Pläne der Bundesregierung: Pflege am Abgrund und wie wir sie retten
Shownotes
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Bundesregierung spart Versorgung kaputt
Pflege betrifft uns alle: als Kinder, Eltern, Angehörige oder irgendwann selbst. In dieser Folge sprechen wir über ein System, das viel zu oft auf Kosten von Frauen, Familien und Pflegebedürftigen funktioniert - und über eine Politik, die vor allem sparen will, statt Versorgung zu sichern. Christine Vogler vom Deutschen Pflegerat und Pflegeforscherin Martina Hasseler erklären, warum die Pflegeversicherung nie als echte Vollversicherung gedacht war, warum Angehörige seit Jahrzehnten die Lücken schließen sollen und weshalb die aktuelle Reform eher neue Probleme schafft als alte löst.
Was andere Länder besser machen
Wir schauen auch nach Dänemark und in die Niederlande: Dort zeigen District Nurses, kommunale Strukturen und mehr akademisierte Pflege, dass gute Versorgung, Entlastung und Effizienz zusammengehen können. Die zentrale Frage lautet: Warum traut sich Deutschland nicht, Pflege endlich strukturell neu zu denken?
Unsere Gäste
- Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Geschäftsführerin des Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe
- Martina Hasseler, Professorin für Gesundheits- und Pflegewissenschaften an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften
- Chris Vielhaus, Redakteur und Autor für Soziale Gerechtigkeit bei Perspective Daily
- Achim Truger, Professor für Sozioökonomie an der Universität Duisburg-Essen und Kolumnist beim Wirtschaftsmagazin „Surplus“ und Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - AKA die "Wirtschaftsweisen"
Links und Hintergründe
- Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Pflegeversicherung_(Deutschland)
- Deutscher Pflegerat: https://deutscher-pflegerat.de/profession-staerken/positionspapiere/profession-pflege-braucht-zukunft
- Deutscher Pflegerat: https://deutscher-pflegerat.de/profession-staerken/positionspapiere/forderungspapier-an-den-neu-gewaehlten-bundestag-zu--sofortigen-reformschritten-in-der-langzeitpflege
- Deutscher Pflegerat: https://deutscher-pflegerat.de/profession-staerken/positionspapiere/deutscher-pflegerat-legt-ausformulierten-koalitionsvertragstext-zur-staerkung-der-profession-pflege-vor
- InnIt: https://innn.it/keine-rentenkurzungen-fur-pfle
- Open Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/petition-gegen-die-geplanten-kuerzungen-im-reformentwurf-zur-pflegeversicherung
- Open Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/pflege-staerken-statt-schwaechen-tariftreue-erhalten-angehoerige-schuetzen-familien-entlasten
- Wie die Zukunft der Langzeitpflege aussehen müsste: https://deutscher-pflegerat.de/download/2025-11-29_dpr_zukunft_der_langzeitpflege_langform.pdf
- Wikipedia: Sachverständigenrat für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung: https://de.wikipedia.org/wiki/Sachverst%C3%A4ndigenrat_zur_Begutachtung_der_gesamtwirtschaftlichen_Entwicklung
- Frühjahrsgutachten des Sachverständigenrats Wirtschaft: https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/gutachten/fg2026/FG2026_Gesamtausgabe.pdf
- Christine Vogler im Anne Will-Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/m%C3%BCssen-wir-pflege-ganz-neu-denken-mit-christine-vogler/id1740744367?i=1000770249464
- Wind und Wurzeln zum Gesundheitssystem: https://wind-und-wurzeln.podigee.io/9-was-im-gesundheitssystem-schief-lauft
Artikel zum Thema bei Perspective Daily
Transkript anzeigen
00:00:01: Das sagte Christine Vogler, die Präsidentin des Deutschen Pflegerats im Podcast Politik mit Anne Will.
00:00:16: Eine ernüchternde Diagnose für die Politik!
00:00:19: Aber auch der Rest der Gesellschaft beschäftigt sich erstaunlich wenig mit dem Thema Pflege – was vielleicht daran liegen könnte dass wir dieses unangenehme Thema verdrängen, sagt Christine Voglar.
00:00:44: Und damit willkommen zu unserer neuen Folge Wind und Wurzeln.
00:00:55: Wir nehmen die Herausforderung an, wir haben Bock darauf!
00:00:59: Also, schnappt euch ein kühles Getränk?
00:01:01: Lasst uns über Pflege sprechen.
00:01:04: Es ist wichtig glaubt mir!
00:01:21: Bevor es losgeht habe ich eine kleine Bitte an Euch – Ein Blick in den Geldbeutel von Wind und Wurzeln hat gezeigt dass wir noch ein bisschen mehr Unterstützung brauchen um nicht ins Minus zu rutschen.
00:01:32: Darum wäre es ganz wunderbar wenn Ihr jetzt oder nachher einen kurzen Blick in die Show Notes werft Und über eine der Möglichkeiten, die ihr da findet ein paar Euro für uns dar lasst.
00:01:43: Dankeschön!
00:01:47: Was ist eigentlich Pflege?
00:01:48: Wovon sprechen wir überhaupt wenn wir von DER Pflege
00:01:52: sprechen?!
00:01:53: Im Lexikon von DocCheck steht alle unterstützenden Maßnahmen, die der Erhaltung wiederherstellung oder Anpassung von physischen, psychischen und sozialen Funktionen und Aktivitäten des Lebens dienen.
00:02:07: Das klingt ein bisschen abstrakt und vor allem nach einem riesengroßen Feld.
00:02:13: Und genau das ist Pflege auch, ein großes Feld!
00:02:17: Das macht es gar nicht so einfach über Pflege zu sprechen weil man eigentlich immer differenzieren müsste.
00:02:23: Sprechen wir über die professionellen Pflege?
00:02:25: Sprechern wir über den anderen Zugehörigen oder pflegebedürftigen selbst?
00:02:29: Sprächen wir über Krankenhausreformen?
00:02:31: Sprachen wir über Pflegeversicherungsreform?
00:02:32: Über was reden wir eigentlich?
00:02:34: Und für uns als professionelle Pflege geht es insgesamt um die Gesundheitsversorgung, weil wir merken, dass wir das nicht mehr isoliert betrachten können.
00:02:44: Das ist noch mal Christine Vogler – die Präsidentin des Deutschen Pflegerats mit der wir für diese Folge gesprochen haben.
00:02:50: Der Deutsche Pfleegerat ist der Dachverband und die Stimme aller beruflich pflegenden und Hebammen in Deutschland auf Bundesebene Ehrenamtlich.
00:03:00: Das ist wichtig dazu zu sagen, denn in anderen gesellschaftlichen Bereichen ist es eigentlich nicht so üblich dass Berufsverbände ehrenamtliche aufgestellt sind.
00:03:09: Wir kriegen keine Hauptamtlichkeit finanziert und das ist natürlich gegenüber den anderen Strukturen, Deutsche Krankenhausgesellschaft, Ärzte, Verbände, Krankenkassen medizinischer Dienst
00:03:21: usw.,
00:03:21: die Tausende von Menschen für die Gesundheitsversorgung beschäftigen.
00:03:25: um hier Strukture ins Systeme zu sichern ist das eine Fehlsteuerung, die als solche gar nicht wahrgenommen wird.
00:03:33: Präsidentin des Deutschen Pflegerats.
00:03:35: zu seines also nicht Christine Voglas Hauptberuf.
00:03:38: Deswegen ist sie auch noch Geschäftsführerin des Berliner Bildungskampus für Gesundheitsberufe in Berlin, wo Menschen sich zur Pflegefachfrau oder Pflegefachmann als Logopädin, Psychotherapeutin, anästhetischer Assistentin und vieles mehr ausbilden lassen können.
00:03:56: Sie isst seit vierzig Jahren im Gesundheitswesen und seit über dreißig Jahren in der Bildung – und sie sagt?
00:04:02: Ja!
00:04:02: Und das mache ich mit... großer Begeisterung, egal eigentlich was ich tue mache.
00:04:05: Ich mache alles mit großer Begleisterung weil es ein toller Beruf ist, egal ob man den ausbildet, ausübt oder für ihn
00:04:11: spricht.".
00:04:12: Ein toller Beruf!
00:04:13: Als wir mit Christine Vogler gesprochen haben, haben wir gemerkt mit wie viel Leidenschaft sie ihren Beruf vertritt?
00:04:26: Für Menschen, die Menschen mögen und keine Angst haben in Kontakt zu gehen mit Menschen glaube ich einer der erfüllendsten Berufe.
00:04:33: Und inzwischen ist er soweit dass er anständig bezahlt wird das er vernünftig Karriereoption hat Dass man sich damit entwickeln kann.
00:04:40: Ich habe die Pflege gelernt.
00:04:42: hätte ich gedacht dass ich heute da bin wo ich bin also ohne Die pflege wäre ich da nicht.
00:04:47: und deswegen ist die Pflege eines der solidesten Fundamente, die man zu Beginn seines Lebens finde ich als Berufsausbildung stellen kann.
00:04:56: und dann kann man sich entscheiden.
00:04:57: Gehe ich in die Fachlichkeit?
00:05:00: Gehe Ich ins Management?
00:05:02: Geh ich in benachbarte Gebiete von Gesundheitsversorgung?
00:05:05: Pflege ist einfach vielfältig sicher darf man auch nicht vergessen.
00:05:12: also Pflegefachpersonen wird es immer geben Und ich habe mir während meines ganzen Lebens immer wieder, wenn es Veränderungen gab, war Pflege immer auch ein Ankerpunkt als Beruf.
00:05:22: Von daher ... Pflege ist das was man machen sollte.
00:05:29: Toller Beruf, gute Karrierechancen, sinnstiftend, zukunftssicher... Das klingt wirklich cool!
00:05:36: Aber wir wären ja nicht hier, wenn in der Pflege alles toll wäre.
00:05:45: Also wir sind ein sehr hochschweiliges System.
00:05:48: Das erfordert, dass man überall etwas einreichen muss.
00:05:52: Eine Krankheit haben muss, irgendetwas was im System in die Sozialgesetzbüchern auch als Leistung hinterlegt ist und dann erst kann man das vielleicht beantragen und zwar für kriegt man die Leistungen eher
00:06:03: nicht."
00:06:04: Sagt Martina Hasseler Professorin für Gesundheits- und Pflegewissenschaften an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften.
00:06:12: Sie hat in den Reha-Wissenschaften habilitiert, ist heute zum einen in der Lehre unterwegs und forscht zum anderen über Versorgung Und sie beobachtet, dass insbesondere vulnerable Gruppen in Deutschland oft durch das komplexe System aus verschiedenen Sozialgesetzbüchern fallen.
00:06:33: Wenn es um Menschen geht die komplexen Versorgungsbedarfe haben – das können natürlich ältere Pflegebedürftige Menschen sein, das können jüngere Pflege bedürftigen Menschen sein und das können chronisch erkrankter Menschen sein also Menschen mit ganz verschiedenen Bedarfen, die nicht akut sind wenn es um die komplexten Versorgenbedarve geht, die verschiedene Sozialgesetz Bücher betreffen Also Sitzzeigesetzbruch fünf mit der Krankenversicherung, Sozialgesetzbuch elf oder Sozialgesetzbruchs neun Reha oder Sozialgesetzberuch zwölf und ähnliches mehr.
00:06:58: Da sehen wir zunehmend meiner Meinung nach dass die Menschen zwischen den Säulen dieser Sozialgesetzbücher auch fallen weil die Kostenträger versuchen sich gegenseitig abzugrenzen was aus deren Perspektive ja auch legitim und auch nachvollziehbar ist Für die Kostenträger, das sind im Bereich der Pflege vor allem die Krankenkassen und die Pflegeversicherung.
00:07:19: Aber auch Sozialhilfeträger sind die Bedarfe von Menschen.
00:07:23: also vor allem eins – Kosten!
00:07:26: Und da schauen Sie natürlich wie sie möglichst vermeiden können.
00:07:30: Und dann muss man sich also zurechtfinden in der Frage welches Sozialgesetzbuch ist für was zuständig?
00:07:35: Wo muss ich wie hingehen und wer schreibt welchen Antrag für mich?
00:07:38: und welcher Kostendräger lehnt das gerade ab?
00:07:42: Vielleicht in der Kurzfassung, wie schwierig es ist und das Ganze ist individuell betrachtet noch viel komplexer und schwieriger für die Menschen.
00:07:50: Wisst ihr woran mich das stark erinnert an die ODC mit meinem Rollstuhl?
00:07:56: Ich habe euch ja schon in der Folge übers Gesundheitssystem erzählt.
00:07:59: Es hat mich zwei Jahre meines Lebens gekostet einen Rollstuel zu bekommen.
00:08:05: Das fing damit an dass Mein Gutachter und meine Ärztin, wir auf einem Basar darüber verhandelt haben wie viele Prozent Schwerbehinderung ich jetzt habe.
00:08:16: Und dann wurde mir ein manueller Rollstuhl angeboten obwohl ich eigentlich Bedarf nach einem elektrischen Rollstühl hatte.
00:08:23: und dann wurde gesagt dass ich sowohl zu krank als auch zu gesund für einen Rollstuel bin.
00:08:28: und am Ende des Tages musste ich einen E-Rollstuhler aus eigener Tasche bezahlen einfach nur um mobil sein zu können.
00:08:36: Und Martina Hasler weiß, dass ich damit kein Einzelfall bin.
00:08:40: Ja das ist unser System.
00:08:41: Man braucht viel Geduld man braucht viel Wissen man braucht eine unglaublich ausgeprägte Gesundheitskompetenz die in Deutschland aber in der Bevölkerung gar nicht so stark vorhanden isst.
00:08:51: Man brauche das Systemwissen und man braucht Resilienz, man braucht Tatnäckigkeit und ähnliches mehr.
00:08:57: Das finde ich für Menschen, die chronisch erkrankt sind, die Hilfe bedürftig sind oder Pflegebedürftig sind vielleicht im hohen Alter auch Pflege bedürftige sind Einfach schon fast eine Zumutung.
00:09:05: Und in der Zwischenzeit verstechtert sich aber ja die Gesundheitszustand plus das Stress und die Auseinandersetzung mit den Kostenträgern, plus dass man in die Widerspruch gehen muss, plus das man vielleicht Gerichtsverfahren hat.
00:09:16: Das kostet nicht nur Geld sondern auch Nerven und führt in der Zwischenzeit dazu, dass man ja nicht die Hilfe hat, die man braucht um vielleicht eine Verstechterung der gesundheitlichen Situationen wenigstens zu verhindern.
00:09:26: Ich spreche nicht von Gesundwerden!
00:09:28: Das ist ein gutes System mehr.
00:09:30: Das Wort mag sich ein bisschen heftig anhören, aber ich finde es ist mein Eindruck dass es immer mehr um die Abwehr von Kosten geht.
00:09:41: Von über einen Namen der Kosten und ich würde das als Kostenabwehr bezeichnen und das demoralisiert die Menschen und lässt sie auch vielfach
00:09:48: alleine.".
00:09:50: Und da sind wir auch schon mittendrin in der Problembeschreibung denn die Pflege so könnte man denken hat vor allem ein Kostenproblem.
00:09:58: Die Pflegekasse hat ein Minus und das wird wachsen, wenn wir nichts tun.
00:10:03: Deshalb hat Nina Wagen die Bundesministerin von der CDU einen Gesetzesentwurf vorgelegt wie sie das System reformieren will.
00:10:11: Darüber sprechen wir nachher noch ein bisschen ausführlicher.
00:10:15: Was das Auffällige an diesem Entwurf ist um dass was die Menschen, die auf Pflege angewiesen sind wirklich brauchen geht es darin nicht.
00:10:25: Es geht vor allem um die Frage, wie man es schafft das alles weniger kostet.
00:10:30: Also um noch mehr Kostenabwehr, um es mal mit den Worten von Martina Hasseller zu sagen Ich finde im höchsten Maße ungerecht und ich finde es sehr schwer mit Politikern, Politikerinnen, mit Entscheidungstragenden, mit Kostenträgern darüber zu sprechen Weil nicht selten hört man dann auch den Satz, ach Frau Hassler stimmt doch alles überhaupt gar nicht.
00:10:52: Aber die Realität ist trotzdem eine andere als die Entscheidungstragende oder Gesetzgeber auch meinen.
00:10:58: und einfach die Realitäten nicht sehen zu wollen weil mal überfordert ist mit den Kosten die entstehen ohne aber überforderd ist vielleicht mal Reform anzuregen, die Strukturen verändernden damit die Menschen versorgt werden finde ich schwierig Und das macht für uns alle wirklich auch ne frustrierende Situation muss ich so formulieren.
00:11:23: Die Kosten, die mal wieder explodieren sind angeblich das größte Problem mit der Pflege.
00:11:30: Zumindest wenn man die Politik fragt.
00:11:33: Fragt man jedoch diejenigen, die für die Pflege sprechen und zu ihr forschen?
00:11:38: Dann erzählen sie uns von ganz anderen Problemen, die Sie sehen – und die Angesichts des demografischen Wandels auch noch grösser zu werden drohen!
00:11:47: Das erste Problem ist, dass die Politik alles rund um Pflegetraditionell im Privaten verortet hat.
00:11:54: Also zu Hause.
00:11:56: und wer hat die Pflege geleistet?
00:11:58: Genau Frauen natürlich!
00:12:00: Also fünfundneunzig hat man gedacht ihr eine Frau bleibt schon zuhause, die macht dann die Kehrarbeit.
00:12:05: das ist der Gedanke der Pflegeversicherung Und is ja immer noch deswegen.
00:12:09: es ist ein Teil leistungsreich.
00:12:11: Es war also vom Gesetzgeber nie so gedacht, dass der Staat die Pflege organisiert.
00:12:17: Dass die Beiträge zur Pflegefersicherung dazu da sind, dass man später einmal quasi ein Recht aufgepflegt werden hat oder so?
00:12:24: Nein!
00:12:25: Was man durch seine Beiträge in Die Pflegeversicherung erhält – das ist ein sogenanntes Teileistungsrecht.
00:12:32: Also einen Teil der Leistung kann die Pflegeversicherung unter bestimmten Voraussetzungen schon übernehmen Muss man beantragen?
00:12:41: Muss man gucken, ob es auch wirklich klappt.
00:12:44: Aber der übergroße Teil der Pflege wird nicht über die Pflegefersicherung geleistet!
00:12:50: Es ist strukturell zu achtzig Prozent auf Eigenleistung angelegt.
00:12:53: Es ist angelegt dass Frauen die Kehrarbeit umsonst zur Verfügung stellen.
00:12:57: Das ist unsere Pflegeversicherung und das lassen wir jetzt mal kurz sacken.
00:13:02: Es ging also bei der Pflegeversicherung nie darum, eine gute professionelle Pflege für uns alle zu gewährleisten.
00:13:08: Sondern im Grunde war der Grundfehler die Pflege-Versicherung pflegeversichern zu nennen.
00:13:14: aber eigentlich ist die Pflegeversicherung nur so eine Versicherung für die Absicherung der Grundversorgung wenn überhaupt.
00:13:20: Aber das Ziel war immer die Angehörigen zuerst.
00:13:23: Das machen die An gehörigen auch Die angehörige versorgen auch zu erst und es geht immer nur um einer Art der Grundversaugung.
00:13:29: Wenn die angehören nicht mehr können Dann können sie sich die limitierten Leistungen einkaufen.
00:13:34: Aber über fifty-fünfzig Prozent der Pflegebedürftigen werden alleine von Angehörigem versorgt, ganz allein!
00:13:39: Die haben keinen Pflegedienst oder irgendetwas anderes.
00:13:43: D.h.,
00:13:43: die müssen jeden Tag, twenty four seven diese Pflege bedürftige Personen auch versorgen und das alles mit pflegefachlichkeiten Pflege Bedarfen nichts zu
00:13:51: tun.".
00:13:51: Aus diesem Problem, dass der Gesetzgeber quasi fest damit rechnet, dass sich schon irgendeine Frau findet, die ihre Angehörung pflegt... Ergeben sich einige weitere Probleme, denn erstens haben sich viele Frauen eine eigene Karriere aufgebaut oder leben ganz woanders.
00:14:10: Oder sehen es auch einfach nicht ein, in den Jahren des Ur-Alte-Rollen-Modells zu leben und außerdem geht das alte Alleinverdienmodell für viele gar nicht mehr auf!
00:14:21: In vielen Familien gibt es so wenig finanziellen Spielraum dass die Frau arbeiten muss.
00:14:28: Von Alleinerziehenden fange ich jetzt gar nicht erst an.
00:14:32: Ja, und zweitens haben wir eine Bevölkerungsentwicklung die dieses Modell noch zusätzlich ins Schwanken bringt.
00:14:38: Ich habe auch gelesen dass zum Beispiel in Niedersachsen einigen Regionen der Anteil der pflegenden Angehörigen also der Pflegepersonen um mehr als eine zurück geht.
00:14:48: das bedeutet Wir haben bis zwei tausendtsweiundvierzig mehr pflegebedürftige wegen alter Gesellschaft.
00:14:53: Wegen der alter Gesellschaft haben weniger pflegende Angehöhre Und wegen der alter gesellschaft haben auch weniger pflege berufe weil auch die alt werden.
00:15:01: Lieber hat ja auch immer vergessen, es werden alle alt.
00:15:03: Auch die Pflegeberufe.
00:15:04: Und wir haben nicht dafür gesorgt da irgendwie eine Lösung zu finden weil das hat man dann noch versteckt.
00:15:09: Weil in zehn, fünfzehn Jahren geht ein großer Teil der Pflegedrufe eben auch in Rente mehr pflegebedürftige weniger pflegende Angehörige weniger Menschen in den Pflege berufen what could possibly go wrong?
00:15:28: und dass ist die eigentliche große Herausforderung vor der die Pflege steht Die demografische Entwicklung der Gesellschaft.
00:15:35: also Wir dürfen uns keine Illusion darüber machen, dass wir in Deutschland mit Sachen Pflege vor einer Herkulesaufgabe stehen.
00:15:43: Das ist Chris Vielhaus von Perspektive Daily – er ist Redakteur und Autor für soziale Gerechtigkeit bei Perspektiv Daily und ihr kennt ihn schon aus unseren Folgen zum Gesundheitssystem zur Rente und zu Steuern.
00:15:55: Wenn man sich die statistischen Zahlen anguckt dann kann man ganz klar sehen das die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland seit dem Jahr zweitausend sich fast verdreifacht hat.
00:16:05: Also im Jahr zweitausend hatten wir fast zwei Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland und zwei tausend fünfzwanzig, wo es die letzten Zahlen von gibt ungefähr fünf Komma sieben Millionen.
00:16:17: also das ist eine Kurve.
00:16:18: Die zeigt einfach straight nach oben Und da wird es wahrscheinlich soweit auch leider keine Trendwinde geben.
00:16:24: Da steckt dann dahinter dass die menschen immer älter werden.
00:16:27: Das ist ja ein Fakt.
00:16:29: viele werden auch gesund alt viele aber auch nicht leider.
00:16:33: Und jetzt haben wir halt erstmals die Situation, dass nicht nur die ältesten Pflege bedürftig werden sondern verstärkt auch die Boomer Generation das da halt auch die ersten da reingeraten, dass sie pflege brauchen und somit haben wir das erste mal quasi zwei generationen Die auf pflege gleichzeitig angewiesen sind und da wird es natürlich sehr sehr eng.
00:16:53: Wir halten fest die politik setzt zu sehr darauf dass schon irgendeine Frau die Pflege übernehmen wird, obwohl absehbar ist – das das nicht mehr hinhaut.
00:17:03: Und die Bevölkerungsentwicklung bringt uns bei der Pflege zusätzlich in enorme Schwierigkeiten.
00:17:15: dass es sehr viele verschiedene Gesetzbücher und Player gibt, die irgendwie in der Pflege etwas zu sagen haben.
00:17:25: Und oft heißt das dann, nee dafür sind wir gar nicht zuständig da müssen sie woanders hingehen.
00:17:31: Christine Vogler zählt auf.
00:17:32: Wir haben unterschiedliche Sozialversicherungsbüchern Die pflegebedürftigkeit finanzieren.
00:17:38: Da geht's auch gar nie um Pflegequalität.
00:17:40: Es ging in Deutschland noch nie übrigens um pflegerische Versorgungskwalität Sondern es ging immer nur um die Finanzierung der Systeme.
00:17:46: Wir haben im Krankenversicherungssystem ein manifestiertes System von Playern, die Leitlinien vorgeben wie zum Beispiel der gemeinsame Bundesausschuss.
00:17:56: Die Kranken- und Pflegekassen, die als Kostenträger die Gelder zuteilen und verwalten und auch hier Schwerpunkte setzen.
00:18:04: Wir haben die Krankenhausgesellschaften wir haben die ärztlichen Verbände, die ihre Heilberuflichkeit halten Und inmitten dieser vielen Player Alle irgendwie mit Reden bleiben ausgerechnet die professionell pflegenden ungehört.
00:18:19: Und woran es der professionellen Pflege mangelt, ist vor allem dass wir unsere Ressourcen nicht einbringen können und unsere Kompetenz in das System weil wir keine Mitsprache im System selbst haben.
00:18:30: Dann wird uns immer vorgeworfen Wir würden uns ja nicht organisieren.
00:18:33: Das ist immer eine spannende Geschichte Weil der Gesetzgeber hat zu sagen, was wir zu tun haben.
00:18:38: So komisch das jetzt hier auch klingt meine ich es in aller Ernsthaftigkeit so.
00:18:43: die Gesetze sagen was die Krankenversicherung zu tun hat.
00:18:46: Die Gesetzen sagen sogar was die Ärzte zu tun habe nicht die Heilkunde auszuüben und deswegen brauchen wir für die Pflege Gesetzesgrundlagen die uns einen Rahmen geben indem wir unsere Profession ausüben können.
00:18:58: Und dass verweigert der gesetzgeber seit Jahrzehnten auf der landesebene als auch auf der bundesebene.
00:19:03: Und damit haben wir schon zwei Expertinnen.
00:19:06: Die eine als Stimme der professionellen Pflege, die andere in der Forschung zur Pflege in Deutschland.
00:19:11: Zwei ExpertInnen also – die beide sehr gut berichten können wo der Schuh drückt und was sie sehen!
00:19:18: In der Praxis, in der Forschung, was an Reformen notwendig wäre?
00:19:23: Nur leider hört man ihnen einfach nicht zu... Ich kann Vorschläge machen wie man es anders machen könnte….
00:19:28: Aber Gesetzgeber, Politikerinnen und Politiker wollen das gar nicht hören.
00:19:31: Weil sie wollen so weitermachen in diesen Strukturen.
00:19:33: Sagt Martina Hasseller.
00:19:35: Und dann frage ich mich Warum lässt man uns alleine?
00:19:38: Auch Atmosphälerin und Wähler-Aleine aber auch In der Wissenschaft lässt man sich allein weil man dann bevorzugt auf Personenbeauftragten irgendwelchen Dingen die denn auch Das System auch so Aufreder halten und die entsprechenden Ergebnisse liefern.
00:19:51: Und die Versorgung wird immer
00:19:52: schlechter.".
00:19:52: Was Martina Hasseler meint, während die Versorgnung immer schlechter wird beauftragt die Politik Leute, die dann sagen wie man das mit der Pflege regeln könnte.
00:20:02: Am liebsten beauftragt die Politik Ökonomen – die ihr sagen, wie sie Kosten sparen kann!
00:20:09: Und das sind oft Vorschläge, die sehr viel Beachtung finden bei der Politik wie in den Medien.
00:20:16: Da war zum Beispiel das Frühjahrs-Gutachten des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dass im Mai veröffentlicht wurde.
00:20:25: Und das schauen wir uns jetzt mal genauer an!
00:20:31: Ja, der Sachverständigratz für eine Gesamtwirtschaftliche Entwicklung ist ein wichtiges Gremium, das es seit暖zer dreiundsechzig gibt.
00:20:37: Das ist Achim Droger.
00:20:39: Er ist einer der fünf Wirtschaftsweisen, wie sie in den Medien oft genannt werden.
00:20:43: Offiziell der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
00:20:49: Achim Droger ist außerdem Professor für Soziökonomie an der Universität Duisburg Essen und Kolumnist beim Wirtschaftsmagazin surplus.
00:20:57: Er hat uns erzählt was der Sacheverständigenrat für Aufgaben hat und wie sich die Mitglieder überhaupt zusammensetzen?
00:21:03: Da gibt es richtig einen Gesetz dafür.
00:21:05: Da sitzen fünf Leute drin, die von der Bundesregierung berufen werden.
00:21:10: Und wir kümmern uns um die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und beraten die Bundesregierung aber auch die breite Öffentlichkeit des alle, die sich mit Wirtschaftspolitik beschäftigen.
00:21:20: Wir sollen uns anschauen.
00:21:22: vier Ziele – Preisniveau-Stabilität also keine hohe Inflationen, hoher Beschäftigungsstand aus wirtschaftliches Gleichgewicht Stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum.
00:21:36: Das sind auch das magische Vier-Eck, weil man meistens die Ziele nicht alle zusammen hinbekommt.
00:21:41: Und dazu machen wir dann Konjunkturprognosen und schreiben wirtschaftspolitische
00:21:45: Kapitel.".
00:21:46: Die fünf Mitglieder des Rats werden vom Bundespräsident auf Vorschlag der Bundesregierung jeweils für fünf Jahre berufen – dabei gelten sogenannte rollierende Wahlperioden.
00:21:57: Klingt witzig heißt aber nur dass sie jedes Jahr ein neues Mitglied bestimmt wird!
00:22:02: Immer im März wird ein neues Mitglied gewählt oder ein altes Mitglied für weitere fünf Jahre bestätigt.
00:22:08: Achim Droger ist schon seit zwei Tausend neunzehn Mitglied, damit ist er der dienstälteste Imrat.
00:22:14: Er is einer der Wirtschaft unsoziales zusammen denkt und deshalb hat er zum Frühjahrsgutachten der anderen vier – ich nenne sie jetzt auch einfach Wirtschaftsweisen?
00:22:25: Ein Minderheitsvotum geschrieben.
00:22:27: Das heißt, er hat deutlich gemacht – das steht in dem Frühjahrsgut achten sogar drin – dass er eine andere Meinung
00:22:34: hat.".
00:22:48: da getan und die Kritik, die ich da habe ist das sozusagen durchs ganze Gutachten sich eigentlich zieht.
00:23:01: Durch die drei Kapitel immer steigende Beitragssätze als gesamtwirtschaftlich schädlich, besonders problematisch also als wachstums- und beschäftigungsschädlich.
00:23:12: Witzigerweise hat das früheres Gutachten selbst die Zahlen dafür geliefert warum Achim Trugatz zu einer anderen Einschätzung kamen als die anderen vier?
00:23:20: Interessant ist halt dass wir uns in dem einen Kapitel sehr ausführlich mit der Theorie und der Empirie dazu beschäftigt haben.
00:23:26: Und da kommt eigentlich raus, dass die makroökonomischen Effekte ziemlich gering sind.
00:23:33: Das ist sicherlich etwas was unerwartet war aber was ich natürlich dann aufgegriffen habe.
00:23:37: Ich finde wenn man selber die empirische Evidenz aufarbeitet gelangt, da muss ich das eigentlich auch in dem was man dann an Schlussfolgerungen hat.
00:23:49: Sozialpolitische Art irgendwie widerspiegeln und das ist aus meiner Sicht halt nicht
00:23:52: geschehen.".
00:23:53: Die anderen vier Sachverständigen sagen sinngemäß es darf auf keinem Fall zu Beitragserhöhungen in den Sozialversicherungen kommen sonst wird alles ganz schlimm.
00:24:02: Das wird ganz schlimm für die Wirtschaft.
00:24:04: aber wird es dass?
00:24:10: Das wird negative Effekte haben.
00:24:12: Ja, aber die Effekten werden bei Null Komma fünf Prozent oder null Komma neun Prozent des BIP fliegen in dieser spannen Breite und da muss man natürlich sagen okay also sieben Prozent Punkte Beitragsatzanstieg ist ja gewaltig Und wenn das am Ende tatsächlich ein halbes prozent bipp kostet oder nul Komma Neun Prozent dann heißt es über zehn Jahre verliert man sozusagen weniger als Null, Komma Null Fünf oder Null Komma Eins Prozent vom BIP also Wachstum pro Jahr.
00:24:41: Und das ist natürlich ein spürbarer Effekt.
00:24:44: aber der ist jetzt nicht gigantisch und das rechtfertigt aus meiner Sicht jetzt eben nicht dass man deswegen Alarm schreit und es rechtfertigen vor allen Dingen dann auch Nicht Dass Man Ziele die man bisher bei der soziale Sicherung verfolgt hat dass man die in Frage stellt.
00:24:58: mit anderen Worten diese Fixierung auf Die Beiträge dürfen Auf Keinen Fall steigen.
00:25:03: Die steht gesamtwirtschaftlich in keinem Verhältnis zu den schwerwiegenden Folgen, die man befürchten müsste.
00:25:12: Es wäre schon okay wenn die Beiträge steigen würden, wenn damit wenigstens sichergestellt wäre das die Grundversorgung erhalten bleibt!
00:25:20: So aber erfinden die Wirtschaftsweisen ein Problem dass sie dann unbedingt lösen wollen – Beiträge stabil halten… Das aber viel mehr andere Probleme zu verursachen droht als würde man einfach sagen Ach, das ist eigentlich kein großes Problem wenn wir mal ehrlich sind.
00:25:36: Das kriegen wir schon hinten.
00:25:37: Bei der Pflegeversicherung ist es ja so.
00:25:39: als sie eingeführt wurde war eines der wesentlichen Ziele dass Wenn man später pflegebedürftig ist und dann ins heim kommt also sagen stationär da ist Dann soll im regelfall vermieden werden durch die Pflegeversicherung, weil man die Pflegekosten nicht bezahlen kann.
00:26:01: Dass man deswegen dann in der Sozialhilfe
00:26:03: fällt.".
00:26:04: Also das Ding heißt ja dann Hilfe zur Pflege?
00:26:06: Das ist wichtig zu verstehen!
00:26:08: Bei der Pflege- versicherung geht es im Grunde vor allem darum, nicht in die Sozialhilfen zu fallen falls man ins Heim kommt und dass nicht bezahlen kann.
00:26:17: Das ist ihre Hauptlegitimation.
00:26:19: Das war das Hauptziel als man sie Mitte der neunziger Jahre eingeführt hat.
00:26:23: Man kann auch Hilfsmittel beantragen und häusliche Pflege, aber alles sehr basic.
00:26:29: Deshalb sprach Martina Hesseler vorhin von einer Grundversorgung.
00:26:34: Wenn man ins Heim kommt – und man kann das aber mit der Rente die man hat nicht bezahlen!
00:26:38: Und vermögen hat man auch keins — und die Angehörigen kann man damit auch nicht belasten— dann gibt es eben diese Hilfe zur Pflege.
00:26:47: Das Geld, das fehlt, übernimmt dann eben der Staat.
00:26:51: Aber nicht die Pflegeversicherung….
00:26:53: Ja, es ist ein bisschen verwirrend.
00:26:55: Achim Droger erklärt das gleich nochmal.
00:26:57: Und diese Hilfe zur Pflegequote je nachdem wie man die berechnet liegt jetzt auch schon bei thirty-fünf oder siebenundretig Prozent kann man auch schon sagen.
00:27:04: also im Regelfall sind fast nicht mehr vermieden und die Projektionen sind aber da beziehe ich mich auf den Heinz Rotgang Professorin Kollege Sozialpolitik Experte und sozusagen für mich Misterpflegeversicherung in Deutschland bezieh' mich auf dessen Projektion und da ist sozusagen ohnehin schon angelegt, dass diese Hilfe zur Pflegequote immer weiter hochgeht.
00:27:25: Und wenn man jetzt das was meine Kollegen-Kolleginnen bei der sozialen Pflegeversicherung vorschlagen macht dann geht diese Hilfe zu den Pflegequoten durch die Decke.
00:27:35: Sprich!
00:27:36: Wenn man die Kosten bei der Pflegeversicherung drückt indem man auf mehr Eigenverantwortung setzt und also weniger Leistungen bezahlt Verschiebt sich das Problem einfach woanders hin.
00:27:48: Es geht aber nicht weg!
00:27:49: Schlimmstenfalls werden Menschen schlechter versorgt und ihr Zustand verschlimmert sich, auf jeden Fall kann man sagen, dass was man bei der Pflegeversicherung einsparen würde, das würde dann irgendwo anders als zusätzliche Kosten wieder auftauchen.
00:28:06: Und die Projektionen von Achim Trugas Kollegen Heinz-Hrotgangs sagen – Das treibt immer mehr Leute in die Sozialhilfe.
00:28:14: Die Sozialhilfe wird ja dann bezogen wesentlich von den Kommunen.
00:28:18: Und die Kommunen sind eh schon unter Wasser, also wenn da Milliarden Kosten auf die Kommunen zukommen ist es ein weiteres Problem und ich finde das in dieser Form einfach abzuwälzen um solche Vorschläge zu machen, die begründet werden eben mit dem Ziel der Beitragssatzstabilität.
00:28:35: Das finde ich ist dann hochproblematisch, wenn das solchen Nebeneffekt hat.
00:28:39: Man kann bei den weiteren Vorschlrägen, die noch gemacht werden, kann man nicht nur sehen dass diese Hilfe zur Pflegequote hochgeht, sondern die Kolleginnen und Kollegen wollen halt dann die Eigenvorsorge stärken.
00:28:49: Und wollen da wirklich gewaltige Zusatzbeiträge von maximal fünf Prozent möglicherweise für ältere Menschen private Zusatz Beiträge, mit denen dann eben die von den Kollegen und Kollegen erzeugte Pflegelücke, die sie dann sozusagen durch ihre Kürzung herbeiführen.
00:29:09: Die das dann abdecken
00:29:10: soll.".
00:29:11: Und das läuft dann unter dem schönen Wort Eigenverantwortung.
00:29:15: Achim Trugger sagt, viele Menschen haben nur die gesetzliche Rente.
00:29:20: Und wenn ich sozusagen davon von dem Einkommen, wenn ich da mehrere Prozente noch wegnehme für so eine obligatorische private oder auch für einen Fonds in der Einzahl, dann wird das Nettoeinkommen deutlich geringer und dann fallen diese vielen Menschen möglicherweise unter die Armutsgefährdungsschwelle Und man erzeugt damit eben Armutsgefährdung im Alter noch zusätzlich.
00:29:45: Und aus all diesen Gründen habe ich gesagt, also das bin ich nicht bereit mitzugehen so weitreichende Zielverschiebungen erstmal und so weitreichende soziale Nebenwirkungen begründet mit gesamtwirtschaftlichen Effekten die aber nur moderat sind.
00:30:03: Also das mache ich nicht mit und deshalb habe ich das in der Erzwartung
00:30:05: geschrieben.".
00:30:06: Die sozialen Nebenwirkungen von denen Achim Droger spricht sind schlimmstenfalls mehr Altersarmut als wir ohnehin haben.
00:30:14: Denn wenn sie dann die Kosten sparen, dann trägt irgendjemand diese Last und in dem Fall sind es dann halt diejenigen, die in der Pflege einfach weniger bekommen.
00:30:25: Und interessanterweise ist jetzt ja so.
00:30:28: das Gesundheitsministerium hat ja jetzt einen Referentenentwurf davor gelegt, der schon diskutiert worden Und da fehlt jetzt diese Eigenvorsorge.
00:30:36: Die ist zwar perspektivisch angelegt, aber die ist nicht ausbuchstabiert und insofern ist das eigentlich nur eine reine Plumpekürzung, die da erfolgt und das haben wir als Rate noch meine Kolleginnen und Kollegen nicht vorgeschlagen.
00:30:51: also der Bund saniert sich da eigentlich wunderbar.
00:30:53: auf Kosten der Pflegeversicherung kommt einfach sein Verpflichtung dann nicht nach.
00:30:58: Das ist natürlich nochmal zusätzliches Problem Und damit sind wir bei den aktuellen Gesetzesentwürfen, die die Ministerin Waken von der CDU vorgestellt hat.
00:31:11: Alle Menschen mit denen wir für diese Sendung gesprochen haben – die Pflegewissenschaftlerin, der Ökonom, die Stimme der professionellen Pflege und der Journalist – sind ziemlich erschüttert darüber was die Bundesregierung davor gelegt hat.
00:31:25: In der Politik wird im Moment viel darüber geredet das die Kosten... explodieren.
00:31:30: Das ist angesichts der Zahlen wahrscheinlich auch so, aber das lässt natürlich nicht die Menschen verschwinden, die auf Hilfe angewiesen sind und deswegen sind Kürzungen natürlich der komplett falsche Weg um da irgendwie eine menschenwürdige Pflege sicherzustellen.
00:31:45: Gucken wir mal was in dem Referentenentwurf überhaupt drin steht?
00:31:50: Achim Droger fasst es für uns zusammen.
00:31:52: Die Bundesregierung oder das Gesundheitsministerium sagt unsere oberste Maxime Da ist sozusagen der Laufen jetzt Einnahmen und Ausgaben auseinander.
00:32:01: Und da tut sich im kommenden Jahr und in den Folgejahren tut sich ein Defizit auf, und es darf auf keinen Fall sein, dass der Beitragssatz steigt.
00:32:10: Und sozusagen diese Beitragskonstanz ist gesetzt und dann werden halt an allen Ecken und Enden Maßnahmen eingezogen um die Beitragsstabilität zu gewährleisten.
00:32:20: Das sind dann eben doch an vielen Stellen Plumpekürzungen.
00:32:25: Die gehen auch beispielsweise zu Lasten der pflegenden, einmal der ppflegenden Angehörigen.
00:32:30: Wo die Rentenversicherungsbeiträge für die bisher gezahlt werden.
00:32:36: Für pflegende Angehöhre, damit sie später keine Nachteile in eine Renten- versicherung haben und damit es auch einen Anreiz gibt dass die Angehörigen selbst pflegen, das da wird gekürzt.
00:32:45: Das ist ziemlich heftig.
00:32:47: und dann etwas was eigentlich eine Errungenschaft war, dass nämlich die Pflegenden jetzt professionell pflegende, dass sie anständig bezahlt werden in den Pflegeeinrichtungen, dass es da Tariftreue-Klauseln gibt, dass sozusagen Leistung aus der Pflegeversicherung bezahlt werde wenn das Tarift treu nach Tarifen gezahlt wird.
00:33:06: Das soll jetzt quasi experimentell vier Jahre mal ausgesetzt Was nichts anderes heißt, als dass die Menschen dann möglicherweise schlechter bezahlt werden.
00:33:14: Und was natürlich für die Rekrutierung von Pflegepersonal ein Problem ist... Also man trägt das erst mal auf dem Rücken der pflegenden aus aber bis langfristig möglicherweise eben auch auf dem rücken der pflegebedürftigen, einfach deshalb weil dann die Personalsituation vielleicht schlechter wird.
00:33:31: Im Grunde kann man sagen wird alles was in der Pflege gerade problematisch ist durch die Reform noch verschärft.
00:33:39: von den Problemen die wir vorhin besprochen haben wird keines wirklich gelöst.
00:33:44: es geht nur um das eine.
00:33:46: Jede Reform die wir gerade diskutieren hat nur den Auftrag die Pflege für sich und am Leben zu erhalten Und wir diskutieren nie, niemals über die unterfährende Minderversorgung.
00:33:57: Wir haben noch nie gefragt was brauchen die Menschen überhaupt um gut versorgt zu werden.
00:34:01: Welche Leistungen bräuchten wir da eigentlich?
00:34:03: Sagt Martina Hasseler und Christine Vogler stimmt so und ergänzt Also letztendlich.
00:34:09: was jetzt passiert ist Pflegebedürftige werden stärker belastet.
00:34:15: Sie haben schweren und späteren Zugang zur Pflegeleistung obwohl sie pflegebedurftig sind.
00:34:21: Was daraus erwächst, wenn ich in der Nichtversorgung bin und ich bin bereits pflegebedürftig?
00:34:26: Weil die Politik entscheidet das okay.
00:34:28: Wenn nicht nur nicht laufen kann habe ich kein Problem.
00:34:30: Nur wenn er dich laufen kannst und ich körperlich nicht versorgen kannst anders sehr dann bist du erst pflegebedürftig.
00:34:35: Das ist eine große Katastrophe.
00:34:38: Angehörige werden belastet die Rentenpunkte zu streichen, also in einer Gesellschaft, in der wir wissen, dass die Pflegebedürftigkeit aufgrund der Demografie wachsen wird.
00:34:48: Da kann ja keiner was für.
00:34:50: Das ist einfach das die Zahlen-Situation.
00:34:52: und dann noch pflegefach Personen mit zu dieser Gruppe gehören, die aus dem Beruf ausscheiden, die an und zugehörigen und die pflegebedürftig massiv zu belasten durch solche Dinge wie Tariftreueaussetzungen Parallel dazu, an allen Stellen sowohl die Personalbemessung in den Kliniken als auch in der Amulantenversorgung einfach mal auszusetzen und zu streichen.
00:35:15: Weil das wird parallel gerade diskutiert.
00:35:17: Nimmt man die absoluten Arbeitsgrundlagen für die Pflegefachpersonen, die wir gerade mal vor fünf Jahren angefangen haben, zu verändern?
00:35:24: Man könnte zusammenfassend sagen wenn sich in der Pflege in den letzten Jahren etwas verbessert hat – und das hat es durchaus!
00:35:32: Dann reist dieser Gesetzentwurf, der davor liegt Alles mit dem Allerwertesten wieder ein.
00:35:39: Und das finde ich Wahnsinn!
00:35:42: Wir würden auf jeden Fall den Verlust an Pflegefachpersonen massiv wieder vorantreiben, die Ausbildungszahlen würden zurückgehen... Insgesamt weiß ich gar nicht, wo ich überall sagen könnte dass es keine gute Lösung ist was in diesen Gesetzen steht weil es überhaupt gar keine Struktur Veränderungen gibt.
00:36:02: Einfach nur zu streichen zu streichend zu streiken und so eine Sachen wie wirklich Versicherungsfremde Leistung rauszunehmen Dinge aus den Sozialversicherungen zu bezahlen die da nicht hingehören Die eigentlich in die steuerliche Belastung kommen So eine Systeme wie die PKV völlig unangefast zu lassen.
00:36:19: Das geht alles aus unserer Sicht nicht, weil die Strukturreform nicht angegangen wird.
00:36:24: Und das ist der größte Fehler in dieser ganzen Situation, dass wir eine rein fiskalische Betrachtung haben und im Grunde die Finanzindikatoren zu Versorgungsindikatoren werden.
00:36:40: Überall da wo es passiert muss man einfach deutlich sagen nein darf nicht
00:36:44: sein.".
00:36:44: Christine Vogler ist sehr klar und deutlich.
00:36:47: Nur hört ihr in der Politik mal wieder niemand zu.
00:36:50: Dabei hat Der Deutsche Pflegerat schon sehr oft konstruktive Vorschläge gemacht, während der Bundestagswahl als sich der neue Bundestag konstituiert hat und während der Koalitionsverhandlungen.
00:37:03: Es ist nämlich nicht so dass sich der Deutsche Pflegerat jeglichen Reformen verweigern würde.
00:37:08: Im Gegenteil Wir wissen das wir Geld nur begrenzt zur Verfügung haben.
00:37:12: umso wichtiger es aus unserer Perspektive die Strukturen so zu verändern, dass die Kompetenz von Pflegefachpersonen in diesem System endlich Platz finden.
00:37:20: Das ist mir wirklich wichtig und solange dies nicht passiert haben wir ein Riesenproblem dem allen anderen Sachen pflegische Versorgung für morgen sicherzustellen.
00:37:30: Christine Vogler sagt, wenn es ein Bild gäbe einer Vision wo wir hingehen mit diesen Veränderungen dann glaube ich würden die Menschen auch mitgehen.
00:37:39: So ihr Lieben Wir wären ja nicht bei Wind und Wurzeln Wenn wir mit unseren Gästen nicht genau darüber über eine Vision für die Pflege der Zukunft gesprochen hätten.
00:37:53: Wie so oft hilft es mal zu gucken, wie unsere Nachbarn das machen?
00:37:57: Chris Vielhaus hat uns ein Beispiel aus den Niederlanden mitgebracht.
00:38:01: Das zeigt wir könnten Pflege auch anders denken und neu organisieren.
00:38:07: Aber erst mal erklärt Chris, wie bei uns Pflege überhaupt abgerechnet wird.
00:38:11: Und zwar ist es da dann so das gewisse Leistungen... Da gibt es einen Leistungskatalom mit Modulen und da stehen dann Leistungen drin, die von der Pflege erbracht werden.
00:38:21: Das heißt zum Beispiel kleine Körperpflege und dafür gibt's eine feste Vergütung oder eine festen Zeit.
00:38:26: Das heisst kleine Körperflege kostet dann meinetwegen dreiundzwanzig Euro.
00:38:30: Die Zahlen sind jetzt schon ein bisschen älter vielleicht ist inzwischen mehr Und dafür werden dann halt dreinzwanzig Euro für den Pflegedienst vergütet und das muss dann in fünfzehn Minuten, sage ich jetzt einfach mal abgearbeitet werden.
00:38:43: Vielleicht kommen da noch andere Leistungen dazu.
00:38:44: zum Beispiel heißt es so schön technisch einfache Hilfe bei der Nahrungsaufnahme.
00:38:50: Dafür bezahlt die Pflegekasse dann sieben Euro sechzig oder sowas wie Teilwaschen oder ähnliches.
00:38:57: Es werden bestimmte Leistungen genehmigt von der Pflegekasse.
00:39:00: Die werden dann bezahlt und die haben dann unabhängig davon, auf was für eine Situation die pflegenden Treffen in einer gewissen Zeit müssen, die dann abgearbeitet werden.
00:39:09: Und das ist natürlich in der Realität oft zumindest sehr schwierig.
00:39:13: Klingt ein bisschen als würden Menschen da wie am Fließband abgefertigt werden?
00:39:17: So, früher war es in den Niederlanden so ähnlich organisiert bis es da wirklich zu einer regelrechten Pflegerevolution kam durch diese Nachbarschaftshilfe Böhrsorg.
00:39:29: Und da wurde dieses ganze Konzept komplett umgeworfen und ganz neu gedacht, da gab es dann nämlich nur eine Leistung im Katalog und die Leistung hieß Pflege.
00:39:37: Diese Pflege wurde nicht pro einzelnes Modul abgerechnet sondern es wurde nach Stunden abgerechnet wie das ja bei ganz vielen anderen Branchen auch absolut üblich ist.
00:39:48: kann man sich das so vorstellen, dass es da halt Teams gibt.
00:39:52: Die arbeiten ohne eine großartige Hierarchie und ohne Managementetage, Pflegedienstleister oder sonst irgendwas und ohne diese starren Zeitvorgaben.
00:40:02: Das heißt, da sind Menschen die brauchen Pflege- und Unterstützung muss man einfach sagen, die fahren dahin und dann wird gestaut was steht denn heute an?
00:40:10: Vielleicht ist es dann auch mal neben dem Frühstück mitzubereiten oder sonst irgendwas auch mal ein tröstendes Gespräch, was dann irgendwie stattfinden kann.
00:40:19: Dadurch dass halt nicht diese starren Module da sind.
00:40:22: Das heißt die Mentalität ist ganz anders.
00:40:24: diesen Teams, die da in Bösoch arbeiten, die arbeiten ohne eine Leitung und sind wirklich Insofern autonom, dass den zugetraut wird eigenverantwortlich zu entscheiden was diesem Menschen da gerade am besten hilft und was der braucht.
00:40:38: Und nicht was der Katalog sagt und was sich auf meinem Zettel abhaken muss.
00:40:42: Das ist halt ein fundamentaler Unterschied zudem wie es im Moment hier in Deutschland gemacht wird.
00:40:49: Es gibt noch weitere Variablen oder weitere Faktoren die dann dazukommen, die dieses System so erfolgreich machen in den Niederlanden.
00:40:56: Dass dort weit über die Hälfte der Menschen inzwischen mit Bühnsorg gepflegt
00:41:01: wird.".
00:41:01: Die Pflege ist nicht nur an das bezahlt sondern sie setzt auch andere Schwerpunkte.
00:41:06: Und zwar ist es da dann so dass wirklich im Fokus auch steht, dass man versucht...die Menschen, das hört sich jetzt auch wieder so technisch an aber zu aktivieren.
00:41:14: Das heißt Hilfe zur Selbsthilfe.
00:41:16: klar wird dann geholfen.
00:41:18: zum Beispiel Häufig ist das mit diesen Thrombose Strümpfen.
00:41:21: Ich habe Interviews dazu geführt, da ist das Beispiel sehr häufig die dann mühsam an und ausgezogen werden müssen dass da natürlich unterstützt wird.
00:41:28: aber es wird auch immer versucht gezählt zu sagen ja schau mal probier mal wie weit du kommst Und beim nächsten Mal Christus vielleicht selber schon ein bisschen besser wieder hin.
00:41:37: und Es wird halt nicht einfach in kurzer Zeit irgendwie strumpf an strumpft ausgezogen.
00:41:40: und Das macht einen riesigen Unterschied für die Menschen und Einen schönen Nebeneffekt hat es außerdem Für den Pflegenden.
00:41:48: Das macht nicht nur für die gepflegten riesigen Unterschied, sondern auch für die pflegenden und für die Mitarbeiterzufriedenheit.
00:41:54: Weil diese Autonomie halt dazu führt dass die Zufrieden- heit von den Pflegenden selber auch viel höher ist.
00:42:00: Dass sie sich eben nicht wie so ein Pflegeroboter fühlen, sondern dass ihnen zugetraut wird hey wir wissen dass du vor Ort am besten weißt und bewerten kannst, was gerade Phase ist.
00:42:11: Und der Pflegedienstleiter oder der Manager, der im Büro sitzt von dem Pflegerdienst weiß das wahrscheinlich weniger gut.
00:42:17: Und deswegen haben sie quasi diese Jobs bei Bürsorg konsequent zurückgeschnitten.
00:42:23: Es gibt so ein bisschen eine dispektierliche Bezeichnung dafür.
00:42:26: Ich will das jetzt keinen Pflegedienstleitern hier in Deutschland vorwerfen, bitte nicht falsch verstehen aber manchmal ist da die Rede von Bullshit Jobs.
00:42:32: also wenn du einen Verwaltungsapparat hast der halt sehr aufgebläht und wo Aufgaben darin bestehen anderen Leuten zu sagen wie arbeiten müssen, obwohl man selber gar nicht vor Ort ist.
00:42:42: Und das gibt es da halt nicht.
00:42:44: und ich glaube das spielt eine große Rolle dafür dass diese Bürsorg als mehrfach schon in den Niederlanden als bester Arbeitgeber des Landes ausgezeichnet wurde und die Mitarbeiter nach Befragung da halt auch viel zufriedener sind und was natürlich auch klar ist umso schlanker diese Strukturen sind ohne die Manager usw.
00:43:03: dazwischen.
00:43:04: das drückt natürlich auch die Kosten.
00:43:05: Es ist also eine bessere Pflege für die Betroffenen Es sind bessere Arbeitsbedingungen für die professionell pflegenden und es ist kostengünstiger.
00:43:15: Und noch etwas finde ich daran toll, es bringt die Menschen zusammen!
00:43:20: Es schafft und stärkt Communities.
00:43:24: Bürsorg – das heißt nämlich übersetzt Nachbarschaftshilfe Das Ganze in den Niederlanden heißt nicht umsonst Nachbarschaftshilfe, weil wo man sich da auch klar sein muss die Pflegenden haben da so ein bisschen die Rolle von einer vernetzenden Stelle.
00:43:42: Und da geht es wirklich auch darum, dass die Nachbarschaft, die Familie, die noch da ist und alle sozialen Kontakte wirklich möglichst gut mit eingebunden werden.
00:43:50: So dass der Pflegedienst vielleicht nicht die Medikamente oder das Rezept abholen muss sondern dass die Nachbarin gefragt wird, die vielleicht noch besser zu Fuß ist, könntest du das Rezip mitbringen?
00:43:59: Oder könntest Du hier helfen den... gerade schon viel zitierten Thrombosisstrumpf anzuziehen, wo dann auch von so Anekdoten berichtet wird.
00:44:07: Dass das natürlich auch ein sozialer Faktor ist der ja für die Gesundheit extrem wichtig ist dass Leute dazu angestupst werden sich halt nicht hinter ihren Wohnungen zu verchanzen, zu vereinsern sondern aktiv darauf hingearbeitet wird dass da menschlicher Kontakt stattfindet.
00:44:22: Es wurde mir in einem Interview sogar gesagt das es da Fälle gab wo dann die zwei älteren Damen auch mal zusammen vielleicht ein Schnäppchen getrunken haben.
00:44:31: Das ist jetzt für die Gesundheit unmittelbar natürlich nicht so förderlich aber wird vielleicht durch den sozialen Kontakt und das schöne Ritual dann wieder aufgewogen.
00:44:40: Tatsächlich gab es wegen dieses großen Erfolgs in den Niederlanden auch schon Pilotprojekte in Deutschland.
00:44:46: Nur leider hat der Gesetzgeber nicht die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen können, damit diese sich auch halten.
00:44:58: Aber nicht nur die Nieder lande sind Nachbarn von denen wir lernen können.
00:45:02: Martina Hasseler schaut zum Beispiel gerne nach Dänemark.
00:45:05: Es gibt ja so ein Streberland des Dänemarks.
00:45:07: natürlich haben sie auch ihre Probleme.
00:45:09: Wir haben auch ihre demografische Entwicklung.
00:45:11: gleich wohl Ist die Gesundheitsversorgung, die Langzeitversorgungen kommunal organisiert?
00:45:17: Die sind digital miteinander verknüpft.
00:45:19: Das heißt es gibt keinen Unterschied zwischen Krankenhausversorgungs-, und Langzeit- versorgen oder Displique Nursing Versorgung.
00:45:25: Sondern wenn Patienten nach Hause entlassen werden, werden die Informationen digital gleich an die Kommune vergeben.
00:45:32: Da kommt jemand von der Kommunenschätzung Bedarfe ein kriegt die Person das, was sie braucht.
00:45:36: Wenn Sie Physiotherapie bekommen bekommt sie Physitherapie nicht nur sechs Mal Nicht nur mit Ablehnung und nicht nur mit Widerspruch.
00:45:43: wenn den Hilfsmilch braucht zum Beispiel Rollstuhl-Flegebett Die kriegt das sofort.
00:45:47: Das ist für deutsche Orden.
00:45:48: wenn die das sehen und hören dann denken es kann ja nicht sein dass wir sofort.
00:45:51: doch die kriegen das sofort weil die das im Lager haben in der Kommune.
00:45:54: Wie cool oder?
00:45:55: Die Wahrscheinlichkeit ist groß dass ich in Dänemark nicht zwei Jahre lang auf mein Rollstühl gewartet hätte.
00:46:01: Die Idee der District Nurse ist auch etwas, das Christine Vogler im Sinn hat wenn sie sagt.
00:46:06: Wir haben in Deutschland nicht mal ein vernünftiges Wort für die, die in Amulanten versorgen sind.
00:46:10: Deswegen lagen wir immer die Community Health Nurse also die CRN, die wir hier brauchen und im klinischen Kontext die Advanced Practitioner Nurses also die, fachlich für die Klinik ausgebildet werden die APNs.
00:46:21: Das ist internationaler Konsens.
00:46:25: Deutschland tut sich schwer.
00:46:27: Eine Community Health Nurse oder District Nurse, oder... Was man vielleicht mit dem alten Begriff der Gemeindeschwester übersetzen kann damit sich das alle so vorstellen können?
00:46:37: Die District Nurse ist verantwortlich für die gesundheits- und krankheitsversorgung vor Ort.
00:46:43: Die ist dann mit dem GP, mit dem Hausarzt digital verknüpft.
00:46:46: sie darf aber gleichwohl relativ viel selbstständig machen.
00:46:48: in der Gesundheitsversorgungs haben wir Deutschland auch alles nicht.
00:46:51: Diese Gemeindeschwester oder District Nurse wie auch immer wie Sie nennen wollen, die kann sehr viel und sie darf auch sehr viel Und das kommt nicht von ungefähr.
00:47:01: Um gute Primärversorgendesysteme Public Health zu installieren brauchen wir Pflegefachpersonen die in großem Verantwortungsbereich auch übernehmen können, in der Versorgung.
00:47:11: Also nicht nur hochkomplexe Pflegesituationen wo viel zu versorgen ist sondern einfach den weiten Blick haben auf das System, auf die Prozesse im System, Wie auch soziale Bereiche oder andere heilkundliche Bereiche, also medizinische Bereiche.
00:47:30: Ich glaube dazu braucht es ein Studium!
00:47:32: Das kann ich nicht mit einer dreijährigen Ausbildung oder mit einer anhängenden Weiterbedingung die mich in einem Fach gut qualifizieren kann aber ein Verständnis für Prozesse und Systeme Und einer Professionsentwicklung braucht es akademisch ausgebildete Kolleginnen.
00:47:46: Der Akademisierungsgrad in der Pflege ist in Deutschland sehr niedrig, das sagt auch Martina Hasseler als sie uns erklärt warum die District Nurse in Dänemark so viel kann und auch darf.
00:47:57: Das hat verschiedene Ursachen.
00:47:59: Das eine ist natürlich dass in den meisten Ländern um Deutschland drum herum akademisierte Pflegeausbildung schon bekannter ist in der Welt sowieso und auch zu vierzig, fünfzig Prozent teilweise zu hundert Prozent in europäischen Ländern umgesetzt wird.
00:48:11: In anderen Ländern auch wirklich zu Hundert Prozent.
00:48:14: Deutschland ist da ganz weit hinten eigentlich auf dem letzten Platz.
00:48:17: Europäisch für euch immer den Satz Martina selbst die Österreicher sind weiter als ihr?
00:48:21: Und das stimmt!
00:48:22: Und natürlich ist es sinnvoll Pflegefachberufe für eine Gesundheits- und Krankheitsversorgung so auszubilden, dass sie eben diese Kompetenzen auch erwerben.
00:48:33: Es geht natürlich schon am besten über Bachelor- und Masterabschlüsse.
00:48:37: Das haben diese Länder auch gerade in Dänemark oder Niederlanden?
00:48:42: Aber nicht nur in Dänemark und den Niederlands.
00:48:44: Auch wenn wir beide als besondere Vorbilder herauspicken... Eigentlich ist es für den Rest der Welt schon fast eine Binse, dass die Zukunft der Pflege nur mit einer höheren Akademisierung zustimmen.
00:48:57: Das ist internationaler Konsens und Deutschland tut sich schwer.
00:49:01: also wir haben ja noch nicht mal ein Prozent akademisiert Und wir haben kaum Studiengänge Wir haben kaum ein vernünftiges Angebot.
00:49:10: damit Schaffen wir auch eine Versorgungsunsicherheit und Gefährdung der Menschen, wenn wir Pflegefachpersonen nicht vernünftig ausbilden?
00:49:17: Das gehört einfach zu den Karriereoptionen dazu.
00:49:19: Und jetzt kommt der Witz!
00:49:21: Wenn weh die District oder Community Health Nurse bei uns hätten, die mit ihrer akademischen Ausbildung viel kann und viel darf dann liegt genau hier auch ein enormes Einsparpotenzial sagt Christine Vogler.
00:49:35: Ich nehme mal das Beispiel Impfen Dann wird das irgendwie, glaube ich ziemlich klar.
00:49:39: Wenn wir in der ambulanten Versorgung zum Beispiel präventiv aufklären könnten über vernünftige Impfungssituationen in Familien mit Kindern aber auch bei Erwachsenen bei Pflegebedürftigen mit Immunsuppression also wo ich ein schwaches Immunsystem habe Und ich dann auch ganz selbstständig die Medikamente dazu holen kann, die Spritzen setzen kann, spritzen kann.
00:49:59: Dann hätte man eine sehr gute Durchimpfung und den Schutz der Bevölkerung.
00:50:03: Das kann man.
00:50:04: was das Fiskalische angeht, auch wenn ich zum Beispiel als Pflegefachperson in der Häuslichkeit komme und ich sehe einen Mensch, der vielleicht eine leichte Demenz hat wird immobiler, kann vielleicht morgens nicht mehr so gut aufstehen hat dadurch vielleicht auch eine kleine Depression entwickelt, will nicht so richtig aufstehen und ich kann ihm ganz einfach helfen durch eine Aufstiehilfe.
00:50:26: Ja, die weiß ich nicht in bestimmte Formen von Rollator oder Unterstützung.
00:50:29: Oder vielleicht am Ende auch ein Bett was mir hilft oder ein anderes System, das mir helfen kann?
00:50:35: Was heute passiert?
00:50:36: Ich müsste zum Arzt es verschreiben lassen.
00:50:38: Das dauert Wege des Dauerzeit und so.
00:50:41: So würde ich als Pflegefachperson das erkennen.
00:50:43: Ich kenne den Patientin oder die pflegebedürftigen.
00:50:45: Ich kann es einschätzen, ich kann es beschreiben.
00:50:47: Ich könnte es abrechnen.
00:50:49: Ich fahre Wege der Patient würde schneller versorgt werden wäre schneller versorgen.
00:50:55: aufhalten oder länger aufhalten und all das würde Auswirkungen haben natürlich auch die Kosten, weil es alles sehr viel sinnvoller organisiert wäre.
00:51:06: Und Martina Hussler ergänzt?
00:51:08: Wenn ich bedenke wie aufwendig es ist alleine eine Physiotherapie der erstmal verordnet zu bekommen dass sie krankkastes genehmigt dann kriegt man das so sechs mal nur muss man das wieder beantragen.
00:51:18: Das sind ja auch Geld.
00:51:19: auch da würde mich interessieren Wie viel Geld wir verspenden für diese ganzen Prozeduren Diese ganzen Bürokratien, auch das berechnet nie ein Ökonom.
00:51:29: Und es finde ich einfach erstaunlich, warum nicht?
00:51:31: Das kostet Geld und zwar viel Geld!
00:51:33: Und dieses Geld könnten wir sparen – wir würden also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, win-win.
00:51:40: Aber….
00:51:41: Wir haben ja auch noch das Problem dass die Pflege in so vielen verschiedenen Sozialgesetzbüchern geregelt wird Und auch, dass so viele andere Player mitreden.
00:51:51: Die alle besser organisiert sind und vor allem auch gehört werden.
00:51:55: Auch das müsste sich dringend ändern, sagt Martina Hasseler.
00:51:58: Was wir dann aber auch brauchen ist nicht alleine damit getan jetzt akademisierte Pflegefachberufe zu haben sondern was für deinem Brauchen ist wenn wir bei diesen Sozialgesetzbüchern bleiben brauchen wir im SGB V also in der Krankenversicherung Definition oder zumindest eine Zuschreibung von Vorbehaltsaufgaben für die Pflegefachberufe und alle Länder, die auch akademisierte Pfleger haben.
00:52:23: Das hat der Gesetzgeber gemacht.
00:52:24: Da kann man den Gesetzgebern nicht außer Verantwortung nehmen, weil sie sich gerne zurücklegen und sagen, da ist nicht unser Problem.
00:52:29: Hat der Gesetz Geber entschieden, dass die Pflegefachberufer mit bestimmten akademischen Abschlüssen das und das selbstständig machen müssen?
00:52:36: Und es wird dann auch finanziert!
00:52:38: Das ist Gesundheitsministerin Nina Waken.
00:52:43: Sie ist gefragt, sie könnte diese Dinge regeln wenn sie wollte will sie aber nicht.
00:52:49: Der Gesetzgeber in Deutschland macht das wie folgt sagt dann Pflegekompetenzgesetz setzt es auch im Paragraf die Krankenversicherung um gibt es dann aber den Selbstverwaltungsorganen zurück.
00:53:02: Das heißt also nach Paragraph die kranken Versicherungen Die Selbstverwaltungsorgane der Ärzte, sich erst mal auf so Leistungen einigen.
00:53:12: Da denke ich naja, in Zeiten wie jetzt wo sogar die ärztliche Leistung rationiert werden sollen sehe ich nicht die Bereitschaft bei den Krankenkassen auch nicht weil die Ausgaben gestiegen sind.
00:53:23: das ist ein Aufwand wenn er überhaupt zustande kommt.
00:53:27: Jahre dauern Jahre die wir einfach nicht haben.
00:53:36: und dann ist da auch noch die Demografie.
00:53:39: was hatte Chris vorhin gesagt?
00:53:41: Bis im Jahr ist es bis zu einem Jahr.
00:53:48: Wir haben noch nie so viele Pflegeauszubildende gehabt, wie momentan.
00:53:51: Es sind fast ein paar Sechsundfünfzig Tausend.
00:53:57: angefangen auch eine Erhöhung der männlichen Kolleginnen und Kollegen, die in die Berufe gehen.
00:54:03: Das hat damit zu tun, dass eben traditionell einfach die meisten dann in Familienplanungsstrukturen dann die Alleinverdiener sind und dadurch dann auch die Familie erst mal in den ersten Jahren annähern können.
00:54:13: Wir waren auf diesem Weg dorthin.
00:54:15: was jetzt passiert ist ein absoluter Rollback durch Tariftreueauflösungen, der Versorgungssituation in die Familien hinein, wieder dass Frauen zu Hause bleiben.
00:54:27: Dass Frauen in der Pflege wieder in Teilzeit arbeiten gehen müssen und das ist aus der feministischen Perspektive genauso eine Katastrophe wie aus der
00:54:39: Versorgenperspektive.".
00:54:40: Ich sag's mal so – Die Lösung ist recht einfach!
00:54:43: Die Tariftreue muss natürlich bleiben Und es könnte auch gut sein, dass das was Nienawagens Ministerium Ende Mai.
00:54:52: Als Referentenentwurf vorgelegt hat so nicht wirklich durch den Bundesrat kommen wird.
00:54:57: Profizeit Achim Droger.
00:54:59: Ich gehe nicht davon aus, dass dann so durch dem Bundesrat geht, dass die Länder dem zustimmen.
00:55:04: also der amtierende Bundesratspräsident Andreas Bovenschulte, Bremer Bürgermeister hat ja schon sich geäußert, dass damit Widerstand der Länder zu rechnen sein wird wenn Gesetze zu Lasten der Länder und der Kommunen durchgehen sollen.
00:55:20: Das wird auf jeden Fall noch mal Verhandlungen nach sich ziehen, denke
00:55:23: ich.".
00:55:24: Und sowas heißt immer auch – es lohnt sich jetzt laut zu werden!
00:55:28: Ihr könnt euch den unzähligen Petitionen anschließen die sich allein in den letzten Wochen lautstark gegen die Rentenkürzung für pflegende Angehörige, gegen die Kürzungen ganz allgemein und gegen die Streichung des Pflegegrades und für die Erhaltung der Tariftreue richten.
00:55:48: Einfach Suchmaschine anschmeißen oder in die Show-Notes schauen!
00:55:53: Und natürlich dafür sorgen dass die Länder das nicht mitmachen.
00:55:57: also schreibt den Landesregierungen Aber eigentlich waren wir ja hier bei den Lösungen.
00:56:07: Schauen wir mit Martina Hasseller nochmal nach Dänemark.
00:56:10: Ich hatte vor einiger Zeit mal so'n Projekt auf europäischer Ebene, da war ich Mitglied eines Konsortiums und erzählte die Kollegen aus Orhus in Dänemark.
00:56:22: Es ging um Durmensversorgung diesem Projekt und erzählt diese Kollegen Ja... Wir können nicht die Angehörigen alles machen lassen!
00:56:32: Weil die haben den Ansatz, jemand hat eine Demenzdiagnose.
00:56:35: Die Kommune kriegt das, da gibt es Bedarfeinschätzung und dann haben wir so Möglichkeiten der sehr wohnenden Anversorgung.
00:56:41: Da können sie in einen Demenz genannten, übersetzt Demenzkorner.
00:56:44: Dann kann man da reingehen, man kriegt Aktivierung oder bedarf angemessen.
00:56:48: Man wird physisch mobilisiert, man geht geistig noch mal mobilisiert alles sehr bedarfangemessen.
00:56:54: Und dann saß ich da, es war ein Online-Termin und saß sich da und sagte Das ist in Deutschland ganz anders.
00:56:59: In Deutschland muss zuerst die Angehörigen gerannt und sie muss zu erst belastet werden.
00:57:02: Und dann kann man vielleicht eine Form von Grundversorgung kriegen, aber diese Art von Demenz-Versorgen wie ihr habt haben wir nicht mal ansatzweise in Deutschland ein ganz sicherlich wohnortnaher.
00:57:13: Das fand ich traurig!
00:57:15: Die Kollegin auch.
00:57:16: Im Gespräch mit Martina Hasseler haben wir viele tolle Beispiele gehört, die wir nachmachen könnten.
00:57:21: Aber immer auch ihre Trauer darüber, wie es bei uns ist... Und wir haben uns dazu entschlossen, die nicht rauszuschneiden.
00:57:30: Weil ganz ehrlich wenn ich so was höre und nach der Innenmark schaue und in die Niederlande dann macht mich das auch traurig!
00:57:37: Ich denke wow, das könnten wir auch haben aber wir bekommen gerade von unserer Bundesregierung das Gegenteil.
00:57:44: Das gehört einfach zur Wahrheit.
00:57:46: und das ist frustrierend Vor allem wenn man sich wie Martina Hasseler und Christine Vogler Tag ein Tag aus mit dem Thema befasst.
00:57:55: Ich habe momentan das Gefühl, es haben schon seit einigen Jahren aber dass Politikerinnen und Politiker sich nicht mehr als Volksvertreter-Vertreter sehen was sie eigentlich auch sind.
00:58:05: Deswegen willen wir sie ja!
00:58:06: Und dass Sie das nicht mal sehen.
00:58:07: und es ist unglaublich schwer zu diesen Menschen Kontakt aufzunehmen.
00:58:13: man sage ich immer Lobbyismus gewinnt immer Weil das, was wir anzubringen haben.
00:58:18: Wir können keine fancy parlamentarischen Abenden veranstalten.
00:58:21: Wir kann sie nicht einladen zu den Sommer und Winter und Frühlingsfesten die anderen Lobbyisten auch machen usw.
00:58:27: Sondern wir sind immer nur dann interessant wenn es um die Wahlen geht Und Die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen.
00:58:37: die bedarfst angemessene versorgen vom pflegebedürftigem menschen ist nicht im fokus und so wie politiker in politika und andere entscheidungs tragende reden Weiß ich, dass sie noch nie unterversorgte Menschen gesehen haben.
00:58:52: Wenn Menschen nicht bedarfsangebessen versorgt sind wie die teilweise verzweifelt sind oder auch weinen weil sie nicht mehr wissen wie sie dann Arbeit, Beruf und Versorgung der Pflegebedürftigen zusammenbringen kann.
00:59:01: Und ähnliches mehr.
00:59:02: Diese Wahrnehmung ist kein Einzelfall und man muss ganz klar sagen Bedarfsorientierte menschenwürdige Pflege zu bieten das ist kein nice to have für einen Staat Sondern sollte eine Selbstverständlichkeit sein.
00:59:16: Zumal für die drittstärkste Ökonomie der Welt!
00:59:20: Wenn sie das nicht mehr ist, dann macht es auch etwas mit der Demokratie sagt Christine Vogler.
00:59:26: Das trifft alles im Kern wirklich wieder den sozialen Staat Die soziale Versorgung und die soziale Gerechtigkeit.
00:59:34: Und das is so dumm das zu tun Weil wir wissen dass wenn die Sozialeschere noch weiter auseinander geht wie gefährdend es für Demokratie und für eine ausgewogene Gesellschaft ist.
00:59:59: Das heißt, natürlich passt nicht alles in eine Folge was man dazu sagen könnte.
01:00:04: Wir haben uns deswegen hier auf die Probleme konzentriert, die besonders groß sind und die dringend angegangen werden müssen!
01:00:12: Und wir haben uns auf die Lösungen fokussiert, die auch wirklich Antworten auf diese Probleme liefern – bei denen unsere Nachbarn ja zeigen, dass es geht wenn man will, wenn die Politik will….
01:00:25: Denn ja, die Bevölkerungsentwicklung macht eine Reform der Pflege dringend notwendig – gar keine Frage.
01:00:33: Aber einfach nur kürzen ohne eine neue Struktur für die Zukunft aufzubauen?
01:00:37: Das bringt nicht nur nichts, das erzeugt neue Probleme!
01:00:41: Wir brauchen genau, wie in vielen anderen Ländern eine viel höhere Akademisierungsquote in der Pflege.
01:00:48: Wir müssen Pflege viel kommunaler denken und wir müssen weg von dem System das bestimmte Leistungen bezahlt werden anstatt wie in jeder anderen Branche auch einfach einen Stundenlohn zu zahlen.
01:01:01: Wenn wir diesen ganzen Bereich tatsächlich mal entbürokratisieren und die Hürden abbauen und die Einstufungen und Begutachtung niedrigschwelliger organisieren etwa durch eine Gemeindeschwester oder Community Health Nurse, dann können wir sparen und bessere Versorgung bieten.
01:01:19: Es wäre ein Win-win!
01:01:20: In anderen Ländern hat der Gesetzgeber sich für diesen Weg entschieden und dann dafür gesorgt dass er gegangen wird – und wir könnten das auch wenn wir wollten…und ich will das!
01:01:32: Und wenn bis dahin die Beiträge ein wenig steigen, absolut verkraftbar im Gegensatz zu den Kürzungen, die hier gerade diskutiert werden.
01:01:44: Das war schon die dreizehnte Folge Wind und Wurzeln – und die gibt's nur dank all denjenigen von euch, die unseren Podcast finanziell unterstützen!
01:01:54: Wie schon gesagt, ist im Moment eine knappe Kiste.
01:01:57: Darum schaut noch mal ob ihr nicht ein paar Euro übrig habt damit wir die nächste Folge produzieren können.
01:02:03: Wir würden gerne beim Rhythmus von einmal im Monat bleiben was ohne unsere Kooperation mit Perspektive Daily übrigens gar nicht möglich wäre.
01:02:12: wirklich Danke an alle die dabei helfen.
01:02:14: Jeder Euro macht einen Unterschied.
01:02:16: Wir haben hier keine KI.
01:02:17: Wir haben echte Sprecher Echte Redaktion.
01:02:22: Also unterstützt ein werbefreies Format, wenn ihr sie sehen wollt.
01:02:27: Guckt in unsere Show-Notes.
01:02:29: da findet Ihr Infos zu Steady und unsere Kontodaten Und alle Links die ihr dort findet zu Artikeln bei Perspektive Daily Die unter anderem Chris Vielhaus zum Thema geschrieben hat ermöglichen es euch diese Artikel ohne Paywall zu lesen.
01:02:57: Wind & Wurzeln ist eine Produktion von Haus I in Kooperation mit Perspektiv Daily Redaktion Katrin Rönecke und Marina Weißband.
01:03:05: Tschüss, bis zum nächsten Mal!
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