründen immer wieder benutzt", sagt Niklas Höhner.
00:23:08: Denn wenn möglichst viele Leute daran glauben, bedeutet das Profit für die
00:23:13: Fossillobby.".
00:23:14: Die zehn größten Öl- und Gasunternehmen weltweit machen einen Profit von µm USD am Tag.
00:23:22: Ja?
00:23:23: Profit!µm am Tag – und das bedeutet jeden Tag, den das so ein bisschen verzögert wird es richtig viel Geld.
00:23:32: Und diese Unternehmen haben unendlich viel Geld, sich in die politische Debatte einzumischen.
00:23:38: Doch es sind nicht nur die Fossilkonzerne selbst sondern...
00:23:41: Ein Teil der Industrie ist sehr energieintensiv also das sind Chemieindustrie Stahl, Zement und so weiter.
00:23:48: Die brauchen sehr viel Energie und die haben sich bisher immer darauf verlassen dass wir günstige fossile Energien haben.
00:23:55: Genau dieses Geschäftsmodell wird in Zukunft nicht mehr funktionieren weil langfristig keine günstigen fossilen Energien geben wird.
00:24:03: Und genau diese Industrie muss sich
00:24:06: ändern.".
00:24:07: Doch stattdessen sollen wir uns lieber ändern!
00:24:10: Später hat sich nämlich die Erzählung stärker auf die Verantwortung des Einzelnen verschoben – auch das sehen wir heute noch, ein bekanntes Beispiel dafür ist ja BP früher British Petroleum.
00:24:21: Der Ölkonzern machte den Begriff des persönlichen CO-Fußabdrucks populär, ich habe das noch in der Schule gelernt und stellte im Jahr für einen CO-Rechner online.
00:24:33: Damit konnten Einzelpersonen berechnen, für wie viele Emissionen sie angeblich selbst verantwortlich
00:24:40: sind.".
00:24:41: Und Kritiker sehen darin eine geschickte Verschiebung der Aufmerksamkeit, weg vom massiven CO²-Ausstoß der Ölkonzerne hin zum Verhalten einzelner Verbraucherinnen.
00:24:52: Denn natürlich spielen Konsum, Mobilität, Wohnen und Ernährung eine Rolle – aber Einzelpersonen können globale und nationale Emissionen nur begrenzt beeinflussen!
00:25:05: Eine Untersuchung des MIT zeigte, dass selbst Menschen mit extrem geringem Konsum etwa wohnungssuchende rechnerisch noch auf einen CO-Zweifussabdruck von rund acht Komma fünf Tonnen pro Jahr kommen.
00:25:19: Weil sie trotzdem Teil eines fossilen Energiesystems sind was nicht bedeutet das wir alle nichts tun können.
00:25:27: aber dazu kommen wir später.
00:25:28: gleich wichtig ist aber Klimaschutz wird schnell nur als persönliche Konsumentscheidung erzählt.
00:25:36: Dabei liegt ein großer Teil der Verantwortung vor allem bei Konzernen, Infrastruktur und Politik.
00:25:42: Und Energiewende wird also Ballast verkauft – für jeden persönlich aber auch für unsere Wirtschaft!
00:25:55: Als wenn über Klimapolitik gesprochen wird geht es schnell um Kosten.
00:26:00: Was kostet eine Wärmepumpe?
00:26:02: Was kostete ein E-Auto, was kostet der Ausbau der Erneuerbaren.
00:26:07: Seltener wird gefragt – was kostelt uns eigentlich das System, dass wir gerade noch verteidigen?
00:26:13: Jedes Jahr gibt Deutschland ungefähr eighty fünf Milliarden Euro an Subventionen für fossile Technologien immer noch aus.
00:26:20: Das sind zum Beispiel relativ bekannt, dass eben der Dieselkraftstoff noch vergünstigt, versteuert wird im Vergleich zu Benzin und viele andere Dinge die da reinfließen.
00:26:30: Und dazu kommt, dass wir für die Brennstoffe selber – also für Erdgas-, Öl-Achzig bis einhundert Milliarden Euro im Jahr ausgeben.
00:26:39: Also man kann schon gut sagen das Hundertsechtzig bis hundertfünfundachzig Milliarden Euro Im Jahr für unseren normalen Betrieb des Energiesystems mit fossilen Energieträgern anfällt.
00:26:52: Auf der anderen Seite stehen aktuell für Förderung für erneuerbare Energien, für Energiewendeprojekte ungefähr dreißig bis vierzig Milliarden Euro pro Jahr.
00:27:01: Claudia kämpfert Beton sogar.
00:27:03: Und das wird sich im Moment eher verdoppeln, weil die fossilen Preise explodieren.
00:27:10: Das sieht man nicht sofort, das sieht man aber im Nachhinein durch das Wachstum, was uns im Moment fehlt für eine stabile Volkswirtschaft.
00:27:19: Man sieht es an der Industrie, die schwächelt an der Wirtschaft insgesamt und den Verbraucherinnen fehlt Kaufkraft.
00:27:26: also dass Schwäch.
00:27:27: die Wirtschaft insgesamt ist auch ein Indikator der fossilen Energiekrise.
00:27:34: Die ganzen Kosten, die jetzt entstehen durch höhere Öl- und Gaspreise sind letztendlich die Kosten der verschleppten
00:27:40: Energiewende.".
00:27:40: Die Ironie könnte also wirklich nicht größer sein!
00:27:43: Ein Festhalten an fossilen Energieträgern wird häufig damit begründet dass es zum Wohle und Schutz der deutschen Wirtschaft passiert.
00:27:52: Dabei sind sich die Expertinnen ziemlich einig, dass die Energiewende auf lange Sicht Geld
00:27:57: einspart.
00:27:58: Die Erneuerbaren Energien sind so wahnsinnig günstig, das es eben in vielen Bereichen sich jetzt lohnt den erneuerbaren Fahrt und mit Strom zu gehen anstatt dem mit fossilen Energien.
00:28:11: Jetzt schon ist es so, dass eben wenn man jetzt ein Haus hat und dann eine Gasheizung einbaut.
00:28:15: Dass sich das über lange frisst nicht rechnet sondern dass da die Wärmepumpe und Strom eben günstiger ist in vielen Fällen in vielen Häusern in Deutschland.
00:28:24: Auch bei Autos ist es inzwischen so, also ein Auto in der Golfklasse, das jetzt gebraucht zu kaufen, ist das Auto an sich Elektroauto jetzt schon ungefähr genauso teuer wie der Verbrenner und über die Lebenszeit wird das Elektro-Auto günstiger sein als der Verbrener.
00:28:44: Also auch jetzt schon in Deutschland, auch mit Gebrauchtwagen, auch relativ kleinen Autos ist das alles möglich und günstig.
00:28:51: Und auch im Energiesystem ist es so je mehr Erneuerbare wir in dem System haben umso günstige wird's langfristig weil wir dann kürzere Zeit haben in denen die teuren Gaskraftwerke laufen die dann den Preis setzen
00:29:04: erklärt Niklas Höner.
00:29:06: Wir können also festhalten, allein rein wirtschaftlich lohnt sich die Energiewende.
00:29:19: Doch ist es eben nicht nur eine Frage des Geldes.
00:29:22: und das führt uns zurück zum Anfang dieser Folge.
00:29:25: Deutschland isst nicht nur abhängig von fossilen Exportstaaten – es finanziert sie auch!
00:29:32: Und damit im Zweifel genau die Regime, von denen es sich politisch eigentlich unabhängiger machen will?
00:29:38: In diesen Ländern wird dieses Geld eben einerseits dafür eingesetzt, die Macht zu erhalten von einigen wenigen und gleichzeitig wird das Geld auch sehr oft verwendet um Kriege zu finanzieren.
00:29:48: Der Krieg in der Ukraine ist glaube ich den meisten Leuten klar wäre nicht in der Form für Russland durchzuhalten wenn das Land nicht immer noch sehr viel Geld mit dem Verkauf von fossilen Energieträgern verdienen würde.
00:30:00: Auch der Iran schafft es jetzt trotz dieser Lage und dem Krieg dort, immer noch Geld damit zu verdienen.
00:30:06: Und finanziert so auch den Erhalt des Statusquo.
00:30:09: Also das muss man sich schon bewusst
00:30:11: machen.".
00:30:12: Das sagt Felix Austen von Perspective Daily.
00:30:14: Niklas Höne geht deshalb noch einen Schritt weiter – er sagt «Solange wir fossile Energien noch importieren, sollten wir zumindest genauer hinschauen von wem wir sie kaufen und wen wir damit politisch stärken.».
00:30:27: Jetzt ein sehr interessantes Thema ist, ehrlich gesagt.
00:30:30: Dass es noch viele Länder des globalen Südens gibt die noch fossile Ressourcen haben und sich überlegen sollen wir die jetzt anzapfen oder nicht?
00:30:40: Haben ja andere vor uns auch gemacht.
00:30:41: also sollte man dann irgendwie vielleicht auch dürfen.
00:30:44: das Argument Und da wäre eben die Frage ob man hier eine neue Allianz schüren kann zwischen den Ländern abhängig sind vom Import von fossilen jedenfalls noch für eine gewisse zeit da muss man raus aber so lange man die noch braucht dass man die wenigstens aus staten bekommt die man auch tatsächlich unterstützen will und die auch wirklich raus wollen aus kohleöl und gas.
00:31:04: ein anderes land das wir im blick behalten sollten ist kolumbien sagt niklas höner.
00:31:08: kolumbian ist noch relativ demokratisch möchte raus Aus fossilen Energien ist jetzt noch ein Energielieferant, also exportiert Kohle zum Beispiel in großem Stil möchte da raus.
00:31:20: Und das ist doch ein super Land mit dem man zusammenarbeiten kann, dem zu helfen dort rauszukommen aus dieser Abhängigkeit um eben in die richtige Richtung zu gehen.
00:31:29: und in der Vergangenheit haben wir es gesehen so ein Land wie Kolumbien hat Schwierigkeiten damit.
00:31:33: denn sobald sie gesagt haben dass Sie aussteigen wollen aus den fossilen Energien haben die Banken gesagt dann ist die wirtschaftliche Entwicklung vielleicht ein bisschen schwieriger und deswegen müssen wir die Zinsen erhöhen.
00:31:46: Und sofort musste Kolumbien mehr Geld zahlen für die Kredite, die es haben nur weil sie gesagt haben dass sie aus Fossilen aussteigen wollen.
00:31:53: Das zeigt doch das gesamte System noch nicht funktioniert und dass diese Staaten sich entscheiden rauszugeben Unterstützung brauchen und dann eben am besten von Ländern wie in Europa, die solche Länder unterstützen wollen.
00:32:07: Umgekehrt
00:32:08: kann auch die Klimakrise selbst Gesellschaften destabilisieren.
00:32:12: Klar wenn Lebensbedingungen schlechter werden Wenn Energie unbezahlbar wird, wenn Menschen ihre Perspektive verlieren.
00:32:19: Felix Austen beschreibt diesen Zusammenhang so
00:32:22: Das sorgt dafür dass es Fluchtbewegung gibt Dass es ganz viele Länder gibt, in denen es kaum noch möglich ist gute Lebensbedingungen für die Menschen zu schaffen oder unheimlich viel schwieriger geworden ist, einfach stabile Wirtschaften aufzubauen.
00:32:36: Und wenn Menschen in prekären Ländern leben dann oder umständigen sie natürlich auch mehr dazu politisch extrem zu wählen?
00:32:43: Oder Sie werden eben zu politischen Rändern getrieben und das befeuert dann auf diesem Weg wieder den Rechtsruck.
00:32:50: also Klimaschutz und prosperierende Gesellschaften in denen keine Energie armut herrscht sind wahrscheinlich eher demokratische und mittige.
00:32:59: Zusammengefasst, wenn fossile Energien also Autokratie stärken, Kriege finanzieren und Gesellschaften unter Druck setzen dann ist die Energiewende mehr als Klimapolitik.
00:33:10: sie ist auch eine Frage von Sicherheit Unabhängigkeit und Demokratie.
00:33:16: Claudia Kämpfer bringt das so auf den Punkt.
00:33:18: Erneuerbare Energien sind da eher dezentral heimisch, demokratischer und ... Sondern wenn die gehören keinem autoritären Regime!
00:33:25: Die machen uns einfach unabhängiger.
00:33:28: Und sie lösen die geopolitischen Konflikte auf.
00:33:31: Also letztendlich ist damit in der Gewende nicht nur Industriepolitik sondern auch Friedenspolitik.
00:33:38: Und machen uns da weniger erpressbar.
00:33:40: Und erneuerbaren Energien sind damit oder überhaupt die Energiewende, die Schaffung von Unabhängigkeit von fossilen Autokraten in der Welt.
00:33:49: Sind damit das beste Friedensprojekt unserer Zeit.
00:33:52: Sie nimmt den fossilen Abhängigkeiten ihre Macht und gibt Gesellschaften die Souveränität
00:33:59: zurück.".
00:34:04: So jetzt haben wir viel darüber gesprochen warum Deutschland noch immer an fossilen Energien festhält und darüber wer davon profitiert?
00:34:12: Wir haben aber auch gehört, was es bringen würde genau diese Abhängigkeit zu beenden.
00:34:18: Bleibt nur die wänzige Frage!
00:34:21: Wie gelingt das?
00:34:22: Also wir sind ja jetzt abhängig vom Import von Kohleöl und Gas.
00:34:25: Wenn wir die erneuerbaren Revolutionen vorantreiben dann sind wir weniger abhängiger aber immer noch abhängig dann von China denn China produziert derzeit alles was wir dafür brauchen also die Solarpaneele, die Windkraftanlagen, die Elektroautos, die Batterien.
00:34:40: quasi alle kommt aus.
00:34:41: China könnte eine neue Abhängigkeit kreieren.
00:34:46: Und da sind zwei Dinge wichtig, das eine ist es ist ne andere Abhängigkeit.
00:34:49: also wenn ich einmal nur so Labhändle importiert habe dann produziert das immer Strom.
00:34:54: wogegen Ich wenn ich Gas importiere?
00:34:57: da muss ich jedes Jahr wieder neu importieren.
00:34:59: ja Es ist eine andere abhängigkeit.
00:35:01: und zweitens ist da wichtig dass die EU und auch wir in Deutschland eben uns Gedanken machen müssen dass wir große Teile der dinge die wir brauchen für die Energiewende auch hier produzieren und nicht auslagern, weil das langfristig eben ja auch dann gefährlich ist.
00:35:15: Und da haben wir in der Vergangenheit schon Fehler gemacht.
00:35:18: also wir hatten schon vor zehn Jahren eine gute Solarindustrie hier in Deutschland.
00:35:22: auch hunderttausend Arbeitsplätze sind da verloren gegangen, weil diese Industrie an China abgewandert ist, weil ja hier keine Unterstützung mehr war und weil es natürlich günstiger war in China zu produzieren.
00:35:33: bei der Windenergie ist es noch anders so.
00:35:35: Wir haben noch viele Windkraftbetreiber hier in Europa aber die haben auch Schwierigkeiten mit der Billigkonkurrenz aus China mitzuhalten.
00:35:43: Da müsste man eigentlich was tun, damit die hier bleiben.
00:35:46: Bei Batterien haben wir überhaupt keine Schnitte in Europa und müssten da unbedingt etwas tun.
00:35:53: Wenigstens schauen dann, dass die Unternehmen, die jetzt nach Europa kommen um hier Batterien zu produzieren das mit denen zusammengearbeitet wird, damit eben auch Teil des Wissens hier in Europa bleibt und wir mehr machen
00:36:05: können.".
00:36:05: Die
00:36:06: Antwort ist also nicht Einfach alles importieren, was wir für die Energiewende brauchen.
00:36:11: Denn auch eine gute grüne Infrastruktur kann Abhängigkeiten schaffen!
00:36:15: Für Claudia Kemphert beginnt es mit klaren politischen Signalen.
00:36:19: Gerade Unternehmen brauchen vor allem Planungssicherheit also verlässliche Regeln wohin sich der Markt entwickeln soll.
00:36:26: Auch und gerade gegenüber der Autoindustrie.
00:36:28: denn die Automobilindustrie braucht ja keine fossilen Schlupflöcher mehr.
00:36:32: Die braucht ganz klare Leitplanken.
00:36:36: Und dieses Festhalten am Verbrenner aus, oder E-Fuse oder was da jetzt alles genannt wird.
00:36:41: Diese Übergangsfristen, der schafft ja keine Sicherheit, sondern er schafft dann eher Unsicherheit.
00:36:47: Denn die Unternehmen brauchen Planungssicherheit und investieren.
00:36:51: nur wenn sie auch sehen, gibt es einen Zukunftsmarkt.
00:36:55: Im Kern bedeutet das auch ... Die Politik muss weg von alten Narrativen und rückwärtsgewandten Entscheidungen hin zu neuen Wagen müssen, selbst wenn auch dieser neue Weg neue Höhen mit sich
00:37:07: bringt.
00:37:07: Die Energiewende ist kein Selbstläufer.
00:37:10: Wir brauchen mehr Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien, wir brauchen eine Digitalisierung gerade auch der Verteilnetze wo es darum geht die Flexibilität ins System reinzubekommen weil alle Elektromobilitätsfahrzeuge wollen ja auch ans Netz angeschlossen werden, die Wärmepumpen auch dann.
00:37:31: dafür brauchen wir entsprechend digitale intelligente flexible Netze Speicher, Batteriespeicher, Wärmespeicher Pumpspeicher grüner Wasserstoff.
00:37:41: Das gerade für die Bereiche, die schwer elektrifizierbar sind.
00:37:45: es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden für bidirektionales Laden und für die Elektrofahrzeuge.
00:37:50: wir brauchen flexiblen Nachfrage das heißt Preisinformation in Echtzeit, Netzpreisinformationen in Echzeit.
00:37:57: also das Energiesystem der Zukunft richtet sich ja nicht mehr nach starrer Erzeugung sondern nach dem Flexiblen Verbrauch.
00:38:05: Energiewende heißt also nicht einfach Graskraftwerk raus, wir sind gerade rein.
00:38:10: Es geht um ein anderes Energiesystem das flexibler ist dezentraler und stärker vernetzt.
00:38:17: Und dann gibt es noch einen Punkt der in der Debatte oft untergeht Die Energiewende funktioniert nur, wenn die meisten Menschen mitmachen.
00:38:25: Menschen akzeptieren auch die Veränderung dann eher, wenn sie beteiligt werden.
00:38:29: Wenn Sie sehen, dass es gerechter, gesünder besser wird und da ist sowohl der Verzicht des falschen Framing als auch die Kosten der Erzählung das falsche Framing sondern da muss es immer darum gehen zu erläutern Es geht um Lebensqualität, es geht um saubere Luft ,es geht um leise Städte Es geht um weniger Abhängigkeit und diese Dinge macht es sehr schwer, in die öffentliche Erzählung hineinzubekommen.
00:39:00: Weil die Energiewende viel zu oft als verzichtsprojekt erzählt wird.
00:39:03: also dass sie Menschen den Eindruck haben weniger Auto, weniger Heizung, weniger Wohlstand.
00:39:08: das ist politisch fatal und auch fachlich falsch.
00:39:11: Und
00:39:11: Klimapolitik muss immer!
00:39:13: immer auch die soziale Frage adressieren.
00:39:16: Es
00:39:16: braucht vor allen Dingen eine gezielte Entlastung und da spielt vor allem das Klimageld eine wichtige Rolle, dass man auch einkommensgerecht zurückerstatten kann.
00:39:25: Das heißt pro Kopf gibt es dann je nach Einkommen eine bestimmte Entschädigung, die dann vor allen dingen dazu führt, dass Menschen die Möglichkeit haben an Mobilität zukunftsfähiger Mobilität teilzunehmen und nicht überbordend belastet werden.
00:39:41: Aber es geht auch um die Förderung der Gebäudesanierung, günstige Mobilitätsangebote insgesamt, Beteiligung vor Ort und die fossile Kostenfalle muss als des bezeichnet werden.
00:39:54: Und wenn man davon wegkommt – die Energiewende Nicht als Kosten-Zumutung zu bezeichnen, sondern als das was sie wirklich ist.
00:40:03: Eine Befreiung aus der Kostenfalle wird den Menschen ja schnell klar dass das der richtige Weg ist.
00:40:09: Wenn man auf die Bundesregierung schaut stellt man fest Die Energiewende wird nicht beschleunigt Sondern an vielen Stellen ausgebremst Beim Heizen beim Verkehr beim Gas bei der Frage welche Technologien wirklich Zukunft haben sollen.
00:40:24: Aber daraus folgt nicht, dass wir tatenlos zuschauen müssen.
00:40:28: Die Frage ist also was kann ich tun?
00:40:31: Was könnt ihr tun?
00:40:33: Etwas das nicht nur in Koalitionsverträgen steht oder auf der politischen Weltbühne diskutiert wird sondern vor Ort passiert – in der eigenen Stadt im eigenen Viertel!
00:40:42: In der eigenen Straße!
00:40:44: Denn unser Land besteht ja nur aus diesen Straßen und genau an dieser Stelle kommt Local Zero ins Spiel.
00:40:59: Ich mach diese Arbeit gerne, weil sie mein Alltag mit unglaublich viel Sinn erfüllt.
00:41:07: Und was wir
00:41:12: machen ist dass wir Menschen befähigen und ermutigen das sie sich vor Ort also bei sich zu Hause vor der Haustür klimapolitisch engagieren können konstruktiv und lösungsorientiert.
00:41:29: Und geben Menschen, die vor allem in Teams dann aktiv sind Wissen- und Werkzeuge an die Hand so dass sie vor Ort als ja man könnte sagen als Brückenbauer zwischen Verwaltung und Politik und Stadtgesellschaft fungieren immer mit dem Ziel die Klimaneutralität möglichst schnell in den Kommunen voran zu treiben und die Kommunen auf den Weg zur Klimaneutralität zu bringen
00:41:54: Bedeutet, wer Lust hat kann sich einfach bei Local Zero melden und die helfen dann Teams zusammenzustellen konkrete Ideen zu entwickeln.
00:42:04: Und die dann im Idealfall mit Hilfe der kommunalen PolitikerInnen Umzusetzen.
00:42:09: Zum Beispiel in Frankfurt, da treibt das Localseo-Team den Ausbau von Laenergie auf die Mietshäusern voran und wir haben ganz erfolgreich von der Stadt dafür Förderungen gefordert und arbeiten jetzt ganz eng auch mit Wohnungs- und Energiegenossenschaften zusammen um das jetzt auch umzusetzen.
00:42:27: oder ein anderes Beispiel ist Flensburg.
00:42:30: Da werden die Stadtwerke dekarbonisiert und auch das geht auf die Lokasiogruppe vor Ort zurück, den erfolgreiches Bürgerbegehren gemacht haben mit der Forderung dass die Stadt Werke aus der faszinen Energieerzeugung aussteigen.
00:42:44: Dabei stoßen die Teams auch mal auf Gegenwind Was nicht bedeutet, dass sie nichts tun können?
00:42:49: Zum Beispiel wir haben letztes Jahr zum ersten Mal gemeinsam mit anderen Organisationen einen Tag des offenen Heizungskellers organisiert.
00:42:56: Der darauf abzieht das wirklich Bürgerinnen und Nachbarinnen ihre nachhaltigen Heizungskäler öffnen und anderen interessierten Menschen zeigen.
00:43:04: wie geht eigentlich der Umstieg auf nachhaltige Wärmeversorgung bei mir zu Hause?
00:43:08: ganz praktisch Das ist erstmal komplett unabhängig vom Rest der Stadt- und von der Stadtverwaltung
00:43:13: Stand.
00:43:14: heute gibt es ungefähr neunzig Teams mit knapp tausend Ehrenamtlichen in ganz Deutschland.
00:43:19: Aber warum braucht es das überhaupt?
00:43:21: Also, welche Lücke schließt Local Zero da?
00:43:25: Eine große strukturelle Lücke ist dass von den elftausend Kommunen die's in Deutschland gibt haben ungefähr tausende ein Klimaschutzmanagement.
00:43:34: Das heißt es gibt Tausende Kommunen ohne Klimaschutzmanagement.
00:43:39: Klimaschutz ist keine Pflichtaufgabe der Kommune, das bedeutet wenn es an Geld und Personal mangelt.
00:43:45: Und als knappes was ganz oft der Fall ist dann fällt genau das Thema hinten runter.
00:43:56: Vielleicht noch ein zweites wichtiges Thema, das Boratts auch oft total fehlt.
00:44:00: Habe ich gerade schon angesprochen ist das Thema Geld und Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen.
00:44:05: Und deswegen lobbyiert German Zero auf Bundesebene ganz stark für das Thema.
00:44:09: Wir setzen uns dafür ein dass Klimaschutz als Gemeinschaftsaufgabe verankert wird mit dem Ziel Effiziente und verlässliche Finanzierung für Kommunen da ist, dass sie vor Ort Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategien umsetzen können.
00:44:25: Ich glaube, dass viele das nachvollziehen können – dieses Gefühl man möchte etwas ändern aber auch das Gefühl von Ohnmacht!
00:44:33: Das Thema ist so riesig.
00:44:35: wo fange ich an?
00:44:36: Wir sind eine Bewegung und ein wichtiges Netzwerk vielleicht auch für alle die jetzt irgendwie sagen wollen Wir werden mir das nicht nur weiter kopfschüttelnd angucken und irgendwie warten, was passiert.
00:44:47: Sondern auch ein wichtiger Anlaufpunkt um wirklich zu sagen okay ich packe selber an und ich werde aktiv und ich tue etwas in meinem Ort vor meiner Haustür.
00:44:55: Das macht das Ganze ein bisschen handhabbarer und packt es vielleicht in ein kleineres Päckchen.
00:44:59: Und trotzdem ist da eben ganz großer Hebel um viel zu bewirken und damit auch nochmal Druck auf die Bundespolitik zu machen.
00:45:07: Neben einer besseren Finanzierung für den Klimaschutz stellt German Zero, der Dachverband auch gerade ein Team zusammen um sich auf Bundesebene für den Gasausstieg und die Wärmewände einzusetzen.
00:45:20: Local Zero zeigt Veränderung beginnt nicht erst wenn in Berlin ein ganz großes Gesetz beschlossen wird.
00:45:26: Sie kann vor Ort anfangen In der eigenen Stadt im eigenen Viertel mit Menschen die sich zusammentun und konkrete Projekte anstoßen.
00:45:37: Das ist Selbstermächtigung.
00:45:39: Nicht darauf zu warten, dass andere handeln sondern selbst Strukturen aufbauen Wissensammeln Mehrheiten suchen und Druck erzeugen.
00:45:48: das
00:45:48: verändert alles.
00:45:50: Und diese kleinen Aktionen sind kein Trostpflaster Die sind nicht nebensächlich Denn die Energiewende entscheidet sich nicht nur in großen politischen Beschlüssen Sondern auch dort wo sie umgesetzt wird Auf Dächern In Heizungskeller bei Stadtwerken, in Kommunen.
00:46:08: Local Zero zeigt damit die großen Entscheidungen bleiben absolut wichtig aber sie werden erst wirksam wenn Menschen sie vor Ort mit Leben füllen.
00:46:17: und manchmal entsteht der Druck für diese großen Entscheidung genau dort Und dieser Druck kann unterschiedlich aussehen.
00:46:26: man kann sich lokal organisieren Bürgerbegehren unterstützen, in der eigenen Kommune nachfragen oder ganz klassisch den eigenen Abgeordneten schreiben.
00:46:36: Ich mache mich ja immer dafür stark!
00:46:39: Denn auch die Bundespolitik reagiert nicht nur auf Umfragen und Lobbyverbände sondern auf Menschen, die sich einmischen – ich habe das erlebt, ich habe Abgeordnete dabei beobachtet wie sie Post lesen und ganz viele Rechte organisieren sich diese Post zu schreiben.
00:46:55: deswegen reden Politiker so viel über Migration Aber wir können das ja auch.
00:47:01: Und es gibt nichts, was die Gesellschaft so stark und nachhaltig verändert wie die Veränderung von Normen und Werten – und die kann man nicht per Gesetz beschließen, die bilden wir vor Ort!
00:47:18: Was wir aus dieser Folge mitnehmen?
00:47:20: Ohne die Energiewende drohen uns wirtschaftlich immer wieder neue Krisen, mit Preisschocks, Rettungspaketen und steigenden Kosten durch die Folgen der Klimakrise.
00:47:31: Kurz weiter Instabilität wie wir sie seit dem Ukraine-Krieg XXII erlebt haben – jetzt wieder durch den Krieg mit Iran!
00:47:40: Und es wird vor allem immer die Ärmsten treffen.
00:47:45: In.
00:47:45: fossile Energien sind nicht einfach nur Energiequellen.
00:47:49: Sie sind ein System von Abhängigkeiten, von Weltmärkten, von Autokratien, von Konzernen, von alten Infrastrukturen und von Erzählungen die uns glauben lassen sollen der Ausstieg sei zu teuer, zu unsicher oder zu kompliziert.
00:48:07: Aber genau dieses Festhalten hat selbst einen Preis – wirtschaftlich weil Öl- und Gas jedes Jahr Milliarden kosten.
00:48:15: Politisch, weil wir Staaten stärken von denen wir eigentlich unabhängiger werden wollen und klimapolitisch – weil jeder weitere Aufschub die Klimakrise verschärft mit all den sicherheitspolitischen und ökonomischen Implikationen, die das mit sich bringt.
00:48:31: Die Energiewende scheitert längst nicht mehr vor allem an der Technik sondern am politischen Willen.
00:48:37: Katharina Reiche zum Beispiel kommt aus der Gasbranche bei einem Gesetz mitformulieren lassen, bei dem es Unvorteile für Gaskraftwerke gegenüber Batteriespeichern geht.
00:48:51: Das kann man zuverlennen aber wenn sich solche Zufälle häufen dann muss man mindestens die Frage stellen ist das noch normale Interessenspolitik oder geht das schon in den Bereich der Korruption?
00:49:03: Die große Ironie ist allerdings Katharina Reiche könnte mit ihrer Politik unfreiwillig zur neuen Mobilisierungsfigur der Klimabewegung werden.
00:49:12: Denn die Klima-Bewegung war in den vergangenen Jahren ja nicht verschwunden, aber deutlich leiser als im Jahr zwei Tausend Neunzehn.
00:49:19: Und jetzt gehen wieder Zehntausende auf die Straße unter dem Motto Erneuerbare Energien verteidigen!
00:49:27: Das ist ein Mobilisierungsparadox, schreibt auch Perspektiv Daily.
00:49:31: Bewegungen werden oft dann besonders stark wenn der politische Gegner klar erkennbar ist.
00:49:38: Insofern danke Katharina Reiche!
00:49:41: Unter Robert Habeck war die Klimapolitik aus Sicht viele Aktivistinnen zwar nicht konsequent genug aber die Richtung stimmte grundsätzlich.
00:49:49: Katharina Reiche dagegen steht für viel als Symbol einer gasfreundlichen fossilen Energiepolitik und genau das kann die Proteste neu beleben.
00:49:59: Und dieser Widerstand könnte über die klassische Klimabewegung hinausgehen, denn es geht längst nicht mehr nur um Klimaschutz – nicht mehr um die Bewohnbarkeit unseres gesamten Planeten!
00:50:13: Es geht auch um hohe Energiepreise.
00:50:15: Es geht um soziale Gerechtigkeit, um wirtschaftliche Sicherheit und kommunale Einnahmen.
00:50:21: Bürgerinnen wollen weniger abhängig von Öl und Gas sein.
00:50:25: Unternehmen wollen Planungssicherheit, und Kommunen wollen vom Ausbau erneuerbare Energien finanziell profitieren!
00:50:34: Gerade weil die Bundesregierung die Energiewende an vielen Stellen bremst, könnten neue Allianzen entstehen – zwischen KlimaaktivistInnen, Bürgerinnen, Unternehmen.
00:50:46: Reiche könnte damit unbeabsichtigt genau das auslösen, was ihre Politik eigentlich erschwert.
00:50:52: Eine breitere lautere Bewegung für den Ausstieg aus fossilen Energien!
00:50:58: Denn die Energiewende ist eine Entscheidung darüber wie unabhängig, wie demokratisch und wie zukunftsfähig wir leben wollen.
00:51:07: Sie beginnt nicht erst wenn in Berlin das perfekte Gesetz beschlossen wird.
00:51:11: sie beginnt auch dort wo Menschen anfangen ihre Stadt ihre Dächer, ihre Heizungen, ihre Stadtwerke und ihre Nachbarschaft anders zu denken.
00:51:22: Und klar ist auch wenn diese Veränderung gelingen soll dann muss sie sozial gerecht sein.
00:51:29: Menschen müssen mitgenommen werden nicht über Vorrat.
00:51:33: Vielleicht ist eine Antwort auf die Frage warum wir immer noch an fossilen Energien festhalten weil Veränderungen einfach unbequem sind.
00:51:44: Aber diese Folge zeigt auch, Veränderung ist möglich und kann auch Lust machen.
00:51:50: Wenn die Politik klare Leitplanken setzt, wenn Wirtschaft sich neu ausrichtet und wenn Menschen vor Ort merken dass sie nicht nur Zuschauerinnen sind sondern ein Teil dieser Transformation.
00:52:07: Und damit endet die zwölfte Folge von Wind & Wurzeln Und zwar mit einem dicken, fetten Dankeschön an alle die uns diese Arbeit ermöglichen.
00:52:16: In jeder Folge stecken mehrere Tage Arbeit und ohne eure Unterstützung ist das einfach nicht möglich!
00:52:22: Also schaut doch mal in die Show-Nauts.
00:52:24: da findet ihr alle Wege wie ihr uns unterstützen könnt und bitte gebt nichts wenn ihr nicht zappt aber bewertet den Podcast gerne auf eurer Plattform wo ihr ihn hört interagiert und verbreitet ihn.
00:52:38: Vielen Dank auch noch mal am Perspektiv Daily, denn dank Perspektive Daily gibt es unseren Podcast jetzt einmal im Monat.
00:52:45: Und wenn ihr gerade eh schon in den Show Notes seid alle Links die ihr dort findet zu Artikeln bei Perspektives Daily, die unter anderem Felix Austen zum Thema geschrieben hat ermöglichen es euch diese Artikel ohne Paywall zu lesen!
00:53:28: Wind und Wurzeln ist eine Produktion von Haus Eins in Kooperation mit Perspektiva Daily Redaktion Karina Schröder und Marina Weißband.
00:53:37: Schnitt und Musik Oliver Kraus.
00:53:39: Tschüss, bis zum nächsten Mal!
00:53:40: Ich liebe euch!
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