Gemeinsam gegen die AfD: Vom Hoffen ins Handeln kommen - mit Arne Semsrott und Katharina Wiegmann
Shownotes
Es ist gerade nicht leicht, nicht zynisch zu werden. Doch Zynismus spielt nur den Autoritären in Hände, sagt Katharina Wiegmann. Und auch wenn Hoffnung als politisch naiv gilt, wollen wir euch genau die machen! Denn aufzugeben ist ja auch keine Lösung. Beim Live-Podcast in Münster sprechen Katharina und Arne Semsrott über die Lehren aus dem Wahlerfolg der Afd in Sachsen-Anhalt. Sie zeigen auf, dass es bei einer Polarisierung zwischen Faschismus und Demokratie nicht darum gehen kann, die "goldene Mitte", also ein bisschen Faschismus zu wählen. Und wie wichtig es gerade jetzt ist, ins Handeln zu kommen, Comunities zu bilden und zivilgesellschaftlich einzusetzen, wo immer man kann. Und wenn man nur ein leckeres Essen für sich und andere kocht.
Danke an alle, die uns unterstützen. "Wind und Wurzeln" ist eine gemeinsame Produktion von hauseins und Perspective Daily, dem unabhängigen, community-finanzierten Magazin für konstruktiven Journalismus. Dank Perspective Daily gibt es "Wind und Wurzeln" ein Mal im Monat. Dank euch können wir unabhängig von Werbung bleiben. Wenn ihr uns dabei unterstützen wollt, könnt ihr das bei steady oder direkt bei hauseins tun. Das automatisch erstellte Transkript gibt es wie immer bei steady.
Der Podcast ist ein Live-Mitschnitt der Diskussionsrunde am 10. September 2026 in Münster. Danke an Perspective Daily für die Organisation des gemeinsamen Abends, der auch ein bisschen wie eine Gruppentherapie für alle Beteiligten war!
Das Buch von Arne Semsrott, "Gegenmacht: Die Zivilgesellschaft schlägt zurück Eine Anleitung für die demokratische Offensive", ist bei Droemer erschienen.
Kleiner Hinweis: Perspective Daily fehlen noch knapp 250 neue Mitglieder, damit die Kooperation mit "Wind und Wurzeln" auch in der nächsten Staffel weitergehen kann.
Transkript anzeigen
00:00:01: Haus eins und Perspektive Daily präsentieren.
00:00:04: Wind-und Wurzeln!
00:00:25: Wir sind im großen Raum, ich dachte wir seien einen kleinen Raum.
00:00:29: Und ihr seid alle hier?
00:00:31: Sind Sie
00:00:31: glücklich?!
00:00:31: Hallo und willkommen zu Wind und Wurzeln.
00:00:35: für heute eine sehr besondere Folge.
00:00:37: Ich setze nämlich gerade nicht an meinem Schreibtisch in meinem Arbeitszimmer sondern im Spec Ops in Münster und über neunzig Leute starren mich an Und das hat damit zu tun, dass Perspektiv Daily Geburtstag feiert und wir heute eine besondere Live-Folge haben.
00:00:55: Deshalb habe ich heute auch Gäste bei mir nämlich Arne Semsrod aus Berlin Frisch angereist von frag den Staat.
00:01:04: er ist Politikwissenschaftler Journalist und Demokratieaktivist falls das so nicht in seiner Wikipedia steht könnt ihr das gerne korrigieren Beschäftigt sich mit Transparenz gegen Rechtsextremismus ist ein Mensch, den ich sehr bewundere auch für seine Bücher.
00:01:21: Sein Neuestes heißt Gegenmacht und auch er hat einen Podcast.
00:01:24: Gilda Konn-Arne.
00:01:26: Und bei mir ist Katharina Wiegmann.
00:01:29: Sie ist Redaktionsleiterin von Perspektive Daily.
00:01:32: sie entwirft aber auch Kampagnen macht verschiedene Aktionen.
00:01:36: sie war vorher Reporterin in Prag mit Fokus auf Europapolitik und die Zukunft der Demokratie.
00:01:44: Das ist deswegen so relevant, dass ich die beiden heute an meiner Seite habe.
00:01:47: Weil wir heute ein bisschen schweres Thema durchkauen!
00:01:52: Wir sprechen über Hoffnung und wir sprechen über Hoffnungen nach der wahlen Sachsen-Anhalt.
00:01:59: Und deshalb ist es auch wichtig, dass das ein Live-Podcast ist.
00:02:02: Denn wenn wir über belastende Zeiten sprechen – über etwas, uns mitnimmt, dass uns vor Fragen stellt und uns mit Unsicherheit konfrontiert.
00:02:16: Dann ist es wichtig das wir zusammen sind!
00:02:19: Dass wir in einem Raum sind körperlich nebeneinander mit allen unseren Gefühlen.
00:02:24: Und dieser Podcast ist nicht so sehr jemand erzählt kluge Dinge und Zahlen über die Welt sondern ich stelle mir diesen Podcast heute mehr als eine Art Gruppentherapie für uns alle vor?
00:02:36: Die Idee ist... Wir reden über Dinge, die schlecht sind.
00:02:41: Und wir reden ganz im Sinne des konstruktiven Journalismus über Dinge ,die wir tun können und Wir gehen hier raus und das ist die Hauptsache Das ist die Hausaufgabe mit einem Gefühl von Lust Mit dem Gefühl von lust darauf etwas zu tun Jemanden kennenzulernen eine konkrete Aktion zu machen.
00:03:03: Das ist das Ziel.
00:03:06: Jetzt muss ich nur noch von a nach b kommen Denn ich glaube, ich weiß nicht.
00:03:12: Ich projiziere jetzt von mir auf euch und ich habe das Gefühl dass viele Leute gerade ernsthafte Fragen haben was die Zukunft der Demokratie betrifft?
00:03:21: Was ein Optimismus betriffe in diesen zynischen Zeiten gerade wenn wir an unsere Mitbürgerinnen denken.
00:03:29: Arne du Warst in letzter Zeit viel in Sachsen-Anhalt?
00:03:33: Du hast dort mit Leuten gesprochen.
00:03:35: Magst du vielleicht einmal so ein Eindruck schildern, was du dort gesehen hast?
00:03:40: Ich war vor allem im zivilgesellschaftlichen Räumen.
00:03:43: Das ist mein großes Privileg mit diesem Buch und ich werde häufig eingeladen von Leuten die sich engagieren, die etwas machen wollen.
00:03:49: Und ich habe in Sachseneinhalt in allen Orten egal wo sei es Magdeburg und Halle oder Zerbst, Halberstadt, Quedlenburg eine... so krasse Energie gespürt, die habe ich so in Deutschland noch nie gespürt.
00:04:03: Also das sehr klare Verständnis von allen Leuten vor Ort hier geht es um alles!
00:04:10: Hier geht's wirklich um so viel wie noch nie und dass hat zu einer wirklich besonderen Energie und einem wirklich besondern Austauschraum jeden dieser Abende, die ich da verbracht hab geführt.
00:04:25: Weiß glaube ich jetzt schon ein bisschen darauf hin und später sprechen wir, glaube ich mehr noch darüber.
00:04:32: Dass da auch was entstanden ist, das nicht einfach weg ist.
00:04:35: Es ist jetzt nicht so dass bei der Landtagswahl abends um achtzehn Uhr dann mit diesem Ergebnis die Zivilgesellschaft auf einmal ausgeschaltet war sondern die Netzwerke die da entstanden sind und auch neu entstanden Idealerweise eigentlich vor vielen Jahren so entstanden werden, die sind jetzt da.
00:04:52: Und das glaube ich was ganz Besonderes passiert an Verbindung und Engagement Was jetzt angesichts des Umbruchs der Ansteht Auch ein Potenzial bietet.
00:05:06: also Ich Glaube Der umbruch dass der kommt Das ist klar und das ist allen Leuten Vorort Klar Aber Wie Genau der Ausbuch Stabiert wird Wer Darüber mit entscheidet?
00:05:18: wirklich noch offen.
00:05:19: Und dass es Angst besetzt, so Leute haben wirklich scheiß Angst aber verloren ist es halt auch nicht direkt.
00:05:30: Haben dich angesichts der Erfahrungen die du gemacht hast die Wahlergebnisse überrascht?
00:05:36: Schon auch noch.
00:05:36: also natürlich wenn ich dann dazu vorher interviewt wurde oder so habe ich gesagt ja so wird's wahrscheinlich kommen Aber das merke ich dann in so einer Situation hat mich trotzdem total mitgenommen.
00:05:47: Also ich war wirklich benebelt Binst auf eine Weise bis jetzt immer noch, weil es halt schon nochmal was anderes ist.
00:05:55: Ob man so eine Analyse irgendwie nüchtern vorträgt und sagt ja das ist was passiert wenn man die Rechten kopiert oder wenn's dann halt wirklich passiert?
00:06:04: Das merke ich halt schon insbesondere weil ich natürlich bei allen Leuten die ich da kennen vor Ort nachgefragt habe wie gehts euch und diese Angst und diese Trauer die versuche ich mit aufzufangen aber dass natürlich in so einer Gänze gar nicht möglich
00:06:19: Katharina, es ist ja so wenn wir über so etwas reden dann fangen wir an zu analysieren.
00:06:23: Oh wie konnte das kommen?
00:06:24: Wie konnte das passieren?
00:06:25: und dabei geraten oft die Menschen um die es geht und diese Energie tragen ein bisschen unter die Räder.
00:06:32: hast du eine Idee?
00:06:33: Ist das medial so können wir das überhaupt verhindern dass es so ist?
00:06:39: Wir hatten gestern ganz interessantes Gespräch beim Mittagessen in der Redaktion und dann saßen wir wie wahrscheinlich viele Leute gerade in ihren Küchentischen oder den Kneipen zusammen und haben versucht, uns zu überlegen ja warum war das denn jetzt so?
00:06:51: Wer hat dann die AfD gewählt?
00:06:53: aus welchen Gründen sind es die mit schlechteren Bildungschancen?
00:06:56: liegt es am Einkommen an?
00:06:57: was liegt es.
00:06:58: Und irgendwann hatte ich das Gefühl dass wir uns damit ablenken auch ein bisschen.
00:07:02: Das ist eine Ablenkungsmanöver ist sich in diese rationalen Analysen zu flüchten um sich vielleicht den Gefühlen gar nicht erst zu stellen die aufkommen.
00:07:12: Das ist ein Selbstschutz vielleicht, aber ich glaube es ist auch wirklich ein bisschen schädlich.
00:07:18: Auch wenn diese Analysen natürlich ihre Berechtigung haben.
00:07:20: Aber das ist auch ein bisschen Schädlich weil man eben die Menschen aus dem Blick verliert, die du wahrscheinlich in Sachsen-Anhalt getroffen hast die jeden Tag mit den Konsequenzen umgehen müssen jetzt, die vorher auch schon Angst hatten.
00:07:32: Meine Kollegin Paulina war bei einem Mikrastreik in Magdeburg im Sachsen-Anhalt vor Ort.
00:07:37: Da haben Menschen ihre Geschäfte geschlossen, die eine Migrationsgeschichte haben, um eben auch darauf aufmerksam zu machen wie viel Angst sie jetzt schon haben und da hat sie Protokolle mitgebracht.
00:07:46: Die haben mich wirklich wütend gemacht und aber auch getroffen gemacht, weil ich das Gefühl hatte so viel hab' ich mich vielleicht noch gar nicht damit beschäftigt oder ich habe noch gar nichts richtig verstanden was das bedeutet für viele Leute.
00:08:00: Jetzt ist es ja so dass gerade die AfD ja auch durchaus von einer Stimmung der Angst profitiert also auch grade wenn Migrantinnen... Ich hab' auch so ein TikTok gesehen wo junge Pflegekräfte die Umfragen sehen und dann ihre Koffer packen und sagen Ja dann pflegt eure Mütter doch alleine.
00:08:17: wir gehen jetzt.
00:08:18: Und ich frage mich, aber alle die die AfD gewählt haben, freut das wahrscheinlich eher.
00:08:21: Die verbuchen das unter Erfolg, dass Menschen Angst haben und generell wissen wir, dass eine angstbesetzte Stimmung einer gespaltene Stimmung immer den radikalen Parteien hilft?
00:08:32: Wie sehr tragen Medien dazu bei, dass wir diese Ergebnisse überhaupt
00:08:37: haben?".
00:08:38: Ja, darüber habe ich auch viel nachgedacht.
00:08:40: Viel diskutiert wurde ja das Spiegelcover mit Ulrich Siegmund der gefährlichste Mann Deutschlands, worüber er sich im Nachhinein sehr gefreut hat.
00:08:48: Er hat Ausgaben signieren lassen und die werden anscheinend auf Kleinanzeigen jetzt für recht hohe Preise gehandelt.
00:08:54: Ich hab schon das Gefühl ... Die Medien haben sehr viele Angstberichterstattungen gemacht und haben dieses Gefühl der Angst stark... Du bist die Diplompsychologin, vielleicht kannst du auch ein bisschen sagen gleich was Angst.
00:09:10: mit uns macht oder in welchen Zustand uns Angst eigentlich versetzt.
00:09:13: Weil ich hab schon das Gefühl, dass da eben vielleicht wichtigere Fragen untergingen.
00:09:18: Vielleicht auch die Sachfragen was sind wirklich die Probleme der Menschen vor Ort?
00:09:21: Was gibt es für Lösungsansätze für die Probleme vor Ort, wer arbeitet schon daran und sich viel um den Aufbau von Angst und dieser Schreckenskulisse gedreht hat?
00:09:32: und vielleicht wurde es auch ein bisschen zur selbst erfüllenden Prophezeiung.
00:09:35: Also
00:09:36: wir haben ja auch schon darüber gesprochen in diesem Podcast, Angst aus rein ökonomischen Anreizstrukturen entsteht, weil Menschen nun mal am ehesten auf das klicken was ihnen Angst macht.
00:09:48: Ich glaube ihr erlebt es bei Perspektive Daily ja auch wenn da Trump oder Putin im Titel vorkommen
00:09:53: dann klickt man
00:09:54: eher drauf!
00:09:55: Weil es erstens vielleicht wichtig ist zweitens völlig verrückt und abgedreht und drittens wir sind von unserem Gehirn her darauf geprimed auf alles zu achten, was uns Angst macht.
00:10:06: Weil das das Feuer noch in der Höhle brennt okay-fein.
00:10:08: aber wenn der Sebelzantiger irgendwo kommt dann müssen wir drauf achten.
00:10:11: also geht unsere Aufmerksamkeit immer auf das, was unseren meisten Angst macht.
00:10:15: und jetzt ist es der blöde Effekt unter Angst werden wir dumm.
00:10:18: Also wir unter Stress generell werden wir dümmer.
00:10:21: unser langsames Denken des unseren präfrontalen Cortex einschließt.
00:10:26: dass unsere Reflexionsfähigkeit unser logisches Denken einschliesst geht aus Und irgendwas ganz, ganz Urtümliches in unserem Gehirn.
00:10:34: Unsere emotionalen Zentren gehen ein und dann treffen wir schnelle Entscheidungen.
00:10:38: Schnelle Entscheidung basieren stärker auf Vorurteilen, auf irgendwelchen alten Klischees die wir irgendwie gelernt haben.
00:10:44: Das heißt versetze einen Menschen in Angst und er verliert diverse E-Kuhpunkte und wirkt nicht mehr demokratiefähig.
00:10:51: Ich glaube sogar dass Angst möglicherweise die größte Hindernis der Demokratie ist.
00:10:56: Du hast geschrieben Anne.
00:10:58: Ich lese das jetzt mal vor, weil ich dann deine Worte in meine Redezeit packen kann.
00:11:02: Du hast geschrieben wir gehen rechten auf den Leim wenn wir uns endlos an ihren Agenten Forderungen und Provokationen abarbeiten.
00:11:11: autoritäre Kräfte versuchen uns in eine ständige Beschäftigung mit ihnen zu drängen indem sie lautstark eine Polarisierung in der Gesellschaft beklagen.
00:11:18: dies ist jedoch ein Trick.
00:11:20: Was oft als Polarisierung gelabert wird, ist faktisch eine Politisierung der Kommunikation.
00:11:25: Kein tatsächliches Auseinanderbrechen gleich großer Bevölkerungsteile.
00:11:30: Polarisierungen fungiert als Kampfbegriff der Rechten um das gegenüber zum Einlenken zu zwingen.
00:11:37: Was meinst du genau damit und wie kann man das verhindern?
00:11:42: Es gibt ja wirklich jetzt wahnsinnig viel Diskurs in den letzten Jahren über Polarisierung und in der Regel ist so eine Form der Schlussfolgerung, die es danach gibt.
00:11:53: Wir müssen die Polarisierungen überwinden wir müssen irgendwie wieder zusammenkommen.
00:11:58: Da, glaube ich, lohnt es aber schon noch einen Zwischenschritt einzubauen und sich anzuschauen.
00:12:03: Was sind denn das eigentlich genau für Pole?
00:12:06: Und muss man da wirklich zusammenkommen?
00:12:08: Ich würde sagen wenn so die beiden Pole sind auf der einen Seite Faschismus, auf der anderen Seite Antifaschismus – dann ist nicht die Polarisierung das Problem sondern der Faschwismus!
00:12:20: Also, da geht es glaube ich nicht so sehr darum dann eine Brücke zu schlagen.
00:12:25: Zu den beiden Lagern und sich irgendwie zu verständigen sondern dann glaube ich geht es darum den Faschismus entschieden zu bekämpfen.
00:12:33: Das heißt Polarisierung an sich kann auch einfach erstmal bestehende Konflikte die es gibt bestimmte ja auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen Meinungsunterschiede sehr deutlich machen und dann kann man anhand dieser Pole idealerweise in einem demokratischen Diskurs verhandeln, wie man damit umgehen muss.
00:12:57: Aber die Polarisierung an sich ist erst mal glaube ich noch nicht etwas was man abschaffen sollte.
00:13:03: Also du sagst wenn jetzt jemand der Meinung ist Ich sollte ermordet werden weil ich Hüdin bin Und ich bin der Meinung das Nicht dann liegt die richtige Position nicht irgendwo in der Mitte.
00:13:17: Ein bisschen ermordet ist, glaube ich, nicht die Lösung davon genommen?
00:13:20: Ich wertschätze das!
00:13:21: Danke.
00:13:23: Katharina hast du eine Idee?
00:13:25: was sollten denn Medien machen?
00:13:27: also wenn wir jetzt alle Briefe in die Redaktion schreiben was genau sollten wir fordern damit sie nicht auf diesen Trick der Polarisierung reinfallen?
00:13:34: Ich bin den Gedanken noch ein bisschen bei deinem Beitrag, vielleicht darf ich da nochmal kurz Bezug nehmen.
00:13:40: Wir haben ja gesagt wir sprechen wie am Küchentisch.
00:13:43: Mich würde total interessieren als du in Sachsen-Anhalt unterwegs warst wie die Leute das vor Ort wahrnehmen wie man miteinander ins Gespräch kommt also zwischen denen Polen weil es ist Wahrscheinlich keine Lösung, gar nicht mehr miteinander zu sprechen.
00:14:00: Das ist auch ein Thema dass wir bei Perspektiv Daily schon viel bespielen.
00:14:03: so wie kann konstruktive Kommunikation ablaufen?
00:14:06: was für Räume macht man auf?
00:14:08: Da würde mich total deine Erfahrung von vor Ort interessieren und wie du das bewertest.
00:14:12: Also häufig ist das ja vor Ort gar keine Wahl, ob man irgendwie in eine Kommunikation geht oder nicht.
00:14:18: Wenn der Bruder- oder die Mutter AfD will dann muss man halt irgendwie damit umgehen.
00:14:22: Das ist schon was anderes als ich hoffe ihr nehmt das mir nicht übel Münster.
00:14:28: also es ist einfach natürlich forty vierzig Komma fünf Prozent oder Vier Komma Fünf Prozent für die AfD.
00:14:33: Das macht natürlich in der Lebenswelten großen Unterschied.
00:14:37: und dann auch an der Frage wie man in solche Räume reingeht.
00:14:41: Ich glaube es gibt so zwei Bewegungen, die beide für sich glaube ich voll legitim sind und ihren Wert haben.
00:14:48: Und der eine ist tatsächlich sich sichere Räume oder safe air Spaces zu bauen also Räumen in denen man auch einfach sein kann, in der man sich ausruhen kann, indem er nicht die ganze Zeit bedroht in der eigenen Existenz als Person mit Behinderung oder Person, die queer ist.
00:15:08: Oder was auch immer die jeweilige Existenze ist, die angegriffen wird von einer AfD.
00:15:13: Das heißt solche Räume zu bauen sind häufig eben zivilgesellschaftliche Räime wo Leute sein können wie sie sind.
00:15:19: das ist so eine Bewegung und die andere ist dann tatsächlich der Versuchräume des Austausches zu schaffen in Räumen, wo eine AfD der dominant ist.
00:15:32: Wo sie eben nicht bei fünf oder zehn Prozent steht sondern bei vierzig oder fünfzig oder sechszig in manchen Wahlkreisen.
00:15:41: Eine andere Herausforderung weil man dann eben nicht mehr unbedingt in der Situation ist, wo man die Spielregeln dieses Raums bestimmen kann.
00:15:48: und wenn ich nicht mehr als Grundlage von einem Austausch sagen kann Voraussetzung dafür hier zu sein ist, aber mindestens wenn man hier ist nicht aktiv zu diskriminieren und diese Regeln dann einfach gebrochen werden die ganze Zeit.
00:16:04: Dann ist eben ein Austausch auch nicht mehr möglich.
00:16:06: Und das ist bei diesen ganzen Strategien tatsächlich eine große Herausforderung dass es glaube ich einen Set gibt von Maßnahmen die super waren in der politischen Bildung in einem Prozess der verhindern sollte dass die AfD normalisiert wird die jetzt aber so nicht mehr passen.
00:16:25: Also, die halt dann, glaube ich, sinnvoll gewesen wären wenn sie viel mehr angewendet worden wären als man eine AfD noch versucht hat kleiner zu halten.
00:16:35: und das geht eben alles so einfach übertragbar jetzt nicht mehr und das merken dann Leute natürlich sofort in Sachsen-Anhalt auch.
00:16:43: Das gilt natürlich für den öffentlichen Raum, was du sagst.
00:16:46: Es gibt ja immer auch diese Trennung, die ich immer wichtig finde zwischen dem öffentlichen Raum und dem öffentlicher Diskurs.
00:16:52: Und wenn ich ein Familienmitglied habe oder einen vielleicht Mitstreiter habe, der gegen die AfD sich aber mal rassistisch geäußert hat so wo mache ich die Grenze?
00:17:03: In meiner Brust schlagen zwei Herzen und das eine Herz will die ganze Zeit rumlaufen und einfach nur Nazis boxen Das andere ist aber eine Brückenbauerin.
00:17:14: Ich spreche verschiedene Sprachen, kulturelle Sprachen und bin es gewöhnt zu übersetzen und verbinden – ich möchte das machen!
00:17:22: Und ich glaube, dass ich für mich diese Brücke gebaut habe, da wo ich nie mit der AfD auf den Podium setzen würde.
00:17:31: Weder wenn sie unwichtig oder wichtig ist, weil ich sie damit normalisiere.
00:17:36: Was ich aber tue ist, ich rede mit Verwandten die Sie wählen.
00:17:40: Warum tue ich das?
00:17:41: Weil ich mit ihnen eine andere Verbindung habe und weil ich radikal bleibe, sehr radikal in meinem Glauben an Menschen würde.
00:17:51: In meinem Glauben an radikale Empathie und radikales Sanftheit!
00:17:56: Und ich frage sie nicht nach ihrem Rassismus, nicht nach ihren Verschwörungstheorien.
00:18:00: Ich werde nichts debanken Das bringt gar nix, das wissen wir aus der Wissenschaft.
00:18:05: Aber ich fraGE wie geht es dir?
00:18:07: Und ich frage, was brauchst du?
00:18:09: Wenn die mir dann kommen mit Ausländer raus, frage ich... Warum?
00:18:12: Welches Bedürfnis steckt bei dir dahinter.
00:18:15: Was ist dein Bedürfenes dahinter?
00:18:17: Und wenn ich tief genug frage und oft genug diese Frage wiederhole aber was steht dahinter?
00:18:22: warum willst du das?
00:18:23: Warum ist dir das wichtig?
00:18:24: Kommen wir häufig auf ganz grundlegende menschliche Bedürffnisse wie gehört werden gesehen werden wichtig sein etwas verändern sicher sein gebraucht werden.
00:18:39: Das sind Bedürfnisse, die ich und mein Gegenüber gemein haben – und wir können eine gemeinsame Antwort darauf finden!
00:18:46: Ich glaube was sich bei uns unterscheidet ist die Geschichte, die wir uns darüber erzählen wie wir diese Bedürfenisse befriedigen können.
00:18:53: Und ich glaube das
00:18:55: ist
00:18:56: ein guter Ansatz um mit Leuten zusammenzukommen.
00:18:58: Wie seht ihr das?
00:18:59: Ich würde noch einen draufsetzen und sagen, wenn man vielleicht sogar gemeinsame Kämpfe finden kann dann verbindet das nochmal anders.
00:19:06: Ich will mal mit einem Beispiel aus dem vergangenen Jahr aus Sachsen das so ein bisschen zeigen.
00:19:11: Da gab es einen großen Streik in Schgoyditz bei Leipzig dass der DHL hat, der da ist der Frachtflughafen Und Werde die Dienstleistungsgewerkschaft ist hingegangen und wollte die Arbeitsbedingungen vor Ort verändern.
00:19:24: Da ist Scheißbezahlung, Nachtarbeit, schwere körperliche Arbeit.
00:19:27: Die wollen das verbessern.
00:19:29: Hatten aber das Problem dass vor Ort so wenig Leute Gewerkschaftsmögliche sind.
00:19:34: was haben die gemacht?
00:19:35: Sind zu allen Mitgliedern der Belegschaft gegangen nicht nur Gewerksamkeit sondern alle Haben sie gefragt Was sind die drei Sachen die du gern ändern würdest?
00:19:43: krasses Konzept auch nach revolutionär zuhören.
00:19:45: hey Also tatsächlich, wo haben wir das denn eigentlich in der politischen Landschaft?
00:19:49: Wo wir tatsächlich mal sagen dürfen was wir wollen und dass wird dann gehört.
00:19:53: Das haben die gemacht, haben daraus eine Forderungsliste gebaut sind damit zu DHL gegangen zum Milliardenkonzern Und die haben abgewogen.
00:20:00: weil gab so wenig Gewerkschaftsmitglieder?
00:20:02: Dann sind Gewerksammitglieder aber trotzdem in den Streik gegangen hat nichts bewirkt Weil waren so wenige gesagt, ja wird ja eh nix.
00:20:13: Es hat aber was anderes gemacht dass sie in den Streik gegangen sind.
00:20:15: die übrigen Mitglieder einer Belegschaft haben gesehen Moment mal hier gibt es eine Gruppe die kämpft für uns.
00:20:19: wir haben gar nichts gezahlt und die haben trotzdem jetzt für uns gestreikt.
00:20:23: das hat dazu geführt dass innerhalb von wenigen Wochen mehrere hundert Leute Mitglied geworden sind in der Gewerkschaft.
00:20:28: die haben nochmal gestreigt haben diesen Flughafen zwei Nächte lang lahmgelegt.
00:20:31: DHL hat Panik bekommen hat denen Angebot gemacht.
00:20:35: Das wurde abgelehnt weil's nicht gut genug war.
00:20:36: Die haben ein besseres Angebot.
00:20:40: krasse Story, aber das krasseste daran ist.
00:20:43: Das haben die OrganiserInnen vor Ort erzählt.
00:20:45: Die gehen davon aus dass vierzig Prozent der Belegschaft AfD wählt und die übrigen Mitglieder der Belegenschaft ... ... zweitausendfünfzehn gekommen sind nach Deutschland in den neunzig angekommen sind.
00:20:55: D.h.,
00:20:56: durchgeknallte Grundsituationen.
00:20:57: da haben wir die Hälfte der Belegechaft, die will, dass die andere Hälfe abgeschoben wird.
00:21:01: so wie willst du die organisieren?
00:21:03: Es ist geschafft worden indem sie es geschafft haben die organiser Innen die Konfliktlinie zu verschieben.
00:21:08: weg von diesem Wir hier innen gegen die da außen, in den Außen hinzu.
00:21:13: Wir hier unten gegen die
00:21:14: oben.".
00:21:15: Und das ist jetzt keine superromantische Geschichte!
00:21:17: Es ist nicht so, dass alle Tierschutzpartei wählen oder so... Aber organiser Info-Ort sagen Leute, die vorher mit dem AfD Schlüsselband gekommen sind zu denen treffen kommen jetzt ohne dieses Schlüsselband.
00:21:28: Wir haben halt eine siegreiche Solidarität miteinander erfahren und danach ist es ein bisschen schwerer noch die Abschiebung zu fordern von jemandem, mit dem ich gerade gemeinsam gewonnen habe.
00:21:39: Ansatz dieses verschiebender Konfliktjenden kann dann halt auch wieder andere Gemeinsamkeiten zutage treten lassen.
00:21:46: Und ich glaube das sind die Geschichten, die Medien auch viel mehr aufgreifen und erzählen müssten.
00:21:50: um nochmal zurückzukommen auf dieses analysieren, dieses rationale analysieren Das hat ja oft was vom Bewerten von Sportteams, von rivalisierenden Sportteems.
00:22:01: Und eigentlich befördert das ja nicht, dass man ins Tun kommt wirklich.
00:22:05: Sondern es befördert ... Man denkt, man ist ein politischer Mensch weil man sich mit seinen Freunden und Freundinnen beim Bier darüber unterhält jetzt über die muss der jetzt das Personal ausgewechselt werden als Konsequenz dieser Wahl.
00:22:16: oder was passiert da weiter diese parteipolitischen Taktierereien?
00:22:21: Dann denkt man, man is'n politischer Menschen, weil man das durchanalysiert und darüber spricht.
00:22:25: aber eigentlich ist man ein politischer Mensch wenn man politisch handelt.
00:22:30: sind politisch als Journalist oder als Journaliste, wenn man davon erzählt?
00:22:33: Ich finde das Beispiel der Gewerkschaften fantastisch.
00:22:36: Weil es sehr, sehr darauf ansetzt was sich auch historisch als die stabilen Strukturen erwiesen hat.
00:22:43: Gewerkschaften, Verbände, Nachbarschaftsorganisationen.
00:22:47: Zwar auch im Nationalsozialismus die Strukture, die noch am längsten gehalten haben.
00:22:51: wo Leute sich konkret organisiert haben ist Das, wie wir die Demokratie stabil halten kann.
00:22:58: Die Bundesregierung helfen.
00:22:59: Merz hat gesagt seine Bundesregierung wird das Grundgesetz durchsetzen.
00:23:04: Wir reden jetzt über Bundeszwangen.
00:23:07: Worauf können wir uns verlassen?
00:23:08: Du hast ein ganzes Buch darüber geschrieben was passiert wenn die AfD an die Macht kommt und wie sich der Staat dagegen wehren kann.
00:23:15: Da haben
00:23:15: wir da noch Hoffnung.
00:23:16: Also so ein Grundgesetz ist eine super Sache Und so Gesetze sind toll und Regeln sind super, aber das Wesen von demokratischen Institutionen ist dass sie nur dann wirklich stark sind wenn sie mit Leben gefüllt werden.
00:23:29: Das ist ein Aspekt des ganzen der insbesondere von der Seite derjenigen die jetzt zur Institution hochhalten glaube ich viel zu wenig besprochen werden, dass man eben auch Leute braucht vor Gericht ziehen zum Beispiel, dass man auch einen öffentlichen Diskurs braucht.
00:23:47: Der prodemokratisch ist der dann natürlich auch Richterin beeinflusst das wir natürlich auch eine Zivilgesellschaft auf der Straße und in den demokratischen Räumen brauchen die dann Rückzugsräume schaffen.
00:24:00: ein Gesetz an sich das wird uns nicht retten.
00:24:03: Und dass es ein Gerichtsurteil gibt an sich auch nicht denn das kann Das kann einfach ignoriert werden, das kriegen wir ja jetzt zum Beispiel mit vom Bundesinnenminister der Gerichtsurteile zur Rückweisung an den deutschen Grenzen.
00:24:16: Munter ignoriert und damit ein super Beispiel auch für die extreme Rechte liefert wie man ohne Konsequenzen auch Gerichtsurteile einfach mal umschiffen kann.
00:24:25: Institution einfach nur zu haben ist eine notwendige aber keine hinreichende Voraussetzung dafür dass ne Demokratie dann auch erhalten wird.
00:24:34: Und da muss ich einer angeln?
00:24:35: Das macht mich halt so wahnsinnig!
00:24:37: Wir bekommen alles mit.
00:24:39: Wir wissen alles!
00:24:41: Du machst ja viel zu transparenz, auch mit fragt den Staat und so... Und ich frage mich, haben wir zuviel Transparenzen?
00:24:45: Ich finde, ich habe zuvieltransparenze.
00:24:47: Ich bekomme mit wenn irgendwo ein Erdbebenleute tötet und wenn irgendwo eine Hungersnot ist oder ein Völkermord ist und dass unser Innenminister Gesetzeswidrig hand, ich weiß das.
00:24:58: Wir alle wissen das und es scheint eine Art Machtinstrument zu sein.
00:25:01: dass wir das wissen denn wir wissen ist wir bekommen alles mit wir können gegen nichts etwas tun.
00:25:06: Das ist meine persönliche Definition der Hölle.
00:25:08: Und wir wissen auch wie negativ sich das auf unser aller Psyche auswirkt Dass wir diese mangelnde Selbstdürksamkeit erfahren haben.
00:25:14: in Wirklichkeiten unterscheiden wir uns nicht sehr von historischen Menschen deren Welt auch schon scheiße war.
00:25:20: viel Scheiße passiert historisch gesehen aber Die wussten nichts davon.
00:25:25: Wir wissen alles und ich frage mich einfach, was sollen wir denn tun?
00:25:31: zum Beispiel wenn wir sehen ein Politiker handelt rechtswidrig?
00:25:36: Ein Gericht stellt fest dass er rechtswidrig handelt Und er macht es weiter.
00:25:44: Wie erhalten wir an dieser Stelle unseren demokratischen Apparat?
00:25:47: Wir sind der Souverän.
00:25:49: in letzter Instanz müssen wir das kontrollieren.
00:25:52: Wie macht ihr das?
00:25:55: Also in diesem konkreten Fall mit Dobrindt, wir haben von fragten Staatsseite aus eine Strafanzeige gestellt gegen Dobrint.
00:26:01: Das liegt jetzt weiterhin bei der Staatsanwaltschaft in Berlin.
00:26:03: Die haben sich das hin und her geschoben – Berlin und Brandenburg die ganze Zeit.
00:26:06: aber Berlin ist jetzt zuständig, jetzt wissen wir es!
00:26:08: Wir haben Remonstrationsvorlagen geschrieben für Bundespolizistinnen, das bedeutet wenn man davon ausgeht dass sie Zurückweisungen an den deutschen Grenzen rechtswidrig sind dann begehen wahrscheinlich auch die Bundespolizeisten die das durchführen straftaten Und die dürfen das nicht, die müssen remonstrieren.
00:26:24: Die müssen ihren Vorgesetzten sagen, ich führe das nicht aus und wir haben sofort Druck für Bundespolizistinnen damit die das einleiten können.
00:26:32: Und natürlich ist das jetzt nichts was das System zu Fall bringen wird.
00:26:37: aber um wieder auf der persönlichen Ebene zu landen Für mich ist das wahnsinnig wichtig und dass es für mich einen sehr starker Umgang mit politischem irgendwo einen Hebel zu suchen, mit dem ich was machen kann.
00:26:51: Eben in eine Situation zu kommen, dass ich den Eindruck habe, ich kann zumindest lautstark protestieren oder kann sogar versuchen an Rädchen zu drehen und irgendwie in solche Situationen kommen mindestens im Austausch mit anderen dahinzugehen Und überall da, wo ich den Eindruck habe.
00:27:09: Ich kann das nicht, werde ich auch wirklich verzweifelt und das empfinde ich jetzt gerade zum Beispiel in Bezug auf ganz viele migrationsrechtliche Verschärfungen auf EU-Ebene.
00:27:20: Da bin ich komplett überfordert wenn dann die Nazis mit den radikalisierten Konservativen im EU-Parlament alles skandieren Sand them back!
00:27:28: Sand them Back!
00:27:29: Da bin sich komplett überwältigt weil ich dann erstmal nicht weiß was ich damit machen kann.
00:27:33: Das heißt... Das ist in der Regel so mein Prozess, um damit umzugehen.
00:27:37: Was kann ich denn eigentlich tun?
00:27:39: Wie kann ich irgendwie Ansätze finden, um eben nicht so erschlagen zu werden
00:27:42: damit?".
00:27:51: Meine Definition von konstruktiven Journalismus ist auch, dass wir eben diese Stellschrauben aufzeigen.
00:27:59: Also wo man etwas verändern kann, weil ich glaube das es vielen Leuten gar nicht bewusst und dass man Verantwortlichkeiten klar zuordnen kann.
00:28:07: Auch für mich persönlich habe Politikwissenschaften studiert sehr schwierig zu verstehen welche Ebene ist eigentlich gerade für was verantwortlich.
00:28:14: Ist
00:28:15: ja oft absichtlich so?
00:28:16: Ja genau!
00:28:17: Und ich glaube im Journalismus dass man es gar nicht zugeben will, dass man selber gar nicht versteht wie komplex die ganze Sache ist.
00:28:25: und dann so ein bisschen ich habe vielleicht nicht die Zeit da jetzt gründlich reinzurecherchieren.
00:28:30: Ich schreibe das jetzt mal so wird schon passen.
00:28:32: und dann aber zu schauen was genau sind die Stellschrauben?
00:28:35: Wer ist verantwortlich?
00:28:36: Wer kann auf systemischer Ebene etwas verändern?
00:28:39: Wie können wir gemeinsam auf gesellschaftliche zivilgesellschaftlicher Ebene was verändern und was kann auch ich als Individuum?
00:28:46: Das sind so die drei Ebenen, die wir uns eigentlich gerne anschauen.
00:28:51: Ich frage mich... Wenn dieser Mechanismus nicht funktioniert, dass wir Leute halt nicht wiederwählen, die sich rechtswidrig verhalten?
00:28:58: Das funktioniert offensichtlich nicht!
00:28:59: Wenn mehr direkte Demokratie hilft das oder hilft es nur den
00:29:03: Populisten?!
00:29:05: Also das größte oder gewichtigste Argument, was ich in der Regel so den letzten Jahren gehört habe gegen direkte demokratische Instrumente ist.
00:29:12: Dass das ja dazu führen würde dass extrem rechte Politik dann Kampagnen machen kann.
00:29:19: und ich meine wir sind jetzt ein paar Tage nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
00:29:24: Was soll denn über direkte Demokratie passieren?
00:29:28: rechtswidrig zurückgewiesen wird an den deutschen Grenzen danach, dass Demokratie Leben zerschossen wird dann nach.
00:29:35: Also was genau befürchtet man denn durch so eine direkte Demokratie?
00:29:40: Was nicht eigentlich durch ne repräsentative Demokratie schon durchgeführt wird wenn wir uns Die Praxis ansehen dessen, was funktioniert direkt demokratisch.
00:29:50: Mehr Demokratie eine großen Datenbank von allen kommunalen und landes Volksentscheiden die es in den letzten Jahren so gab das ist zum aller überwiegenden Teil progressives Zeug was da kommt.
00:30:03: Ich wohne in Berlin, Deutsche Wohnen und Co enteignen obwohl das nicht umgesetzt wurde.
00:30:08: auch ein Problem.
00:30:08: bei direkter Demokratie weil SPD und CDU das verhindert haben ist das glaube ich einer der wirksamsten direkt demokratischen Verfahren die es in den letzten Jahren gab weil sie dieses Thema gesetzt haben wie nix anderes.
00:30:20: jetzt gerade in Berlin is Wahlkampf und dass Hauptthema als Mieten und Wohn Das liegt an dem Volksentscheid.
00:30:26: alle müssen sich dazu positionieren.
00:30:28: interessanter Nebeneffekt dabei.
00:30:30: Es gibt so viel Streit von CDU bis Links dazu, die AfD spielt da nicht wirklich eine Rolle!
00:30:36: Es gibt nämlich genug Ausdifferenzierung zwischen allen anderen dazu.
00:30:39: Die kriegen sich komplett in die Haare.
00:30:40: Die haben entgegengesetzte Vorstellungen... Da haben wir dann auf einmal ne Ausdiffizierung.
00:30:45: und was sagt denn die AfD?
00:30:47: Ja mehr abschieben, dann gibst du mehr Wohnraum.
00:30:48: irgendwie also da glaubt den ja auch wirklich niemanden.
00:30:52: ...die Themensetzung eben anhand der Themen, die für Leute in ihm Alltag so wahnsinnig wichtig ist, ist ein Effekt den wir ganz viel sehen von direkter Demokratie und auch eine große Chance.
00:31:04: Das ist so ein wichtiger Punkt!
00:31:06: Und eines meiner stärksten Argumente für direktdemokratische Instrumente wie Bürgerinnenräte oder Volksentscheide ist... die repräsentative Demokratie hat ja eigentlich gar keinen Anreiz in Zukunft zu investieren.
00:31:21: Und das sehen wir in der Bildungspolitik, warum sagt jeder Politiker des Bildungspolitik?
00:31:25: Das ultimative Wichtigste ist aber Wir verwalten Mangel in der bildungspolitik.
00:31:30: nie wird richtig investiert.
00:31:32: Warum ist das so?
00:31:33: Weil sich das nach zwanzig jahren auszahlt volkswirtschaftlich dann zahlt es sich vielfach außer.
00:31:39: jeder euro den wir nicht im bildungen investieren ist eigentlich ein verbrechen.
00:31:43: Aber Ich werde ja in vier Jahren schon wieder gewählt.
00:31:46: Das heißt erst mal mache ich nur Schulden und damit mache ich mich unbeliebt, das heißt dass mache ich nicht.
00:31:52: Selbes bei Investitionen in Infrastruktur.
00:31:54: warum sollte ich das tun wenn die Regierung drei Regierungen nach mir erst mit dem Fallout zu kämpfen hat?
00:32:01: Und das kann AfD-Wähler verstehen!
00:32:05: Die sagen Alter so funktioniert es offensichtlich nicht.
00:32:08: Die haben dann die völlig falsche Antwort darauf aber diese Dysfunktion des Staats der In der Lage ist zu investieren, weil die Anreizstrukturen dagegen stehen.
00:32:18: Das könnte man mit solchen Instrumenten beheben und vor allem wenn dann – das habe ich so ein bisschen aus deiner Aussage entnommen Katharina – dass konstruktiver Journalismus genau diese Brücke sein sollte zwischen….
00:32:35: oh es passiert schlechtes Und was kann ich tun?
00:32:38: Und zwar konkret und fundiert.
00:32:41: Wo sind die Hebel, wo sind die Instrumente?
00:32:43: denn wir haben sie ja in Deutschland ganz viel!
00:32:47: Du hast ja vorhin schon erzählt, wie du dich fühlst.
00:32:49: Wenn du alles weißt aber eigentlich nicht weißt was du dagegen tun kannst und genau so geht es sehr vielen Menschen die vielleicht auch noch nicht so bewusst ihren Medienkonsum steuern sondern eben die Push-Darichten bekommen links und rechts bombardiert werden von den negativ Schlagzeilen von den schlechten Nachrichten Aber eben gar nichts damit anzufangen wissen und gar nichts mit anfangen können.
00:33:11: Was soll man dann auch damit?
00:33:12: anfangen.
00:33:13: Und dann endet man natürlich in diesem Zustand der Hilflosigkeit, der Erlerntenhilfloskeit wie es ja in der Psychologie heißt.
00:33:21: und da wollen wir eben ansetzen und Menschen eher das Gefühl vermitteln ist es noch nicht alles zu spät.
00:33:28: Es gibt viele sehr viele Möglichkeiten etwas zu tun und im besten Fall ihnen eben auch zeigen wo sie ansetzen können.
00:33:37: Nach zehn Jahren kann ich schon sagen, dass wir viele Rückmeldungen bekommen.
00:33:41: Dass es wirkt also das viele Menschen uns geschrieben haben, dass sie sich bei Kommunalwahlen haben aufstellen lassen, dass Sie irgendeine Initiative gestartet haben und dass sie angefangen haben sich ehrenamtlich zu engagieren.
00:33:53: dazu befragen wir auch regelmäßig die Leute wie engagiert ihr euch dann?
00:33:57: so eine kleine Reihe der Erzählennummerleute von ihren Ehrenämtern Und das klingt so klein, aber es ist so groß für die Leute, die davon betroffen sind und es hat so eine Strahlkraft.
00:34:07: Ich glaube, dass muss schon alles was
00:34:08: leisten.".
00:34:09: Das hat aber ein anderes Problem.
00:34:11: Um
00:34:13: zu wollen etwas zu tun, braucht man die Vorstellung, dass es klappen könnte?
00:34:19: Weil ohne Erfolgserwartung kommen wir nicht ins Ton – so funktioniert menschliche Motivation ja nicht!
00:34:24: Das heißt, wir brauchen Hoffnung Aber Hoffnung ist ja ein schwieriges Beast, weil erstens Menschen mit Hoffnungen gelten oft als politisch naiv.
00:34:36: Zweitens... Also ich bin belastet persönlich jetzt gerade und ... Ich bin ja Berufsoptimistin aber sogar ich fühle einen gewissen Zynismus wenn ich auf viele Entwicklungen in der Welt schaue.
00:34:55: Du hast dich mit Zynismus und Hoffnung befasst, du hast ein Essay darüber geschrieben.
00:35:01: Wie stehst du zur Hoffnung?
00:35:02: Ist da eine Naivität?
00:35:04: Ist Zynismus cooler?
00:35:06: Brauchen wir Zynnismus vielleicht auch emotional zu schützen?
00:35:10: Ich glaube viele Leute denken das Zynmus cooler ist.
00:35:14: Also zynismus komischerweise hat in unserer Gesellschaft ein höheres Ansehen als Hoffnung.
00:35:19: Hoffnung, du schreibst du auch in deinem Buch wird immer als bisschen naiv... betrachtet, wohin gegen Zynismus immer so smart wirken will.
00:35:29: So ah ich habe es verstanden.
00:35:30: aber eigentlich Zynismus der Ausdruck von einem grundlegenden Misstrauen in die Menschheit also nicht einen grundlegendem Vertrauen sondern im Grund legenden Misstrauen und das ist nicht smarter.
00:35:41: dass es nicht klüger sich so zu fühlen.
00:35:46: Ich habe mich da mit einem US-amerikanischen Psychologen beschäftigt.
00:35:51: Für diesen Essay, Jamil Saki, der schreibt auch in seinem Buch das Zynismus ist eigentlich ein Instrument, dass den Status Quo erhält und autoritären Indikaten spielt weil Menschen denken, dass ohnehin alles verloren ist.
00:36:05: oder eine Bevölkerung die sich gegenseitig misstraut kommt eben nicht zusammen um politisch aktiv zu werden sondern die Verharrten in der Vereinzelung und im gegenseITigen Misstrauen.
00:36:16: Hoffnung ist, die Gegenspielerin des Zynismus würde ich vielleicht sagen.
00:36:21: Ich habe auch ein schwieriges Verhältnis zur Hoffnung.
00:36:23: Ich merke dass ich auch manchmal eher zum Zynismus neige und deswegen hab' ich vielleicht auch darüber geschrieben.
00:36:28: Ich neige auch zum zynischen Kommentar wenn ich mir die Nachrichten anschaue um mich zu... schützen.
00:36:34: Aber eigentlich schützt es mich nicht wirklich, also es ist im Moment ein Reflex der mich davon abhält mit etwas Unangenehmen und Schmerzhaftem auseinandersetzen zu müssen.
00:36:44: aber es ist nur sehr kurzfristig.
00:36:46: dieser Effekt und die Hoffnung, die ist eigentlich viel mutiger, viel anstrengender weil zu der muss man sich wirklich aufraffen eben weil das auch einem kontraintuitiv und bisschen naiv vorkommt.
00:36:58: Im Endeffekt haben wir glaube ich keine andere Wahl.
00:37:02: Wie kommen wir aus dem Zündismus in die Hoffnung?
00:37:05: Ich glaube, ein Anfangspunkt kann sein zu versuchen eine andere Perspektive einzunehmen.
00:37:10: Also ich habe den Eindruck im vergangenen Jahrzehnt alleine ist in Deutschland in der Zwiegesellschaft So viel passiert wie noch nie in der Geschichte und die Zivilgesellschaft war so wirksam, wie noch nicht.
00:37:21: Also fangen wir an mit dem Sommer der Migration.
00:37:24: Mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland haben sich engagiert, haben Sandwiches geschmiert, waren am Bahnhof, haben ihre Nachbarschaften organisiert.
00:37:31: Das ist die größte Bürgerrechtsbewegung in der Geschicht der BRD.
00:37:35: Dann hatten wir die größte Klimaschutzbewegung in der Geschichte, dann hatten wir den größten antirassistischen Mobilisierungen.
00:37:40: Die größten queerfeministische Mobilisierung.
00:37:43: Wir hatten Anfang vierundzwanzig die größten Proteste überhaupt in der Geschichte.
00:37:47: all das in einem Jahrzehnt.
00:37:49: und Leute haben über dieses Engagement dann vor Ort häufig auch erfahren dass was politisch erzählt wird eigentlich gar nicht so richtig stimmt weil die Zivilgesellschaft eigentlich enorm viel rockt.
00:38:02: also nochmal zwei tausend fünfzehn zum Beispiel.
00:38:05: da engagieren sich all diese Leute und kurz darauf kommt ein Innenminister Horst Seehofer und sagt, die Migration ist Mutter aller Probleme.
00:38:14: Und die Leute vor Ort merken ne Moment mal das funktioniert ja eigentlich ziemlich gut wenn wir nur einfach machen dürfen Die Mutter aller Probleme ist die Mutter von Horst seehofer so ungefähr.
00:38:27: Also es gibt offensichtlich da so Unterschiede in dem eigentlichen erleben und dem was politisch erzählt wird.
00:38:34: Man könnte auch das Erstärken der Extremrechten und vor allem das Formieren, was es ja gibt.
00:38:39: Weil nicht weg aber die formieren sich jetzt stärker erzählen als Reaktion darauf dass die Zivilgesellschaft so wahnsinnig effektiv ist.
00:38:47: also das ist jetzt einfach ein Rollback gegenüber diesen erfolgreichen Bewegungen.
00:38:53: So wenn man das als Ausgangspunkt von so einer Erzählung nimmt dann glaube ich fällt schon viel einfacher in einen Kampf rein zu gehen ist aber, das merke ich an mir so ganz viel häufig der Anfang von einem Engagement.
00:39:09: Der dann sehr stark mit einer Hoffnung verbunden ist einfach an Räume zu gehen wo man Leute trifft den es ähnlich geht und das muss auch gar nicht die wahnsinnig politisch gelabelte Veranstaltung sein.
00:39:20: Das sind dann häufig Räumel da ist das Essen gut und da ist vielleicht ein bisschen Musik.
00:39:24: und also meine Friends da und dann erzählen wir einander dass wir gerade verzweifelt sind um wie scheiße das Sonntagabend war.
00:39:31: merken wir aber, wir sind damit nicht allein.
00:39:33: Dann können wir überlegen was wir machen und das ist dann häufig so ein Anfang Und das ist was mir dann immer hilft in einen Sohn tun reinzukommen und dann ist die hoffnung überhaupt nicht mehr weit.
00:39:44: Das ist schön dass du das sagst.
00:39:45: ich habe dich sehr verzweifelt gesehen heute Aber gut du bist auch mit der Bahn gefahren das ist vielleicht auch noch.
00:39:51: aber Ich musste gerade denken an einem stück von einem russen Dass ich gelesen habe über propaganda nämlich dass wir hier im westen häufig die vorstellung haben propaganda das ist etwas, das uns davon überzeugen soll, dass eine bestimmte Realität existiert.
00:40:07: Also da ist keine Ahnung, dass der Führer super stark ist, die und die Partei super toll ist, dass das und das das größte Problem ist.
00:40:14: Und die Wahrheit ist – ich stimme ihm dazu und er wohnt ja erlebt unter sehr realem Propaganda in Russland Propaganda eigentlich nicht davon überzeugen will, dass etwas real ist.
00:40:27: Propagandawilder von überzeugen, dass du gar nicht wissen kannst was echt ist.
00:40:31: will dich nicht zu einem beherzten Mitstreiter machen.
00:40:49: Propaganda will, dass du erschöpft zu Hause bleibst und durch dein Handys
00:40:53: kreuzt.".
00:40:54: Das ist der Zweck von autoritärer Propagandas denn solche Menschen sind sehr einfach zu regieren.
00:41:00: Denn sogar wenn in ihrem Herzen richtige Überzeugungen brennen bleiben sie zuhause!
00:41:07: Und gerade gegen diese Art von Propagander gibt es glaube ich nichts was so hilfreich ist wie erstmal unter andere Menschen kommen und sich auch so ein bisschen sagen, Moment das ist aber gar nicht so kompliziert.
00:41:22: Dobrindt hat hier gegen Gesetz verstoßen.
00:41:25: da kann man Dinge dagegen machen und dann gibt es vielleicht eine Zeitung in der steht was genau man dagegen machen kann weil da Leute sind die das hauptberuflich recherchieren und jemand anders ist vielleicht Jurist und kann dann ne Klageschrift aufsetzen kann vielleicht gar nichts von diesem politischen Zeug, aber kann halt das leckere Essen kochen oder kann die Musik machen, die im Hintergrund ist.
00:41:47: Und dass es so wichtig und wird so oft vergessen?
00:41:49: Also Kerr arbeitet ja sowieso in der Gesellschafts-Aber auch innerhalb der Bewegung.
00:41:53: Ohne das läuft halt nix!
00:41:55: Das ist das Rückgrat der... Gutes
00:41:56: Essen ist das Rückgrat jeder Bewegungen.
00:41:58: unironisch Ja!
00:42:00: Unironisch Wenn ihr euch organisiert wenn ihr euch trefft macht gute Kekse.
00:42:04: Das könnt ihr gar nicht überschätzen.
00:42:12: Ist es reich das, um uns zu schützen?
00:42:15: Ich meine wenn ich so mit Hoffnung die Wahlergebnisse der AfD angucke.
00:42:21: Dann fühlt sich das schon schlechter an als wenn ich sie mit Zynismus anguckel.
00:42:27: Vielleicht trennen wir einmal Hoffnungen von Optimismus.
00:42:30: Ähm...Ich bin Pessimist!
00:42:32: Das will ich dazu sagen.
00:42:34: Ich hab hoff- Ich bin hoffnungsvoller Pessi-Mist glaube ich.
00:42:38: Komm wir gehen raus.
00:42:39: Wir klären das mit Fäusten.
00:42:42: Mit welchen deiner Herzen ist das dann?
00:42:44: Egal.
00:42:47: Ich glaube, Optimismus ist die Gewissheit, dass es gut ausgeht und die habe ich nicht.
00:42:52: oder das Glauben daran.
00:42:54: Das habe ich überhaupt nicht!
00:42:55: Ich hab einen Hoffnungsbegriff der von einer anderen Gewisshalt ausgeht nämlich nicht von der Gewisszeit, dass sie gut ausgehen sondern von der gewissheit Dass wir das Richtige tun.
00:43:05: Und Dann Habe ich total viel hoffnung weil das bedeutet wenn ich Mit meinen Leuten, mich für das richtige Einsätze.
00:43:15: Wenn ich mit ihnen für das bessere Leben kämpfe, dann ist das schon ein Teil des besseren Lebens und... Das gibt mir dann die Kraft um weiterzumachen und das ist meine Hoffnung!
00:43:29: Wie ist denn dein Verhältnis zur Hoffnung eigentlich?
00:43:32: Du hast dich noch ein bisschen gedrückt.
00:43:34: Ich bin hier nur die Moderation.
00:43:37: Ich kann super viel mit Ahnungshoffnungsbegriff Anfang.
00:43:42: Ich hab mich sogar neulich in einem anderen Podcast mit jemandem überworfen, weil ihr gesagt habt ja nur davon dass da so ein paar kostenlose Fahrradreparaturwerkstaaten irgendwo sind im Viertel.
00:43:52: das ist ja nett aber das ändert die Bundespolitik nicht.
00:43:55: und ich habe gesagt es ist doch auch gar nicht Aufgabe einer kostenlosen Fahrrad reparatur Werkstatt die Bundespolitik zu verändern.
00:44:01: Es ist Aufgabe einer Kostenlosen Fahrrad Reparatur Werkstadt Fahrräder zu reparieren und Community zu schaffen.
00:44:08: Und das macht sie doch Damit hat die doch Erfolg, das ist schon die bessere Welt.
00:44:14: Und ich habe eine noch ähnliche Formel... Also erstens, ich finde alles was wir tun, ist gut!
00:44:20: Wenn wir zusammenkommen, ist es gut.
00:44:22: Wenn wir einen Menschen retten, retten wir die ganze Welt und das andere, was mir Hoffnung macht, ist ne Formel, die ich vielleicht schon mal in diesem Podcast gesagt habe.
00:44:33: aber im Prinzip arbeiten wir ja immer daran sammeln zu pflanzen und wir hoffen dass daraus etwas Schönes wächst.
00:44:38: Das ist was wir tun.
00:44:41: Und vielleicht kommt aber morgen ein Waldbrand.
00:44:44: Vielleicht kommen ganz schwere Zeiten auf uns zu, vielleicht ist das Beste was wir morgen machen können... ...zu überleben und den Schwächsten unter uns zu helfen auch zu überleben!
00:44:57: Aber dann ist unsere Aufgabe heute den Samen so tief zu pflanzen dass er diesen Waldbrand überlebt.
00:45:02: Vielleicht geht er morgen nicht auf?
00:45:04: Aber dann haben wehen für übermorgen gepflanzt.
00:45:06: Das krasste was mir gegen Zynismus hilft ist Geschichte Weil je tiefer ich mich in Geschichte einarbeite, je mehr Bücher ich lese.
00:45:18: Je mehr ich erfahre wie Menschen früher gelebt haben tatsächlich gelebt nicht unsere Klischees vom Mittelalter oder sonst was.
00:45:24: Tatsächlich gelebt denke ich mir das war schon immer scheiße!
00:45:28: Das war schon wirklich anstrengend und Alter sind wir gewachsen seitdem Wir sind so jung als Menschheit.
00:45:38: Bibis, wir lernen noch wie wir miteinander leben.
00:45:40: Wir lernen noch, wie wir diese neuen Technologien benutzen können um miteinander zu leben!
00:45:45: Wir haben jetzt gerade den Buchdruck verknuspert und jetzt ist hier die Digitalisierung und KI und darauf müssen wir klarkommen.
00:45:54: was machen wir damit?
00:45:54: Wie nutzen wird das?
00:45:56: Und am Anfang in der gesamten Geschichte auch bei der Erfindung des Buchdrucks.
00:46:01: Die Älteren werden sich erinnern aber es wurden am Anfang richtig viele antisemitische Bamfläte damit gedruckt Weil die hochlosesten Menschen sich als erstes einer neuen Technologie bemächtigen.
00:46:12: Das ist in der Digitalisierung genau so, weil sie am wenigsten darüber nachdenken was für Konsequenzen es haben könnte.
00:46:18: also machen wir einfach.
00:46:20: Also ist am Anfang eine neue Technologie erstmal gefährlich.
00:46:23: Sie macht Dinge kaputt und das tut weh.
00:46:26: Aber dann sehen wir Irgendwann lernen wir einen Umgang damit Und wir finden sinnvolle dinge und Wir erfinden sowas wie eine Bibliothek.
00:46:34: Übrigens wenn ihr noch keinen Biblioteksausweis habt besorgt euch ein Bibliotheksausweis.
00:46:40: Es interessiert mich gar nicht, ob ihr hingeht!
00:46:42: Besorgt euch einen damit die zeigen können hey guckt mal voll.
00:46:44: viele Leute wollen das.
00:46:45: ihr müsst uns weiter finanzieren aber wir werden besser trotz allem was man könnte jetzt meinen wenn man die Zeitung liest.
00:46:56: in der Welt ist alles chaotisch.
00:46:57: nichts funktioniert alles fällt auseinander aber in meiner Toilette gibt es Trinkwasser Und wie viele Menschen müssen zuverlässig ihren Job machen, jeden einzelnen Tag damit in meiner Toilette Trinkwasser ist?
00:47:11: Das ist Wahnsinn!
00:47:13: Und ja das macht mir Hoffnung.
00:47:14: Weil die Mütter und Väter des Grundgesetzes waren alle im Kaiserreich aufgewachsen.
00:47:19: Die wurden von ihren Eltern geschlagen.
00:47:21: Die sind aufgewachsen sozialisiert worden in einer zutiefst rassistischen-sexistischen Gesellschaft.
00:47:26: Und dann haben sie ein progressives Dokument geschrieben als das Grundgesetz.
00:47:32: Dann progressiv können dann unsere Kinder denken, denen wir heute etwas mitgeben.
00:47:38: Egal was in der Zwischenzeit passiert!
00:47:42: Wie viel können wir von dieser sehr privilegierten Position erreichen?
00:47:45: In der wir ja trotzdem sind.
00:47:48: Seht ihr das passiert wenn ich nicht moderiere sondern rede?
00:47:50: jetzt habe ich euch keine Frage gestellt.
00:47:57: Red weiter mach' ihn noch, red weiter!
00:48:02: Nein, ich wüsste jetzt gerne von euch... Ihr sitzt hier im Münster.
00:48:08: Ich will es nicht so sehr über den grünen Klee loben, aber E ist schon das meiste sehr in Ordnung.
00:48:14: Und die Frage ist was können wir tun?
00:48:17: Also die Leute hier sitzen ganz konkret wenn die jetzt nach Hause gehen.
00:48:23: Viele der Probleme sind nicht lokal bei uns.
00:48:28: wie können wir unterstützen?
00:48:30: Was können wir konkret tun?
00:48:32: also man kann auch sagen sie sind noch nicht hier dass das eine, also natürlich wird jetzt viel auf ausdeutsche Bundesländer geschaut aber wir sehen so in den Entwicklungen der letzten Jahre.
00:48:42: Das was da so an Entwicklungen extrem rechten passiert wird in westdeutschen Bundesländern mit ein bisschen Verspätung dann auch umgesetzt.
00:48:50: es geht natürlich darum, dass das hier nicht passiert.
00:48:53: So d.h.
00:48:54: wäre die ganzen Formeln, die wir hatten, die wieder ist jetzt oder gestern und Ich glaube, im Moment sich darauf auszurunnen hier ist noch gut.
00:49:05: Das ist nicht drin sondern es geht darum dass das hier nicht kommt.
00:49:09: Hier in Nachbarschaften und Netzwerke zu organisieren ist genauso wichtig wie anderswo auch Und natürlich geht's aber auch viel um Solidarität In Hinblick auf die Menschen die es besonders trifft.
00:49:20: Das is ganz einfach wenn wir so die Regionen von oben ein bisschen betrachten Ein enormer Finanzen-Unterschied Was für Mittel eine Zivilgesellschaft hier hat und was für Mittel sie in Magdeburg oder Halle hat, sagen wir einen riesen Unterschied.
00:49:36: Wenn man Möglichkeiten hat, quer zu finanzieren ist das wahnsinnig wichtig!
00:49:40: Danke sagen ist wichtig.
00:49:42: Leute zeigen, dass man sieht, es wirkt so wahnsinnig banal.
00:49:46: aber das kann bei Leuten die sich wirklich in zeugligen Unterschied machen ob sie ab und zu neben den Hassnachrichten diese bekommen auch mal eine positive bekommen von Leuten die sagen ich sehe was du tust und das ist so wichtig und bitte macht das weiter.
00:50:00: Und das alleine sind glaube schon sehr niedrigschwellige Anfänge.
00:50:04: Und ich glaube, es gibt auch eine Sache die man nicht tun sollte und das ist das was jetzt auch sehr viel im Wahlkampf passiert ist.
00:50:10: Was immer noch in der Medienberichterstattung sehr virulent ist und zwar diese Ost-West-Spaltung weiter zu bespielen und zu sagen, das ist ein ostdeutsches Problem.
00:50:20: Und da wir sitzen hier in Westdeutschland und dann mit so'n bisschen Gruselgefühlen darüber zu schauen ... Weil dass es ja auch genau was die AfD gespielt hat im Wahlkampf eben diese ostdeutche Identität mit Ulrich Sigmund den Simpsons.
00:50:34: Da bildet sich eine ganze Jugendkultur um dieses Thema herum natürlich auch befeuert von der spaltenen Medienberichterstattung, die das Ganze pusht.
00:50:44: also auf auch da auf die Gemeinsamkeiten schauen, wie du gesagt hast und eben gucken ja was sind die verbindenden Elemente?
00:50:53: Und anstatt mit Grusel rüber zu schauen.
00:50:55: Wie können wir supporten, wie können wir den Menschen vor Ort unterstützen?
00:50:59: Aber auch die Mehrheit in Sachsen-Anhalt hat die AfD nicht gewählt.
00:51:04: das geht auch ein bisschen unter.
00:51:06: ich habe noch eine Anekdote es ist ja durchaus so dass hier im Münster Transmenschen gibt.
00:51:12: Es gibt hier in Münster queere Menschen, es gibt hier im Münster Juden und Muslime die sehr getroffen sind von der aktuellen Stimmung.
00:51:22: und ja auch hier.
00:51:24: meine Anekdote dazu ist das wisst ihr noch als die Dortmunder Nazis sich so die Mode gesetzt haben jedes Wochenende hierherzukommen zu demonstrieren?
00:51:32: Und dann mussten wir immer am Wochenende gegen Demos halten.
00:51:35: Und ich habe meiner Tochter erklärt, wir können heute nicht zum Bahnhof gehen.
00:51:39: Wir können heute nichts zu Oma fahren weil da demonstrieren halt gerade Nazis.
00:51:43: Sie war acht zu dem Zeitpunkt und dann stand sie auf dem Balkon.
00:51:47: Wir wohnen in der Nähe des Bahnhofs und dann sah sie die Gegendemo langmarschieren und dann sagt sie Mama, Mama, guck mal die demonstriere für uns!
00:51:56: Also dieses Gefühl der Sicherheit, dass Leute die sich einfach irgendwo sichtbar in den Raumstellen einem Kind vermitteln können.
00:52:04: Dass sehr akut auf dem Schirm hat im Alter von acht das da Leute sind, die ihr nicht wohl gesonnen sind.
00:52:10: Dieses Gefühl von Solidarität erfahren ist glaube ich etwas was enorm wichtig ist.
00:52:16: Das ist diese Schutzwirkung, das ist dieser Abwehr.
00:52:19: und das andere was ich enorm wichtig finde ist aber eben Anfänge verhindern.
00:52:27: Klar, wir machen immer unsere Gegendemos und die sind immer zehnmal größer als die Nazi-Demo.
00:52:33: aber... Wir müssen auch verstehen wofür wir leben wollen?
00:52:38: Was wir wollen!
00:52:39: Wir müssen Streit führen über ob wir Straßen umbenannt haben wollen, ob wir irgendwo Fahrradwege wollen, wie wollen wir leben?
00:52:47: Wollen wir weiter in Konsum leben?
00:52:49: In einer Zeit, in der es uns auch wirtschaftlich schlechter geht, wir werden auf Komfort verzichten den wir gewöhnt sind.
00:52:59: Und wisst ihr was, vielleicht entdecken wir darin dass das nicht der worst case ist?
00:53:03: Vielleicht entdeken wir da wo jetzt der K-Stadt und der Kaufhof unerklärlicherweise gegenüber sind, dass man beides ausfüllen könnte und dort die Volkshochschule reintun könnte und die Stadtbibliothek unten offenes Café wo man selber Essen mitbringen kann und dass man dort offene Studios macht für YouTube Videos drehen als Stadtgesellschaft zusammenkommen kann, nicht als Konsument sondern als Mensch.
00:53:29: Vielleicht finden wir das in dem Maße wie unsere Wohnungen größer und luxuriös ausgestattet sind die Straße uns immer fremder geworden ist.
00:53:39: Ich fand sehr toll diese Aktion mit den Wasserkanistern bei den Baumscheiben.
00:53:46: Meine Tochter und ich haben uns einen Garten gemacht.
00:53:48: Wir können sonst keinen Garten haben aber verdammte Baumscheibe bepflanzt.
00:53:52: Und das war toll, weil dann sein Nachbarn vorbeigekommen hat und gefragt, was macht ihr da?
00:53:55: Dann haben sie gesagt wir machen hier unseren Garten!
00:53:58: Dann haben die gesagt oh cool ich habe noch eine Chili, die könnte ich daneben pflanzen.
00:54:01: Und dann mussten wir ein Gießplan machen aber um den Gieß planen zu machen mussten wie unsere Namen lernen.
00:54:05: Jetzt kenne ich meine Nachbaren.
00:54:07: Wir haben eine WhatsApp Gruppe und leihen uns gegenseitig Bohrköpfe Weil wir nicht alles einzeln besitzen müssen.
00:54:13: In dem Moment wo wir eine Community haben kann ich mir so viel Geld brauchen gar nicht mehr so viel Komfort- und wirtschaftliche Leistungskraft brauchen sondern wir können zusammen sein und ich finde das ist auch etwas, dass wir hier machen können.
00:54:26: Und wenn ihr Geld habt dann macht eine Mitgliedschaft bei Perspektive Daily oder unterstützt euren Verein der sich für eine Gruppe einsetzt die ihr wichtig findet.
00:54:36: Wenn ihr Zeit habt geht doch bitte in die Politik.
00:54:40: Geht in die Verwaltung.
00:54:41: In Die Verwaltungen müssen viel mehr Menschen die nicht in die verwaltung sein wollen.
00:54:46: nur Dann wird sie besser.
00:54:48: Wenn ihr kochen könnt, macht lecker Essen.
00:54:51: Und egal was ihr könnt, ihr seid wichtig!
00:54:54: Ich glaube wir brauchen uns gerade ganz dringend
00:54:58: und
00:54:58: dann würde ich die Frontalrunde dazu nämlich schließen mit diesem Wir brauchen euch gerade weil wir brauchen euch jetzt gerade.
00:55:04: Wir brauchen jetzt gerade dass das hier ein bisschen interaktiv wird und keine Frontalveranstaltung.
00:55:08: Wir haben tatsächlich noch Zeit für eure Fragen an Arne, an Katharina und ich würde einfach gerne hören Wie seid ihr gerade drauf?
00:55:17: Vor welchen Herausforderungen steht ihr, wo seht ihr vielleicht konkrete Ansätze für Hoffnung.
00:55:22: Wo habt ihr euch wirksam gefühlt in letzter Zeit – das finde ich auch interessant!
00:55:27: Ihr könnt euch jetzt einfach melden und wenn ihr nicht wollt dass eure Frage in die Aufzeichnungen kommt dann sagt es einfach ganz kurz, dann nehmen wir sie nicht berein.
00:55:36: Erst mal Danke für das alles hier was mir grad ganz wichtig ist.
00:55:40: Ich störe mich sehr an der Formulierung, was in Sachsen-Anhalt passiert ist.
00:55:44: Das ist keine Naturkatastrophe, die da über uns herein bricht.
00:55:47: Das sind Menschen, die haben Entscheidungen getroffen und haben gehandelt.
00:55:49: Und die kann man verantwortlich machen oder sie konfrontieren oder mit ihnen reden!
00:55:52: Das ist nichts ominöses, das über uns drüber schwebt... ...das ist mal zuerst so.
00:55:58: Und das andere ist ich glaube egal, was ich heute so gehört habe und auch egal war Sie mir sowas aufgeschrieben haben Es ist immer dasselbe Mir fehlt im Moment Realität.
00:56:08: Also ich weiß, wir leben in einer Zeit wo Realität nicht angesagt ist.
00:56:12: Wir machen Fake News und ich weiß nicht, es ist egal.
00:56:14: aber das ist glaube ich das wo's gerade sehr dran hakt.
00:56:18: also diese Überraschung oh jetzt hat die AfD vierundvierzig Prozent bekommen.
00:56:23: Jetzt können wir sie vielleicht nicht mehr verbieten oder auch bei der Bundestagswahl hoch.
00:56:28: Wo kommen die denn jetzt?
00:56:29: Das war vorher klar wenn man realistisch das gesehen und man hätte sich vorbereiten können.
00:56:35: Und das ist halt was wir jetzt auch, also wir können ja daraus lernen dass wir es nicht gemacht haben.
00:56:39: Also wir hätten zum Beispiel direkt für den Tag nach der Bundestagswahl Veranstaltungen anmelden können und... Wir haben genug Leute die gut sind, die Ideen haben!
00:56:46: Jetzt haben wir das mehrfach nicht gemacht, jetzt können wir's hier vielleicht machen, dass wir einfach mit diesen Dingen rechnen wo wir die Daten auf dem Tisch liegen haben, wo wir wissen sie sehr wahrscheinlich und dann schon direkt mal vorbereitet sein und diese Schockstarre mal verkürzen weil wir gut sind.
00:57:02: Wenn die Nazis sich organisieren können, können wir das auch.
00:57:04: Entschuldige, sprichst du gerade vom Klimawandel?
00:57:09: Hm... Auch!
00:57:10: Also es ist halt egal wo du hinguckst.
00:57:13: Ich hab da zum Klima mein schönes Zitat gelesen.
00:57:15: Da hieß es, jetzt weiß ich nicht soll ich neun-neinzig-kommer-neuen Prozent einer klimaforschenden Glauben oder Karl-Heinz von Telegramm?
00:57:23: und das ist bei uns zu Hause so ein geflügeltes Wort geworden weil egal was wieder an Blödsinn reinkommt, ich sag na sei ich wem glauben wir denn jetzt?
00:57:31: Ich glaube, dass uns einfach Realität hilft.
00:57:33: Kein Schönreden, kein Verdrängen aber eben auch keinen Katastrophisieren.
00:57:38: immer ist alles furchtbar sondern wenn wir uns mit den Realitäten wie sie sind auseinandersetzen können wir unsere Ressourcen dahin bringen wo sie nicht verpuffen Und wir sind weniger überrascht und geschockt, weil wir ja mit dem umgehen was wir vor der Nase haben.
00:57:54: Das war nämlich das zuletzt.
00:57:55: noch zur Realität, dass man nämlich genau das mit dem Streikwasso gerade gesagt hat.
00:57:59: Das ist exakt der Punkt!
00:58:01: Was haben die Leute dann da gemacht?
00:58:02: Die haben eine Realität geschaffen also nicht irgendwelche Bubbles im Kopf sondern wirklich... ...ne Realität ich anfassen kann mit der ich etwas anfangen kann und die da ist und die man auch nicht wegdiskutieren kann.
00:58:16: weil du eben gesagt hast, wo fühlst du dich gut oder wo hast du dich so?
00:58:19: Ich merke dass ich aufblöre wenn ich unter Menschen bin die einen realistischen Blick auf Dinge haben.
00:58:25: Das heißt nicht das man immer recht haben muss oder so.
00:58:27: Sondern einfach nur sich nicht in was reinsteigern und nix wegschieben sondern einfach gucken womit haben wir's zu tun?
00:58:33: Und dann entspanne ich mich Weil ich weiß es kommt eh keine Überraschung und dann habe ich Kaffeetäten.
00:58:37: dann sag' ich so und jetzt machen wir's.
00:58:40: Danke sehr!
00:58:41: Ich liebe deine Antwort.
00:58:42: sie ist voraussetzungsreich impliziert, dass ich die Resilienz habe mich mit der Realität auseinanderzusetzen.
00:58:50: Ich glaube daran fehlt es im Moment.
00:58:52: Es ist viel verdrängen und ich glaube das die größten Klimawandel Leugner übrigens tatsächlich diejenigen sind die am besten verstehen was passiert.
00:58:59: Das meine Verschwörungstheorie.
00:59:02: Einen Satz den ich eigentlich gar nicht mag der auch hier nicht gesagt worden ist man kann ja doch nichts
00:59:07: tun
00:59:08: Und dieses Mann kann ja doch nichts tun.
00:59:10: Das kommt häufig auch aus dem Gefühl heraus, ich kann eben gar nicht viel bewegen.
00:59:16: Aber was mir jetzt auch gut gefallen hat ist man tut auch etwas für einen
00:59:19: Gutkocht!
00:59:20: Für die Leute, die was machen.
00:59:23: und jetzt sage ich mal was das ich so manchmal mache?
00:59:26: Also ich bedanke mich beim Busfahrer bei migrantischen Busfahrern der jetzt die Busse hier im Münster wieder zum Laufen bringt wo die Ringe Linien lange nicht gefahren sind.
00:59:36: Das ist auch was Schönes.
00:59:37: Und ich sehe, die Frau oder der Mann freut sich.
00:59:41: Manchmal sage ich, ich hätte ja sonst laufen müssen ohne sie!
00:59:45: Ich meine es
00:59:45: gibt viele
00:59:45: kleine Dinge, die man tun kann und das ist auch
00:59:48: wichtig.
00:59:49: Also
00:59:51: das ist für mich auch so ein Stück weit Zuversicht zu haben.
00:59:56: mir den Glauben an dass es gut ausgehen
01:00:01: kann
01:00:01: Muss nicht, die Zukunft ist offen.
01:00:04: Aber wie Sie eben gesagt haben ... Wie es geht, das hängt von dem ab was Menschen tun!
01:00:09: Das ist kein Naturgesetz.
01:00:11: und wenn ich dann so einen kleinen Beitrag leisten kann der gibt mir Kraft.
01:00:15: Ich sehe andere Menschen freuen sich auch, dass ist doch auch etwas wert.
01:00:20: Und so muss
01:00:22: hoffe ich, dass jeder
01:00:23: mit den Fähigkeiten, die er hat seinen Beitrag leist.
01:00:27: mehr muss man gar nicht machen.
01:00:34: Also ich sehe das alles, dass man im Kleinen anfangen muss und was erreichen kann.
01:00:40: Und sich selbstwirksam fühlt.
01:00:42: aber trotzdem reicht mir das nicht.
01:00:45: Ich seh die Politik, die in Berlin gemacht wird und bin wirklich verzweifelt darüber.
01:00:50: Ich frage mich warum selten wir die nicht alle ab?
01:00:54: Weil das was sie machen ist für mich AfD-Politik.
01:00:58: Da brauche ich dann keine Angst mehr davor haben, dass die AfD auch an die Regierung kommt.
01:01:04: Ich frag mich dann, was kann ich tatsächlich tun?
01:01:06: Damit sich da oben was verändert.
01:01:08: Und ich sehe nicht wie ich das machen kann indem ... Ich sag mal so Baumscheibenbepflanze.
01:01:16: Das ist alles wichtig, das seh' ich aber damit verändere ich nicht dass was von da oben kommt und ich muss mich jeden Tag irgendwie damit auseinandersetzen weil mich das interessiert, weil ich Interesse an Politik habe und was da passiert.
01:01:32: Aber das lässt mich wirklich verzweifeln und ich würde gerne was an der Hand haben, was mir zeigt, was ich machen kann.
01:01:40: Geht mir genauso?
01:01:42: Und die perfekte Antwort habe ich nicht!
01:01:44: Ich hab zwei Impulse dazu, die mal gekommen sind.
01:01:46: Das eine ist dass ich schon glaube wenn es jetzt zum Beispiel darum geht wann die Bundesregierung zerbricht oder so auch in einem Moment wo man nichts denken würde dass da tatsächlich etwas vorangeht Es auf jeden Fall garantiert, wie da ein Moment geben wird, wo so einen Gelegenheitsfenster sich aufmacht.
01:02:07: Ich gebe mal ein Beispiel dafür für die größten Proteste in der Geschichte der Bundesrepublik Anfang im Jahr zwanzig vierundzwanzig gehen ja zurück ganz maßgeblich auf eine Korrektiv-Recherche.
01:02:16: ich hatte diese korrektive Recherche ich glaube zwei Wochen vorher ist schonmal gelesen von den Leuten und die meinten Ja das wird groß und ich habe gesagt Komm on!
01:02:27: ist so alles irgendwie bekannt, da wird garantiert nichts passieren.
01:02:30: Und zwei Wochen später hat mir diese Wahnsinns Protest wählen und ich beschäftige mich seit zwei Jahrzehnten oder was weiß ich mit Rechtsextremismus habe das Ding gesehen und hab es überhaupt nicht erkannt will damit sagen Ich glaube dass es immer wieder auch demnächst solche Momente geben wird wo auf einmal Sachen möglich erscheinen die im jetzt vielleicht gerade nicht möglich sind.
01:02:56: Und dieser Januar zwanzig-vierundzwanzig davor hatten wir die Bauernproteste, da hatten wir einen krassen Winter... Da kamen so viel zusammen und auf einmal hat es die Leute rausgetrieben und da war ganz viel möglich.
01:03:07: Wurde auch vielen nicht umgesetzt aber da waren ganz viele mögliche und ich glaube solche Momente werden wieder haben.
01:03:12: Stimm mich zu!
01:03:13: Und dann ist es wichtig dass wir uns darauf vorbereiten und zwar bevor sie passieren.
01:03:17: Es hat ja dann gedauert, dass die Leute in ihren Städten die Demos anmelden und das verwandeln.
01:03:21: Das heißt eines der Dinge, die wir tun können ist in Erwartung solcher Momente tatsächlich schon ein Plan zu haben.
01:03:29: Was machen wir denn?
01:03:30: Und da muss er nur noch zünden!
01:03:32: Das Zweite ist aber….
01:03:34: Wir müssen uns auch klar sein – also klar, das ist jetzt die unbeliebte Regierung aller Zeiten und so – Aber die CDU-und SPD werden halt gewählt.
01:03:42: Die sind ja nicht zum ersten Mal an der Regierung Und die Leute wählen sie immer noch und wieder.
01:03:50: Wenn wir die Regierung alle absägen, und wir kriegen Neuwahlen – das wird dann gewählt!
01:03:56: Die Wahrheit ist, man neigt dazu zu denken, wenn nun eine Neuwahl ist, ich rede ja nur mit Leuten, die sind politisch super vernünftig, dann wird was Vernünftigeres bei rumkommen?
01:04:06: Und der Antwort ist, dass es häufig nicht so.
01:04:09: Das heißt einerseits, ich stimme dir völlig zu, wir können uns nicht darauf ausruhen kleine Acts of Kindness zu machen und dann wird sich schon das Ganze wenden.
01:04:20: Das reicht nicht, wir müssen große Schritte machen!
01:04:23: Aber damit diese großen Schritte in einem demokratischen Land, in einer vernünftigen fundierten Regierung die ihre BürgerInnen als vernunftbegabte Wesen anspricht, eine Demokratie führt, die wirklich auf vielen Schultern liegt Dafür müssen wir auch von unten hoch arbeiten, damit die Menschen sich so weit vertrauen.
01:04:46: Dass sie Parteien wählen, die einen politischen Hintergrund des Vertrauens befördern.
01:04:52: Dass Sie eine Sozialpolitik machen zum Beispiel.
01:04:54: Ja dafür müssen Menschen sich vertrauen!
01:04:56: Wir brauchen Medien, die über solche Dinge berichten.
01:05:00: Wir brauchen die öffentlichen Räume und die kleinen pflanzen Baumscheiben auch um ein Grundgefühl herzustellen dass sich später in Wahlen niederschlägt.
01:05:12: Ich glaube, beides ist richtig!
01:05:14: Und die Kunst ist hier nicht zu sagen ob wir brauchen das eine oder das andere sondern wir brauchen beide.
01:05:20: und manche Menschen sind dezidiert besser darin Bewegungen anzustoßen, die national europäisch international sind und das ist super wichtig und andere Menschen sind besser darinnen kleine Bewegung.
01:05:35: Beides ist notwendig und beides ist gleichzeitig notwendig.
01:05:38: Das heißt, egal an welchen Pfaden wir jetzt fassen, wir erwischen den richtigen.
01:05:43: Das Einzige ist ich kann dir jetzt keine Antwort geben auf was muss ich konkret tun um die Regierung abzusägen?
01:05:53: Ich habe da auch noch einen Gedanken dazu, weil ich glaube man muss sich selber auch ein bisschen entlasten.
01:05:57: Ich glaube den Anspruch an sich selbst zu stellen... ...ich muss die Regierung absegen, weil es ist falsch finde was sie tut.
01:06:03: das ist natürlich ein ärerer Anspruch aber vielleicht auch einer der einen in die Verzweiflung treiben kann, weil das vielleicht einfach ein zu hoch gesetztes Ziel für eine Person ist.
01:06:12: Und deswegen möchte ich das nochmal unterstreichen was du eben auch gesagt hast.
01:06:17: also unterschiedliche Leute haben unterschiedliche Kapazitäten ins Handeln zu kommen und sich dann eben die Stelle auszusuchen wo man selber am meisten Impact am meisten Wirksamkeit entfalten kann.
01:06:30: Damit hat man schon sehr, sehr viel getan.
01:06:33: Ich glaube tatsächlich sitzt man da manchmal auch dann diesen neoliberalen Gedanken so ein bisschen auf, jeder seines Glückes schmiedt, jeder kann doch alles erreichen und alles tun.
01:06:42: aber jeder kann nicht alleine alles erreichen oder alles tun und sich dann eben die Sache auszusuchen, die man tun kann ist wichtig.
01:06:52: Was mich besonders berührt hat war was du gesagt hast Marina von diesem Wund von Menschen sich gesehen zu fühlen und gehört zu füllen.
01:07:00: Und es ist möglich dafür eine Menge zu tun.
01:07:03: Also, es gibt das Gesprächsformat Sprechen und Zuhören.
01:07:07: von mehr Demokratie wurde während der Corona-Zeit entwickelt als es ja viele sehr heftige polarisierende Diskussionen gab.
01:07:19: Gut also es gibt dieses Format.
01:07:20: ich will jetzt nicht weiter beschreiben wir machen das hier oder ich mache das hier in Münster mit anderen Leuten unter dem Dach der Stadtbibliothek die Stadtböcherei.
01:07:30: Und dieses Format, diese sehr strukturierte Art miteinander zu sprechen hat in der Regel den Effekt dass die Leute, die darin teilnehmen sich am Ende tatsächlich gesehen fühlen gehört fühlen.
01:07:44: das heißt nicht, dass dann alles eine Soße ist sondern Unterschiede bleiben bestehen verschiedenheiten bleiben bestehn.
01:07:53: aber die Menschen haben vielleicht ein bisschen mehr das Gefühl wir sitzen ja doch an einem Boot und vielleicht auch dann machen sie die Erfahrung Okay, da ist doch eine Verbindung auch wenn wir in der Sache ganz unterschiedlicher Meinung sind.
01:08:05: Ich finde das völlig spannend, wenn da Leute zusammenkommen mögst viele verschiedene Leute und sich darüber unterhalten erzählen wir mal wie sieht es denn deiner Welt aus?
01:08:15: Und du hörst mir nur zu?
01:08:17: oder Du erzählst mich und ich höre dir nur zu und dann erzähle ich Dir und Du hörst mehr nur zu!
01:08:22: Es geht nicht darum zu diskutieren und wer hat recht sondern es geht wirklich darum erstmal nur in Ruhe reden zu können und in Ruhen zuzuhören.
01:08:32: Und da passiert was, das klingt völlig banal aber die Erfahrung ist da passiert etwas Wichtiges nämlich auch nicht immer noch nicht zwangsläufig Aber es entsteht Verbindung.
01:08:44: Danke sehr das kann ich nur unterstreichen.
01:08:46: Das sind diese Formate.
01:08:48: Wir lernen wieder miteinander zu reden trotz Social Media.
01:08:54: Vorab würde ich ganz gerne eine Leseempfehlung aussprechen für das Buch von Arne Machtübernahme und dass ich mit großem Interesse gelesen habe, vor allem weil es halt auch spannend war.
01:09:06: Oftmals nicht so richtig... also ich hab mich jedenfalls so gefühlt nie richtig zu wissen.
01:09:10: befinde ich mich gerade in einer an einer Stelle, wo es um Fiktion geht oder um Fakt und diese Unsicherheit?
01:09:20: ist das wirklich gerade passiert was zum Beispiel die AfD da gerade tut?
01:09:24: Oder ist das nur eine furchtbare Zukunftsvision irgendwie die Eintreten kann wenn wir die falschen Wege einschlagen.
01:09:32: Und grade in Zusammenhang mit den Sachen, die du kurz angespoilert hattest.
01:09:38: Dass du praktisch eine Reise im Rahmen der Sachsen-Anhalt Wahl gemacht hast und mit Leuten gesprochen hast.
01:09:45: Wo würdest du sagen haben sich deine Überzeugung seit Machtübernahme irgendwie aktualisiert?
01:09:51: Und wo hast du das Gefühl dass es die Aufgabe grenzübergreifend ist auch innerdeutsch Sich wieder zusammen mehr an zu nähern?
01:10:03: und was kann man füreinander tun um praktisch gegen Faschismus einzustehen.
01:10:10: Machtübernahme ist quasi das Vorbuch zugegenmacht, das habe ich vor zweieinhalb Jahren geschrieben und da geht es ums Szenario ein fiktives damals fiktive Szenario einer extremen rechten Machtübername und das beginnt mit fünfzig Seiten-Szenario die jetzt zweieineinhalb Jahre später tatsächlich wirklich skurril anmuten wenn man die so liest.
01:10:29: Ich hab mich geirrt also und ich habe das damals tatsächlich geschrieben mit Sachsen Anhalt im Kopf Also Full Circle.
01:10:35: Ich habe mich tatsächlich geirrt mit diesem Buch in einigen Punkten, weil ich dachte dass Sachen nicht so schnell passieren wie sie passieren.
01:10:42: also ich hab zum Beispiel in diesen Buch geschrieben das erste was einen AfD Innenminister machen würde wäre nach Afghanistan abschieben zu lassen und da ist natürlich sowohl die jetzige schwarz-rote Regierung als auch vorher schon die Ampel gemacht hat interessanterweise ja vor allem auch grün geführte Bundesländer besonders viel nach Afghanistan abschieben lassen Und ich hatte Elon Musk nicht in diesem Sinne auf dem Schirm.
01:11:04: Also die Trump-Wahl und dieses ganze durchgeknallte Zeug.
01:11:08: Tatsächlich als Weiterentwicklung daraus das Gegenmacht entstanden, weil ich den Eindruck hatte... Ich habe da irgendwie eine Anleitung zur Verteidigung geschrieben, zur Veteidigung des Status Quo.
01:11:20: Das hat mir nicht mehr gereicht, weil es den Eindruck hatte, damit kommen wir nicht weiter, weil das Beste was wir erreichen können ist dass es so blöd bleibt wie's is'.
01:11:28: Und selbst das gelingt uns wahrscheinlich nicht, weil wir ein paar dieser Kämpfe verlieren und dann geht es unweigerlich nur noch nach ins Schlechtere.
01:11:37: Deswegen ist so'n bisschen die Frage wie kommen wir denn tatsächlich in die Offensive?
01:11:41: Wie können wir den jetzigen Status quo durchlöchern?
01:11:44: Da ist meine Antwort dann eben Zivilgesellschaft!
01:11:47: Das ist auch das was ich in Sachsen-Anhalt jetzt zu viel erfahren habe.
01:11:51: Ich glaube nicht dass die Pole dort waren AfD gegen... Linke oder AfD gegen CDU, sondern die Pole waren AfD gegen Zivilgesellschaft.
01:12:00: Das waren die beiden Seiten, die mobilisiert haben wo Leute den Eindruck hatten hier gibt es etwas was mir das Gefühl vermittelt ich kann was tun.
01:12:12: so also auf der einen Seite natürlich eine gewaltvolle ein gewalt volles Angebot aber auch der anderen offen ist und ich glaube tatsächlich dass der Schlüssel darin liegt in die Offensive zu kommen als zivilgesellschaftliche Bewegung zu sehen.
01:12:26: Wo können wir Hebel ansetzen, wo können wir tatsächlich Instrumente finden?
01:12:30: Die Themen die tatsächlich wichtig sind nicht von außen aufgedruckt sondern uns allen wichtig sind in den Mittelpunkt zurück und da gibt es einfach tausende wirksame Geschichten könnte ich dann einen anderen Abend mal erzählen.
01:12:42: Ich glaube mir einfach die gesamte These deines neuen Buchs für mein Schlusswort und zwar dass... ich glaube wir kommen definitiv nicht damit zu Recht zu verteidigen, wie es gestern war.
01:12:55: Wie es gestan war hat dazu geführt, wie das heute
01:12:57: ist.".
01:12:59: Das heißt wir müssen vielleicht uns generell davon lösen dass wir nur gegen etwas kämpfen und Wir müssen als Zivilgesellschaft gerade wieder dazukommen, dass wir für etwas kämpfen Und wir müssen miteinander ausrambohnen was das isst.
01:13:12: und wir müssen wieder Vision haben und Mut haben und Hoffnung haben und einander unterstützen darin diese hoffnung zu entwickeln Und dabei nicht zu klein denken.
01:13:22: Ich finde es fantastisch, wenn jeder was macht, was sie oder er kann im Kleinen und ich finde es fantastic, wenn wir fragen hey, ich möchte das Fischt sterben verhindern!
01:13:34: Und ich möchte gerne die Sozialsicherung in Deutschland retten und ich möchte gern die Psychotherapie in Deutschland Retten.
01:13:43: Egal was euer Ziel ist, es gibt tausend Ziele Es gibt Tausende Ebenen auf denen man das machen kann.
01:13:49: Aber es gibt weit, weit mehr als tausend von uns.
01:13:52: Wir sind so viele.
01:13:55: Müssen uns vielleicht nicht vergessen die Rechten?
01:13:58: Ich glaube, vergesst die Rechen!
01:13:59: Lasst uns nicht über Nazis reden, lasst uns über unsere Bedürfnisse reden.
01:14:05: und das Witzige ist ihr werdet finden ganz viele Leute für die AfD gestimmt haben, dass keine Naturkatastrophe war.
01:14:11: Es waren ganz oft Menschen, die eigentlich auch nur gebraucht haben, So, so sehr Katharina und Arne.
01:14:21: Arne, dass du den Weg auch hierher gefahren bist extra aus Berlin!
01:14:25: Und danke euch liebe Zuhörerinnen und Zuhöre von Wind & Wurzeln und die nicht binären Zuhöhre ganz besonders!
01:14:34: Wir sehen uns beim nächsten Mal in deiner Episode, die in meinem Arbeitszimmer aufgezeichnet wird und ich vermisse dieses Format jetzt schon... Ich liebe euch alle.
01:14:43: gute Nacht!
01:15:21: Eine Produktion von Haus Eins in Kooperation mit Perspective Daily.
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